Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Kommunikationsmedien und gesellschaftlicher Evolution nach Niklas Luhmann. Zuerst werden System- und Kommunikationstheorie erläutert. Dabei wird vor allem auf die Unwahrscheinlichkeiten der Kommunikation und die Umwandlung in wahrscheinliche Kommunikation durch Kommunikationsmedien eingegangen. Dies wird in Zusammenhang mit der Evolutionstheorie gebracht, welche ebenfalls erläutert wird. Anschließend wird beleuchtet inwiefern die Kommunikationsmedien die gesellschaftliche Evolution beeinflussen, das Augenmerk liegt dabei auf symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien im Zusammenhang mit der funktionalen Differenzierung der Gesellschaft. Schlussendlich wird eine Zusammenfassung dargelegt, gefolgt von möglichen Zukunftsaussichten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Systemtheorie
3. Die Kommunikation als System – Die Kommunikationstheorie
3.1. Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation
3.2. Die Umwandlung unwahrscheinlicher in wahrscheinlicher Kommunikation
3.3. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien
4. Die Evolutionstheorie als Systemtheorie
5. Strukturänderung und Differenzierung der Gesellschaft durch Medien der Kommunikation
5.1. Die funktional differenzierte Gesellschaft und symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien im Zusammenhang
6. Schluss
6.1. Zusammenfassung
6.2. Zukunftsaussichten
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Kommunikationsmedien und gesellschaftlicher Evolution auf Basis der Systemtheorie von Niklas Luhmann, um zu klären, wie Kommunikationsmedien die Entstehung und Stabilisierung moderner Gesellschaftsstrukturen ermöglichen.
- Grundlagen der Luhmannschen Systemtheorie und autopoietischer Systeme
- Die drei Hindernisse der Kommunikation (Verstehen, Erreichen, Erfolg)
- Die Transformation unwahrscheinlicher in wahrscheinliche Kommunikation
- Die Rolle symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien (z.B. Geld, Macht)
- Strukturänderung und funktionale Differenzierung moderner Gesellschaften
Auszug aus dem Buch
3.3. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien
In diesem Abschnitt soll auf die in 2. gestellte Frage eingegangen werden, die sich mit Selektion beschäftigt. Wieso wird selegiert, was selegiert wird? Wieso kann sich eine Person darauf verlassen, dass unter bestimmten Bedingungen aus einer Vielzahl von Möglichkeiten die erwartete Möglichkeit ausgewählt wird? Wieso hat die Kommunikation Erfolg? Antworten auf diese Frage bieten die symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien. Luhmann verallgemeinert die Kommunikationsmedien, um sie auf die Probleme der Kommunikation zu beziehen (Dallmann, 1994). Sie gelten als Verstärkung der Selektionsmittel (Luhmann, 1997). Dallmann (1994) führt an, dass Luhmann Macht, Geld, Liebe, Moral, Kunst, Wahrheit und Glaube als symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien definiert habe. Mithilfe dieser Medien soll bewerkstelligt werden, dass Kommunikation erfolgreich verläuft. Beispielhaft kann dies anhand des Mediums Geld verdeutlicht werden. Es steht symbolisch für eine gewisse Summe und kann generell für alle käufliche Ware (vorausgesetzt es ist die passende Währung) eingetauscht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie moderne Gesellschaften entstehen und welche Rolle Kommunikationsmedien in Luhmanns Theorie der gesellschaftlichen Evolution spielen.
2. Die Systemtheorie: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen autopoietischer, selbstreferenzieller sozialer Systeme und deren Ausdifferenzierung von der Umwelt.
3. Die Kommunikation als System – Die Kommunikationstheorie: Es wird definiert, wie Kommunikation als autopoietisches System funktioniert und welche drei zentralen Hürden für ihr Gelingen existieren.
3.1. Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation: Hier werden die spezifischen Probleme des Verstehens und Erreichens von Empfängern detailliert als Hindernisse für gelingende Kommunikation dargelegt.
3.2. Die Umwandlung unwahrscheinlicher in wahrscheinlicher Kommunikation: Das Kapitel analysiert, wie Medien wie Sprache und Schrift dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Kommunikation zu erhöhen.
3.3. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien: Hier werden Medien wie Geld oder Macht als Mechanismen beschrieben, die Selektionsentscheidungen in komplexen sozialen Situationen vereinfachen.
4. Die Evolutionstheorie als Systemtheorie: Das Kapitel verknüpft die Systemtheorie mit evolutionären Mechanismen wie Variation, Selektion und ReStabilisierung.
5. Strukturänderung und Differenzierung der Gesellschaft durch Medien der Kommunikation: Es wird erläutert, wie Medien der Kommunikation die strukturelle Differenzierung der Gesellschaft vorantreiben.
5.1. Die funktional differenzierte Gesellschaft und symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien im Zusammenhang: Hier wird der Zusammenhang zwischen binären Codes und der Ausdifferenzierung autonomer Funktionssysteme der Gesellschaft vertieft.
6. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Erkenntnisse über das Zusammenwirken von Evolution und Kommunikation zusammen.
6.1. Zusammenfassung: Dieses Unterkapitel bietet eine prägnante Wiederholung der zentralen theoretischen Argumente der Arbeit.
6.2. Zukunftsaussichten: Abschließend wird ein Ausblick auf die Rolle neuer Technologien und sozialer Medien für zukünftige gesellschaftliche Strukturänderungen gegeben.
Schlüsselwörter
Systemtheorie, Niklas Luhmann, gesellschaftliche Evolution, Kommunikation, Kommunikationsmedien, funktionale Differenzierung, Autopoiesis, Selektion, Komplexität, soziale Systeme, symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien, Strukturänderung, Kontingenz, Wahrheit, Macht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Verbindung zwischen der Entstehung moderner Gesellschaftsstrukturen und der Rolle von Kommunikation gemäß der Systemtheorie von Niklas Luhmann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Systemtheorie, die Theorie autopoietischer Kommunikationssysteme, die Mechanismen gesellschaftlicher Evolution sowie die Bedeutung funktionaler Differenzierung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Inwiefern stehen die Medien der Kommunikation und die gesellschaftliche Evolution im Zusammenhang?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Literaturanalyse und Anwendung der systemtheoretischen Konzepte Niklas Luhmanns basiert.
Was ist der Inhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der System- und Kommunikationstheorie, definiert die Bedingungen für erfolgreiche Kommunikation und analysiert, wie Kommunikationsmedien gesellschaftliche Evolution und Differenzierung steuern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Systemtheorie, Evolution, funktionale Differenzierung, symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien und Komplexität charakterisieren.
Wie unterscheidet sich Luhmanns Evolutionstheorie von klassischen Theorien?
Im Gegensatz zu biologischen oder auf Fortschritt ausgerichteten Theorien begreift Luhmann Evolution als zirkulären, strukturellen Prozess, der darauf abzielt, die Komplexität und Wahrscheinlichkeit von Systemanschlüssen zu erhöhen.
Welche Funktion haben symbolisch generalisierte Medien in der Gesellschaft?
Sie dienen als selektive Verstärker, die in komplexen sozialen Situationen Kommunikation erfolgreich machen, indem sie Handlungsoptionen durch binäre Codes (z.B. haben/nicht-haben beim Geld) strukturieren.
Warum ist Kommunikation bei Luhmann „unwahrscheinlich“?
Da Kommunikation an autopoietisch geschlossene psychische Systeme anschließen muss, sind Probleme wie das Verstehen und das Erreichen von Empfängern systemische Barrieren, die erst durch spezielle Medien überwunden werden müssen.
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- Malina Mekhail (Author), 2017, Inwiefern stehen die Medien der Kommunikation und die gesellschaftliche Evolution im Zusammenhang?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/413227