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Der Bologna-Prozess. Ein aktivierendes Bildungsregime im Zeichen der europäischen Integration

Title: Der Bologna-Prozess. Ein aktivierendes Bildungsregime im Zeichen der europäischen Integration

Bachelor Thesis , 2016 , 43 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: B.A. Valentin Müller (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation

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Die Umstellung auf „unternehmerische Universitäten“ beschreibt eine Veränderung des Hochschulwesens hin zu einem System permanenter Anpassung an ökonomische Erfordernisse, die mit der wirtschaftlichen Annäherung zum zentralen Thema gesamteuropäischer Politik erhoben worden sind. Auf eine nie zuvor dagewesene Weise ist Hochschulbildung damit in den gesellschaftlichen Produktionsprozess eingebunden.

Alle vorangegangenen Auseinandersetzungen um den Stellenwert von Wissenschaft und Universität werden von den Reformen des „Bologna-Prozesses“ überschattet. Dabei stellt sich die Frage, wie innerhalb weniger Jahre ein politisches Aktionsprogramm eine derartige Wirkung entfalten konnte.

Im Folgenden wird die These vertreten, dass die „unternehmerische“ Universität dem politisch-normativen Leitbild der „Aktivierung“ folgt, das seit den 90er Jahren die Richtung der Sozial- und Bildungspolitik in Europa vorgibt. Indem es die Frage nach der Verwertbarkeit und Legitimität von Wissenschaft von der politischen auf eine subjektive Ebene transportiert, hat es maßgeblich dazu beigetragen, den „europäischen Hochschulraum“ als ein Regime aktivierender Selbstverwaltung neu zu erschaffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Universität und Arbeitsmarkt – (k)eine Wahlverwandtschaft

2.1.Neuhumanismus als Leitbild der europäischen Universitätsmodelle

2.2.Motoren der Bildungsexpansion: Chancengleichheit und Wettbewerbsfähigkeit

2.3.Der „aktivierende Staat“ als „Europäisches Sozialmodell“

3. Europäische Hochschulpolitik zwischen Intergouvernementalismus und Supranationalität

3.1.Agenda-Setting

3.2.Startschuss: Die „Sorbonne-Deklaration“

3.3.Bologna und die Folgekonferenzen

4. Vom Selbstzweck zur Selbstverantwortung: Hochschulbildung im „aktivierenden Staat“

4.1.Latente Funktionen der Hochschulreform

4.2.Humboldts Alptraum

5. Zusammenfassung/Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Bachelorarbeit untersucht den Bologna-Prozess als ein Instrument zur Transformation der europäischen Hochschulbildung im Kontext einer neoliberalen „Aktivierungspolitik“. Die Forschungsfrage widmet sich der Art und Weise, wie politische Steuerung und ökonomische Verwertbarkeitslogiken das humboldtsche Ideal der freien Wissenschaft zugunsten eines flexiblen „unternehmerischen Selbst“ umgestalten.

  • Transformation des humboldtschen Universitätsideals
  • Die Rolle der EU und der Bologna-Konferenzen
  • Ökonomisierung von Bildung und Arbeitsmarkt-Employability
  • Strukturelle Veränderungen durch das ECTS-System
  • Das Spannungsfeld zwischen Freiheit von Forschung und staatlicher Aktivierung

Auszug aus dem Buch

2.1. Neuhumanismus als Leitbild der europäischen Universitätsmodelle

Ausgangspunkt für die Entwicklung der europäischen Hochschullandschaft war Ende des 18. Jahrhunderts die gewaltsame Ablösung der theologischen Deutungshoheit durch ein anthropozentrisches Verständnis der Weltzusammenhänge in der Französischen Revolution. Unter dem Regime Napoleons wurden in Frankreich die Universitäten des „Ancien Régime“, die noch eng im Zusammenhang mit der christlichen Kirche gestanden hatten, vollständig abgeschafft und durch staatlich kontrollierte Spezialschulen ersetzt. An den „grandes écoles“ sollte die „Funktionselite“ ausgebildet werden, die die Einheit Frankreichs nach der Revolution politisch wie sozial festigen sollte. Später wurden die Funktionsbereiche weiter ausdifferenziert und die Ausbildung unter spezialisierten Hochschuleinrichtungen aufgeteilt. Während an den Universitäten Rechtswissenschaften, Medizin, Natur- und Geisteswissenschaften gelehrt wurden, waren die „grandes écoles“ für Ingenieurs-, Verwaltungs- und Wirtschaftswissenschaften zuständig. An diesen Ausbildungsstätten wusste man durch strenge Überwachung aller Aktivitäten das Aufkeimen von antiautoritären Strömungen zu verhindern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kampf um die Freiheit der Wissenschaft und führt in die Problematik der hochschulpolitischen Modernisierung durch den Bologna-Prozess ein.

2. Universität und Arbeitsmarkt – (k)eine Wahlverwandtschaft: Dieses Kapitel analysiert den Wandel von neuhumanistischen Bildungsidealen hin zu einer zunehmenden Ausrichtung an ökonomischen Anforderungen und dem „aktivierenden Staat“.

3. Europäische Hochschulpolitik zwischen Intergouvernementalismus und Supranationalität: Die Entwicklung des Bologna-Prozesses wird als Strategie dargestellt, durch die sich Bildungsminister supranationalen Vorgaben der EU anzupassen versuchen, um nationale Autonomie zu wahren.

4. Vom Selbstzweck zur Selbstverantwortung: Hochschulbildung im „aktivierenden Staat“: Hier wird der Prozess der Ökonomisierung des Studiums detailliert untersucht, insbesondere die Rolle von ECTS-Systemen und Qualitätssicherung als Instrumente des „unternehmerischen Selbst“.

5. Zusammenfassung/Fazit: Das Fazit resümiert, dass der Bologna-Prozess zu einer tiefgreifenden Entfremdung von ursprünglichen Wissenschaftsidealen geführt hat, indem Bildung als Mittel zur Steigerung von Employability fungiert.

Schlüsselwörter

Bologna-Prozess, Hochschulreform, aktivierender Staat, Humankapital, Ökonomisierung, Neuhumanismus, europäische Integration, Employability, ECTS, Bildungsökonomie, Autonomie der Wissenschaft, europäischer Hochschulraum, unternehmerische Universität, Studienstrukturreform, freie Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch den Bologna-Prozess und dessen Auswirkungen auf das europäische Hochschulwesen, wobei ein besonderer Fokus auf der Transformation von der Bildung als öffentlichem Gut zur Bildung als ökonomisch verwertbarem Humankapital liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der historische Wandel der Universität, die Rolle der europäischen Politik bei der Hochschulreform, der Übergang zum aktivierenden Staat und die ökonomische Steuerung durch Instrumente wie ECTS.

Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Bologna-Modell das humboldtsche Ideal durch eine „Aktivierungslogik“ ersetzt, die den Studierenden als unternehmerisches Subjekt und das Studium als Mittel zum ökonomischen Zweck begreift.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine soziologische Analyse, die auf organisationssoziologischen Theorien und der Auswertung bildungspolitischer Dokumente sowie wissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung der Universitätsmodelle, die Entwicklung der europäischen Hochschulkoordination und die Analyse der durch Bologna veränderten Hochschulwirklichkeit unter dem Paradigma des Wettbewerbsstaates.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören Bologna-Prozess, Ökonomisierung, Humankapital, Aktivierung, Employability und wissenschaftliche Autonomie.

Welche Bedeutung kommt dem ECTS-System laut der Arbeit zu?

Das ECTS-System wird als zentrales Steuerungsinstrument identifiziert, das individuelle Lernleistungen in eine standardisierte „Kunstwährung“ umrechnet, um sie auf einem globalen Arbeitsmarkt vergleichbar und damit ökonomisch verwertbar zu machen.

Wie bewertet der Autor das „unternehmerische Selbst“ im Hochschulkontext?

Der Autor kritisiert, dass das Ideal des „unternehmerischen Selbst“ zu einer Entfremdung von genuine wissenschaftlichen Idealen führt, da Studierende gezwungen sind, ihre Zeit und Anstrengung rein effizienzorientiert in das Sammeln von Credits zu investieren.

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Details

Title
Der Bologna-Prozess. Ein aktivierendes Bildungsregime im Zeichen der europäischen Integration
College
University of Bamberg  (Professur für Soziologie, insbes. Europa- und Globalisierungsforschung)
Grade
1,0
Author
B.A. Valentin Müller (Author)
Publication Year
2016
Pages
43
Catalog Number
V415968
ISBN (eBook)
9783668672178
ISBN (Book)
9783668672185
Language
German
Tags
Aktivierender Staat Europäisches Sozialmodell Lissabon-Strategie Europäische Integration Stephan Lessenich Akademischer Kapitalismus Richard Münch Hartmut Rosa Bildungsexpansion Akademisierungswahn Bologna ECTS-Punkte Bachelor Master Modularisierung Studentenschwemme Hochschulpolitik Flexibilisierung Neoliberalismus Europa EU Verschulung BAföG Universität Bildungspolitik Regelstudienzeit Studenten Studierende Unternehmerische Univerität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Valentin Müller (Author), 2016, Der Bologna-Prozess. Ein aktivierendes Bildungsregime im Zeichen der europäischen Integration, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/415968
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