Die patriotische Hysterie, die in Amerika nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 zu beobachten war, ist kein Einzelfall. Das zeigt sich ganz deutlich, wenn man an den Kulturkampf gegen die Deutsch-Amerikaner im Ersten Weltkrieg zurückdenkt. Der Begriff „Sauerkraut“ sollte komplett aus dem Sprachgebrauch in den USA verschwinden. Deshalb nannte man das bei den Deutschen so beliebte Essen einfach in „liberty cabbage“ (Freiheitskraut) um. Allerdings setze sich das liberty cabbage niemals durch.
An diesem Beispiel lässt sich jedoch belegen, dass die Amerikaner auf innen- und außenpolitische Krisen immer sehr deutlich und mit unbedingter Vaterlandsliebe reagieren. Detlef Junker schreibt in seinem Buch „Power and Mission“: „Dieses periodisch auftretende patriotische Fieber hat allerdings in der bisherigen Geschichte die amerikanische Demokratie nie ernsthaft gefährden können.“
Inhaltsverzeichnis
1. Zum Buch
2. Zum Autor
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Buch „Power and Mission“ von Detlef Junker und untersucht, wie der Autor die amerikanische Außenpolitik durch die historische Wechselwirkung zwischen ideologischer Sendungsideologie („Mission“) und strategischer Machtausübung („Power“) erklärt.
- Historische Kontinuität und Brüche in der amerikanischen Außenpolitik seit 1776
- Die Rolle der „zivilreligiösen Sendungsidee“ als Triebfeder und Rechtfertigung für Expansion
- Einfluss der „manichäischen Falle“ auf die Wahrnehmung von Feindbildern
- Die Entwicklung der USA zur „imperialen Hypermacht“ im 21. Jahrhundert
- Die politische Ausrichtung der USA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001
Auszug aus dem Buch
Zum Buch
Die patriotische Hysterie, die in Amerika nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 zu beobachten war, ist kein Einzelfall. Das zeigt sich ganz deutlich, wenn man an den Kulturkampf gegen die Deutsch-Amerikaner im Ersten Weltkrieg zurückdenkt. Der Begriff „Sauerkraut“ sollte komplett aus dem Sprachgebrauch in den USA verschwinden. Deshalb nannte man das bei den Deutschen so beliebte Essen einfach in „liberty cabbage“ (Freiheitskraut) um. Allerdings setze sich das liberty cabbage niemals durch.
An diesem Beispiel lässt sich jedoch belegen, dass die Amerikaner auf innen- und außenpolitische Krisen immer sehr deutlich und mit unbedingter Vaterlandsliebe reagieren. Detlef Junker schreibt in seinem Buch „Power and Mission“: „Dieses periodisch auftretende patriotische Fieber hat allerdings in der bisherigen Geschichte die amerikanische Demokratie nie ernsthaft gefährden können.“
In „Power and Mission“ beschreibt Junker, der als einer der renommiertesten Amerikakenner Deutschlands gilt, was Amerika wirklich antreibt. Er schlägt geschickt und in aller Kürze einen Bogen vom ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, also George Washington, bis hin zum dreiundvierzigsten, George W. Bush. Er geht dabei von der amerikanischen Politik und von einer Globalisierung des amerikanischen Einflusses seit der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1776 aus. Angefangen mit der Eroberung des „Wilden Westens“ über die Expansion nach Südamerika und Asien, seien die USA zur „imperialen Hypermacht der Gegenwart geworden“, so Junker.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zum Buch: Dieses Kapitel liefert eine kritische Rezension der inhaltlichen Schwerpunkte, beleuchtet die zentrale These von „Power und Mission“ und setzt diese in den aktuellen Kontext der amerikanischen Außenpolitik nach 2001.
2. Zum Autor: Hier wird der akademische Werdegang von Prof. Dr. Detlef Junker skizziert, inklusive seiner Stationen in Heidelberg und Washington sowie seiner publizistischen Tätigkeit.
Schlüsselwörter
USA, Außenpolitik, Mission, Power, Sendungsbewusstsein, Pax Americana, George W. Bush, Imperialismus, Zivilreligion, Geschichte, Globalisierung, Ideologie, manichäische Falle, Terrorismus, Demokratie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Rezension grundlegend?
Die Rezension befasst sich mit dem Werk „Power and Mission“ von Detlef Junker, welches die historische Entwicklung der US-Außenpolitik und deren ideologische Begründung kritisch analysiert.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?
Zentral sind die Verbindung von religiös geprägtem Sendungsbewusstsein, ökonomischen Interessen und strategischer Machtausübung sowie die historische Kontinuität amerikanischer Doktrinen.
Was ist das primäre Ziel des Autors Detlef Junker?
Junker verfolgt das Ziel, die tief verwurzelten ideologischen Triebfedern des amerikanischen Handelns aufzudecken, die über Jahrhunderte hinweg Konstanz in der Außenpolitik bewahrt haben.
Welche wissenschaftliche Methode nutzt der Autor?
Der Autor wählt einen streng chronologischen Ansatz, um weltgeschichtliche Ereignisse von der Unabhängigkeit 1776 bis in die Ära nach dem 11. September 2001 zu analysieren.
Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?
Der Hauptteil spannt einen Bogen über die Expansion der USA, die Entwicklung zur Supermacht und die Bedeutung präsidialer Ideologien für die Verbreitung von Freiheit und Demokratie.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Begriffe „Mission“ und „Power“ sind die entscheidenden Leitbegriffe, um sowohl die Kontinuitäten als auch die Brüche in der amerikanischen Geschichte zu verstehen.
Wie bewertet die Rezensentin die Einordnung der Ereignisse nach 2001?
Die Rezensentin lobt die Analyse der aktuellen Außenpolitik unter George W. Bush, merkt jedoch an, dass eine stärkere Kontextualisierung durch Wirtschafts- oder Sozialgeschichte wünschenswert gewesen wäre.
Was ist mit der „manichäischen Falle“ gemeint?
Der Begriff beschreibt die Tendenz der USA, die Welt binär in „gut“ und „böse“ einzuteilen, was historisch zu verschiedenen Feindbildern von Indianern über Russland bis hin zu den heutigen Terroristen führte.
- Quote paper
- Catrin Knußmann (Author), 2004, Zu: 'Power and Mission' von Detlef Junker, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/41705