Ein interessanter Aspekt der gesprochenen Sprache ist die Verwendung von Diskursmarkern, um das Gespräch zu strukturieren und zu lenken. In der vorliegenden Hausarbeit geht es um die spanischen Diskursmarkern hombre und mujer, die der kolloquialen, gesprochenen Sprache zuzuordnen sind.
Wer bereits schon einmal in Spanien war, stellt schnell fest, dass hombre und mujer in dem spanischen Wortschatz stark verankert sind. So konnte ich selbst in meinem Auslandsaufenthalt diese zwei Partikel als etwas typisch Spanisches erfassen. Dabei ist mir aufgefallen, dass hombre mehr benutzt wurde als mujer. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass es von der jüngeren Generation häufiger gebraucht wurde, was aber auch damit zu tun haben könnte, dass ich mit der jüngeren Generation im engeren Kontakt stand als mit der älteren. Diese und weitere Hypothesen gilt es zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Definition
1.1 nach Diccionario Real Academia Española (232014: s.v.)
1.2 nach Diccionario de conectores y operadores del español (2009a: s.v.)
1.3 nach Diccionario de partículas discursivas del español (s.a.: s.v.)
2. Klassifizierung
3. Charakteristika
3.1 Einordnung der Textsorte
3.2 Grammatikalische Bestimmungen
3.3 Benutzung der Partikel: einleitend vs. reagierend
4. Funktionen nach Llamas Saíz und Martínez Pasamar (2007: 755-761)
4.1 soziolinguistische Funktionen
4.2 pragmatische Funktionen
5. Zu ergänzende Funktionen
5.1. forma autoprotectora/Verlegenheit
5.2 Ungeduld
6. Korpusanalyse
6.1 Quantitative Analyse
6.2 Qualitative Analyse
7. Fazit
8. Bibliografie
9. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verwendung der spanischen Diskursmarker hombre und mujer in der kolloquialen, gesprochenen Sprache, um deren Funktionen und soziolinguistische Unterschiede basierend auf Alter, Geschlecht und sozialem Hintergrund zu analysieren.
- Analyse der Definitionen und Kategorisierungen von Diskursmarkern
- Untersuchung pragmatischer und soziolinguistischer Funktionen
- Quantitative und qualitative Korpusanalyse
- Einfluss soziodemographischer Faktoren auf den Sprachgebrauch
- Vergleich der Häufigkeit und Verwendung von hombre und mujer
Auszug aus dem Buch
3. Charakteristika
3.1 Einordnung der Textsorte
Hombre und mujer finden am häufigsten in kolloquialen Gesprächen Anwendung. Sie werden also meist oral und dialogisch verwendet. Diese Konversation soll Nähe zum Sprecher ausdrücken. Auf der Abbildung Koch/ Oesterreichers (2011: 13) kann man dies sehr deutlich erkennen.
Wenn man die Textsorten des Korpus einordnen möchte, befindet man sich auf der Abbildung 5 des Nähe/Distanz-Kontinuums in dem phonischen unteren Dreieck, zwischen römisch I und II.
3.2 Grammatikalische Bestimmungen
Hombre und mujer werden als etwas typisch Spanisches angesehen (vgl. Llamas Saíz/Martínez Pasamar 2007: 751) und werden fundamental in kolloquialen Gesprächen benutzt, in denen sie normalerweise eine Reaktion des Sprechers ausdrücken. Außerdem weisen sie eine hohe Beliebigkeit der Position im Satz auf (vgl. ebd. 2007: 754).
Als eine weitere Besonderheit gilt, dass hombre nur im Singular stehen darf (vgl. ebd. 2007: 754):
¡Hombre, cuánto tiempo sin veros! #¡Hombres, cuánto tiempo sin veros!
Außerdem bezieht sich hombre nicht nur auf maskuline Gesprächspartner, sondern kann ebenso für feminine Gesprächspartner gebraucht werden. Zudem können auch Tiere mit hombre angesprochen werden (vgl. Beinhauer 1930: 8). Mujer ist im Gegensatz dazu pragmatisch beschränkt und kann sich nur auf feminine Gesprächspartner beziehen (vgl. Llamas Saíz/Martínez Pasamar 2007: 755).
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz der Diskursmarker hombre und mujer in der spanischen Umgangssprache vor und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Verwendung und Differenzierung der Partikel.
1. Definition: In diesem Kapitel werden verschiedene Definitionen aus Standardwörterbüchern und Fachliteratur gegenübergestellt, um die Kategorisierung und Funktionen der Marker zu beleuchten.
2. Klassifizierung: Dieser Abschnitt vergleicht verschiedene theoretische Einordnungen der Partikel als Interjektionen oder Diskursmarker und begründet die Wahl des Modells von Portolés.
3. Charakteristika: Hier werden die Textsorteneinordnung und grammatikalische Besonderheiten, wie die Singular-Beschränkung von hombre und die pragmatische Einschränkung von mujer, diskutiert.
4. Funktionen nach Llamas Saíz und Martínez Pasamar (2007: 755-761): Das Kapitel strukturiert die Marker in soziolinguistische und pragmatische Funktionen ein, darunter Höflichkeit, Überraschung und Unstimmigkeit.
5. Zu ergänzende Funktionen: Es werden weitere Funktionen wie Selbstverteidigung, Verlegenheit und Ungeduld ergänzt, die für eine vollständige Analyse notwendig sind.
6. Korpusanalyse: Anhand von acht Korpora werden die theoretischen Erkenntnisse quantitativ und qualitativ überprüft und auf demografische Faktoren hin untersucht.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach hombre wesentlich häufiger gebraucht wird und der Gebrauch stark von Alter, Geschlecht und Bildung abhängt.
8. Bibliografie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
9. Anhang: Detaillierte grafische Darstellung der Korpusdaten und statistischen Auswertungen.
Schlüsselwörter
Diskursmarker, spanische Umgangssprache, hombre, mujer, Pragmatik, Soziolinguistik, Korpusanalyse, Gesprächsanalyse, Interjektion, Konversationsanalyse, Höflichkeit, Sprachgebrauch, Gesprächsstruktur, spanische Sprache, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Funktion und dem Gebrauch der spanischen Diskursmarker hombre und mujer in der gesprochenen Umgangssprache.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Marker, deren Klassifizierung, der Analyse ihrer pragmatischen und soziolinguistischen Funktionen sowie der empirischen Untersuchung anhand von Korpora.
Was ist das Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die spezifischen Einsatzbereiche der beiden Marker zu identifizieren und zu klären, wie Faktoren wie Alter, Geschlecht und Bildungsstand den Gebrauch beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es wird ein theoretischer Überblick erstellt, gefolgt von einer quantitativen und qualitativen Korpusanalyse von acht ausgewählten Gesprächen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Definitionen, Charakteristika), eine detaillierte Funktionsanalyse nach Fachliteratur sowie die praktische Auswertung der Korpora.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Diskursmarker, Pragmatik, Soziolinguistik und Korpusanalyse.
Gibt es einen bedeutenden Unterschied in der Verwendung von hombre und mujer?
Ja, hombre wird deutlich häufiger verwendet und ist pragmatisch flexibler, während mujer fast ausschließlich auf feminine Gesprächspartner beschränkt ist und seltener vorkommt.
Welchen Einfluss hat die soziale Schicht auf den Gebrauch der Marker?
Die Analyse zeigt, dass Personen mit höherem Bildungsstand die Marker häufiger in ihren Gesprächen einsetzen.
Wurde auch die Rolle von Intonation und Gestik berücksichtigt?
Die Arbeit weist darauf hin, dass Intonation und Gestik bei der korrekten Deutung der Marker eine entscheidende Rolle spielen, auch wenn diese im Rahmen der Arbeit nicht gesondert empirisch vermessen wurden.
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- Anonym (Author), 2015, Die Diskursmarker "hombre/mujer" in der spanischen Umgangssprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/412566