Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Aufgabe auseinander, eine Implementierung der Norm ISO 26000 unter Beachtung der Changemanagementansätze vorzunehmen. Die ständige Veränderung des Unternehmens wird zur Selbstverständlichkeit für den Umgang mit der Dynamik und der Komplexität der Umwelt . Um die Chancen des digitalen Wandels für sich nutzen zu können, ist die strategische Ausrichtung von Unternehmen als existenzsichernd zu betrachten. Infolge der Globalisierung, Digitalisierung und Veränderung der gesellschaftlichen Prozesse stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, ihre bestehende Strategie zu überdenken. Dabei muss der von der Gesellschaft geforderte zusätzliche Mehrwert generiert werden, der allen Stakeholdern gerecht wird. Die Wertschöpfung des Unternehmens soll neben dem unternehmerischen Mehrwert auch gesellschaftliche Werte entwickeln, die in einem nachhaltigen Geschäftsmodell verknüpft werden. Die Zukunftsfähigkeit dieses Modells realisiert sich in Innovationsprozessen; die Basis dafür bilden die CSR-Strategien. Die 2011 veröffentlichte ISO Norm 26000 stellt einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen für gesellschaftlich verantwortliche Organisationen dar, der Empfehlungscharakter hat, womit ihn jedes Unternehmen nach eigener Spezifik ausgestalten kann. Es stellt sich jedoch die Frage, inwieweit dieser von einem Unternehmen praktisch angewandt werden kann. Zwar liefert Bay die Beschreibung des praktischen Ansatzes zur Implementierung der Norm anhand genereller Projektphasen und Gold erarbeitet einen eigenen Umsetzungszyklus, aber keiner der Autoren betrachtet die Implementierung der Norm als Change Management Prozess. Diese Arbeit zeigt eine mögliche Realisierung basierend auf den CM-Phasen, auf die bisher nicht eingegangen wurde. Nach Einleitung in Kapitel 1 werden in Kapitel 2 die Definition von CSR, die Merkmale und Struktur der ISO 26000, die Kernthemen und Handlungsfelder der Norm vorgestellt, auf die sieben Kernthemen der Norm sowie den jeweils vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen eingegangen und kritische Punkte genannt. In Kapitel 3 wird die Umsetzung der ISO 26000 an einem beispielhaften Fall ausgearbeitet. Der Abschluss der Arbeit in Kapitel 4 fasst die Ergebnisse zusammen und liefert Vorschläge für weitere Forschung.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1. Corporate Social Responsibility und Change Management
2.2. Merkmale und Struktur der ISO 26000
2.3. Kernthemen und Handlungsfelder der ISO 26000
3. DIE PRAKTISCHE UMSETZUNG DER ISO 26000
3.1 Ausgangslage und Problemdarstellung
3.2 Gestaltung des Prozesses und Implementierungsplanung
3.3 Durchführung
4. FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die Norm ISO 26000 zur gesellschaftlichen Verantwortung durch die Anwendung von Changemanagement-Ansätzen effektiv in Unternehmen implementiert werden kann. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, inwiefern die praktische Anwendung dieser Norm durch ein prozessorientiertes Veränderungsmanagement unterstützt werden kann, um eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zu fördern.
- Grundlagen der Corporate Social Responsibility (CSR) und des Changemanagements
- Struktureller Aufbau und Kernthemen der Norm ISO 26000
- Methodik der Implementierungsplanung unter Berücksichtigung von Changemanagement-Phasen
- Praktische Fallbeispielanalyse zur Anwendung der ISO 26000-Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.1. Corporate Social Responsibility und Change Management
Die Norm ISO 26000 liefert einen Rahmen für die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung und befasst sich mit dem Thema „Social Responsibility“. An diesem Punkt ist hinzuweisen, dass die Norm sich nicht nur an Unternehmen richtet, sondern an Organisationen aller Art (Unternehmen, NGOs, Universitäten oder öffentliche Einrichtungen); aus diesem Grund wird in der Norm der breite Begriff SR und nicht CSR verwendet. Lin-Hi betrachtet CSR als eine Leitidee, die unternehmensspezifisch unter Einbeziehung der grundlegenden Orientierungspunkte wie das Leitbild der Nachhaltigkeit sowie die Sustanainable Development Goals zu konkretisieren ist. Nach Bassen stellt CSR ein dynamisches Konzept dar, welches einen gesellschaftlichen Diskurs um die moralische Verantwortung von Unternehmen für die ökologischen und sozialen Konsequenzen Ihrer Aktivitäten reflektiert.
Die Europäische Kommision bestimmt CSR als Verantwortung der Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. In der Definition der EK ist CSR ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmertätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren. Bay sieht CSR als „über rechtliche Pflichten hinausgehende freiwillige Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen“. Dabei ist anzumerken, dass Loew et al. in seiner Ausarbeitung eine deutliche Abweichung des Begriffs CSR im angloamerikanischen Raum von dem der EK ausführlich behandelt, worauf nicht näher eingegangen wird. In dieser Arbeit wird die Definition von EK als primär angesehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik der ISO 26000 Implementierung ein, stellt die Forschungsfrage und erläutert die Relevanz der Verbindung von CSR mit Changemanagement-Prozessen.
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Es werden die Definitionen von CSR, das Konzept des Changemanagements sowie die Struktur, Kernthemen und Handlungsfelder der ISO 26000 theoretisch fundiert dargestellt.
3. DIE PRAKTISCHE UMSETZUNG DER ISO 26000: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil, in dem anhand eines Fallbeispiels die praktische Planung und Durchführung der Normimplementierung mittels Changemanagement-Phasen detailliert ausgearbeitet wird.
4. FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, diskutiert die Anwendbarkeit der Methode und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Relevanz von CSR-Standards.
Schlüsselwörter
ISO 26000, Corporate Social Responsibility, CSR, Changemanagement, Nachhaltigkeit, Unternehmensführung, Stakeholder, Implementierung, Organisationsentwicklung, Handlungsfelder, Gesellschaftliche Verantwortung, Prozessmanagement, Talentmanagement, Veränderungsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der praktischen Einführung der Norm ISO 26000 zur gesellschaftlichen Verantwortung in Unternehmen, wobei besonderer Wert auf die Unterstützung durch Methoden des Changemanagements gelegt wird.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Zentrale Felder sind die theoretische Einbettung von CSR, die Struktur der ISO 26000 sowie die praktische Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien innerhalb von Veränderungsprozessen in Organisationen.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Changemanagement-Prozessphasen die praktische Anwendbarkeit der CSR-Maßnahmen der ISO 26000 unterstützen und verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer praxisorientierten Fallbeispielanalyse, um die Implementierung der Norm strukturiert darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird ein konkretes Fallbeispiel genutzt, um die Phasen der Implementierung (Ideenphase, Konzeptphase, Umsetzung, Evaluierung und Nachhaltigkeit) unter Anwendung der ISO 26000-Handlungsfelder zu illustrieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie ISO 26000, Corporate Social Responsibility, Changemanagement, Nachhaltigkeit und Organisationsentwicklung definiert.
Wie werden die sieben Kernthemen der ISO 26000 im Kontext der Organisation betrachtet?
Die Norm betrachtet die Kernthemen als einen zusammenhängenden Rahmen, wobei die Organisationsführung als entscheidende Basis dient, um alle weiteren Handlungsfelder erfolgreich implementieren zu können.
Warum ist laut der Arbeit ein Changemanagement-Prozess für die ISO 26000 notwendig?
Der Autor argumentiert, dass die Implementierung einer ISO-Norm keine einmalige Handlung ist, sondern einen langfristigen, strukturellen Veränderungsprozess darstellt, der eine organisatorische Anpassung erfordert.
- Arbeit zitieren
- Larissa Petersen (Autor:in), 2018, Überbetriebliche Regelwerke der Unternehmensethik. Die Norm ISO 26000 und Change Management, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/416802