Durch die hygienischen Verhältnisse und die stetig besser werdende medizinische Versorgung haben sich die Lebensbedingungen und die gesundheitliche Lage der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten verbessert.
Trotz alldem leiden heutzutage noch viele Menschen, vor allem aber Kinder an der sozialen Ungleichheit in der Gesellschaft und den schwierigen Lebensbedingungen, denen sie ausgesetzt sind, wenn die Lebensumstände der Eltern die Kinder gesundheitlich belasten. Was für eine hohe Auswirkung und Einfluss die soziale Ungleichheit auf das Leben der Menschen und ihrer Kinder hat, zeigt sich in Dahrendorfs Aussage, der die Ungleichheitsfrage, als „historisch die erste Frage der soziologischen Wissenschaft“ bezeichnet und somit als wichtig geltend macht. Zu der sozialen Ungleichheit gehören viele Aspekte, die ich im Folgenden ansprechen werde. Der Frage, wie sich die Lebensumstände der Familie auf ihre Kinder auswirkt und wie die Kinder aus sozialschwachen Familien mit der häuslichen Situation, sei es Armut, Migration, oder psychisch erkrankte Eltern umgehen und ob sie damit zurechtkommen und letzten Endes nicht auch an den Belastungen erkranken, werde ich auf den Grund gehen.
In meiner Hausarbeit gehe ich zu allererst auf die Bedingungsfaktoren für Gesundheit und Krankheit ein. Einleitend zu meinem Thema stelle ich dort die verschiedenen Faktoren vor, die die Gesundheit beeinflussen und die für ein gesundes Leben von Bedeutung sind. Im zweiten Abschnitt werde ich auf den sozioökonomischen Status eingehen, der die Gesellschaft in die Unter-, Mittel und Oberschicht einteilt und einen wesentlichen Beitrag zu der Gesundheit der Menschen und ihren Kinder gibt. Zu dem sozioökonomischen Status gehören die Schul- und Berufsbildung, die finanziellen Ressourcen, der Berufsstatus und die berufliche Position eines Menschen, welche die Gesellschaft in zwei Hälften teilt.
„Da wir Ungleichheiten des gesellschaftlichen Ranges zumal in der modernen Gesellschaft gewöhnlich mit der beruflichen Position von Menschen verbinden, liegt es nahe, in der Differenzierung von Berufen den Grund der Rangunterschiede zu vermuten.“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bedingungsfaktoren für Gesundheit und Krankheit
3. Auswirkungen der Lebensbedingungen der Eltern auf die psychische Gesundheit ihrer Kinder
3.1. Sozioökonomischer Status
3.1.1. finanzielle Ressourcen
3.1.2. Bildung und Beruf
3.1.3. Migration
4. Ausblick auf das Erwachsenenalter der Kinder mit psychosozialen Belastungen
4.1. Kinder mit gut ausgebildeter Resilienz
4.2. Kinder mit schlecht ausgebildeter Resilienz
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss sozialer Ungleichheit und verschiedener Lebensbedingungen von Eltern auf die physische und psychische Gesundheit ihrer Kinder. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen mit diesen Belastungen umgehen und welche Rolle die Resilienz bei der Bewältigung dieser Herausforderungen spielt.
- Soziale Ungleichheit und deren Auswirkungen auf die Gesundheit
- Einfluss des sozioökonomischen Status auf die Kindesentwicklung
- Bedeutung von Migration für das psychische Wohlbefinden
- Mechanismen der Resilienz bei belasteten Kindern
- Langfristige gesundheitliche Folgen im Erwachsenenalter
Auszug aus dem Buch
3.1. Sozioökonomischer Status
Der sozioökonomische Status ist laut Hurrelmann und Richter der „wichtigste sozial strukturierende Faktor für die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten“ (Richter und Hurrelmann 2009, WHO Commission 2008, zit. n. Hurrelmann und Richter 2013, S. 28). Zu dem sozioökonomischen Status zählt man die Schul- und Berufsbildung, die finanziellen Ressourcen und den Berufsstatus. Diese werden auch „meritokratische Triade“ (Hurrelmann und Richter 2013, S. 28) bezeichnet.
Diese drei Merkmale sind Statuswerte, die einen Menschen in der Gesellschaft in eine soziale Schicht einordnet. Dazu gehören die Unterschicht, die untere und obere Mittelschicht und die Oberschicht. Menschen mit niedrigem sozialökonomischen Werten gehören der Unterschicht an, und Menschen mit hohen Statuswerten, also einer guten Schul- und Berufsausbildung und einem gut bezahltem Job, gehören der Oberschicht an. Solch eine Schichtenbildung zeigt die Hierarchie in einer Gesellschaft an und ist ein sehr aussagekräftiges Schema (vgl. Hurrelmann und Richter 2013, S. 28). Hieraus ergibt sich eine erhebliche Ungleichheit im Gesundheitsverhalten. Vor allem die „vulnerablen Gruppen“, wie zum Beispiel Familien mit kleinen Kindern, Jugendliche mit einem schlechten oder keinem Schulabschluss, schlechter beruflicher Ausbildung, Arbeitslose, Migranten und Einkommensarme, sind stark davon betroffen. „Vulnerable Gruppen“ sind Menschen, die den „Strukturänderungen sozial ’verletzt’ werden“. Sie werden als die „Verlierer im gesellschaftlichen Modernisierungsprozess“ bezeichnet (Hurrelmann und Richter 2013, S. 29).
Kinder, die in den „vulnerablen Gruppen“ hineingeboren werden und dort aufwachsen, haben es meist im Leben auch schwerer und werden kaum aus dieser Schicht austreten können. Das Gesundheitsverhalten der Eltern und der Familie überträgt sich oftmals auf die Kinder. Schon im Kleinkindalter übernehmen Kinder die Verhaltensweisen der Eltern, wie die Hygiene, die Bewegung, die Ernährung, den Tagesrhythmus und das persönliche Handeln (vgl. Hurrelmann und Richter 2013, S. 30f.). Unbewusst leben sie so, wie die Eltern es tun. Für Kinder ist das der Alltag, es ist normal und richtig für sie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit und legt das Interesse der Autorin an der Untersuchung von Lebensbedingungen auf die kindliche Entwicklung dar.
2. Bedingungsfaktoren für Gesundheit und Krankheit: Dieses Kapitel differenziert zwischen personalen, verhaltensbezogenen und verhältnisbezogenen Faktoren, die den Gesundheitsstatus eines Individuums maßgeblich beeinflussen.
3. Auswirkungen der Lebensbedingungen der Eltern auf die psychische Gesundheit ihrer Kinder: Hier wird analysiert, wie sozioökonomische Faktoren sowie Migration die Lebensumwelt von Kindern prägen und welche negativen Konsequenzen dies für ihre Entwicklung haben kann.
3.1. Sozioökonomischer Status: Es wird die Bedeutung von Bildung, Beruf und finanziellen Ressourcen als zentrale Indikatoren für soziale Schichtung und deren direkten Einfluss auf das Gesundheitsverhalten der Familie erörtert.
3.1.1. finanzielle Ressourcen: Dieser Abschnitt thematisiert, wie Armut und das Fehlen finanzieller Mittel den Lebensstandard und die psychische Gesundheit sowie die soziale Teilhabe einschränken.
3.1.2. Bildung und Beruf: Dieses Kapitel verdeutlicht den Zusammenhang zwischen dem Bildungsgrad der Eltern, der späteren Lebensplanung der Kinder und den daraus resultierenden gesundheitlichen Risiken.
3.1.3. Migration: Es wird diskutiert, welche Belastungen durch Sprachbarrieren, soziale Ausgrenzung und den Verlust des gewohnten Umfelds auf Migrantenkinder einwirken und wie diese ihre Gesundheit beeinträchtigen.
4. Ausblick auf das Erwachsenenalter der Kinder mit psychosozialen Belastungen: Das Kapitel untersucht die Langzeitfolgen belasteter Kindheiten und führt in die Resilienzforschung ein.
4.1. Kinder mit gut ausgebildeter Resilienz: Dieser Teil beschreibt, wie Kinder trotz widriger Umstände durch schützende Faktoren positive Bewältigungsstrategien entwickeln können.
4.2. Kinder mit schlecht ausgebildeter Resilienz: Hier werden die negativen Folgen mangelnder Widerstandsfähigkeit, wie psychische Störungen oder dysfunktionales Verhalten, aufgezeigt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit fachlicher Unterstützung für Kinder in belasteten Lebensverhältnissen.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Gesundheit, Krankheit, Resilienz, sozioökonomischer Status, Armut, Migration, Bildungsbenachteiligung, Kindesentwicklung, psychosoziale Belastung, Gesundheitsverhalten, vulnerable Gruppen, meritokratische Triade, psychische Gesundheit, Lebensbedingungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie soziale Ungleichheit und die Lebensbedingungen der Eltern die physische und psychische Gesundheit von Kindern beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind der sozioökonomische Status, die Auswirkungen von Armut und Bildung, der Einfluss von Migration sowie die Bedeutung der Resilienzforschung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen mit Belastungen umgehen und warum bestimmte Kinder trotz widriger Umstände eine gesunde Entwicklung nehmen.
Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Fachliteratur und Studien (z. B. KiGGS-Studie, Kauai-Studie), um die gesundheitssoziologischen Zusammenhänge zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert untersucht?
Im Hauptteil werden spezifische Bedingungsfaktoren wie das Einkommen, das Bildungsniveau der Eltern und Migrationserfahrungen im Hinblick auf deren Auswirkung auf das Kindeswohl analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit besonders?
Besonders prägend sind die Begriffe Resilienz, soziale Schichtung, Gesundheitschancen und vulnerable Gruppen.
Wie unterscheidet sich die Entwicklung von Kindern mit hoher gegenüber niedriger Resilienz?
Kinder mit hoher Resilienz entwickeln trotz Risikofaktoren eine stabile Persönlichkeit und Bewältigungsstrategien, während Kinder mit geringer Resilienz eher zu Störungen der Persönlichkeitsentwicklung und psychosomatischen Erkrankungen neigen.
Welche Rolle spielt der sozioökonomische Status für das Gesundheitsverhalten der Kinder?
Er fungiert als strukturierender Faktor, da er den Zugang zu Bildung, finanziellen Mitteln und gesundheitsrelevanten Lebensweisen bestimmt, die Kinder oft unbewusst von ihren Eltern übernehmen.
Welche Rolle spielt die Migration für das psychische Wohlbefinden von Kindern?
Migration geht oft mit Stress durch Sprachbarrieren, soziale Isolation und das Fehlen eines vertrauten sozialen Netzwerks einher, was die Kinder psychisch zusätzlich belasten kann.
- Quote paper
- Chiara Lambertino (Author), 2015, Auswirkungen der Lebensbedingungen auf die psychische Gesundheit von Kindern (mit Ausblick auf das Erwachsenenalter), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/415652