Der Begriff Cloud Computing ist derzeit in der Informationstechnik allgegenwärtig und gleichzeitig auch nicht mehr wegzudenken. Hinter dem Begriff stecken zahlreiche Interpretationen, jedoch keine standardisierte oder gar einheitliche Definition. Grundsätzlich verkörpert Cloud Computing die Bereitstellung und Nutzung von IT-Infrastruktur, was auch derzeit von immer mehr Unternehmen genutzt wird.
Diese Trendwende in der IT Branche haben sich bisher zahlreiche Firmen wie beispielsweise Amazon, Google oder Microsoft zu Nutze gemacht und stellen dabei Ihre Cloud-Dienste, für verschiedenste Anwendungen an Einzelpersonen oder Unternehmen zur Verfügung. Der Wandel wird immer mehr sichtbar, denn Cloud-Dienste stehen für Mobilität. Mit diesem aktuellen Thema setzt sich diese Arbeit intensiv auseinander und klärt hier zunächst den Begriff „Cloud Computing“, um im Anschluss auf die damit verbundenen Organisationsformen und Konzepte der verschiedenen Anbieter eingehen zu können. Anhand von Beispielen macht diese Ausarbeitung einerseits deutlich, welche Vorteile und Vereinfachungen das Cloud Computing mit sich bringt, andererseits werden auch die Gefahren und Auswirkungen dieser Technik kritisch betrachtet. In den nächsten Jahren soll Cloud Computing mit immer weiter steigenden Umsatzerträgen verbunden sein, was auch der allgemeine Trend, etwas zu leasen anstatt zu kaufen bestätigt. Dadurch müssen die Unternehmen nicht mehr in die notwendigen Ressourcen investieren, sondern können diese über Dienstleister mieten. Doch neben all den positiven Aspekten eröffnen sich dem Benutzer auch einige wesentliche Fragen. Wie sicher sind unsere Daten? Werden wir über das Internet ausspioniert? Was kostet Cloud Computing wirklich?
Die Klärung dieser oben genannten Fragen zum Thema Datensicherheit, soll ebenso ein Gegenstand dieser Untersuchung sein. Dabei wird sich die Arbeit in Punkto Datenschutz schwerpunktmäßig mit den Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes und dessen Schwierigkeiten im Ausland auseinander setzen und die entstehenden Probleme aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Cloud Computing
2.1. Begriffserklärung
2.2. Organisationsformen Cloud Computing
a) Public Cloud
b) Private Cloud
c) Hybrid Cloud
2.3. Verschiedene technische Konzepte - Cloud Computing
a) Infrastructure as a Service (IaaS)
b) Platform as a Service (PaaS)
c) Software as a Service (SaaS)
3. Datenschutz und Cloud Computing (BDSG, Probleme im Ausland)
3.1. Risiken mit Datensicherheit beim Cloud Computing
3.2. Anforderung an den Datenschutz (BDSG)
a) Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung (ADV)
b) Datenübermittlung außerhalb der EU/ EWR, speziell in die USA
4. Nutzen und Chancen von Cloud Computing
5. Probleme und Nachteile von Cloud Computing
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die grundlegenden Konzepte des Cloud Computings sowie die damit verbundenen Herausforderungen hinsichtlich des Datenschutzes. Das Ziel besteht darin, die Vorteile und technologischen Möglichkeiten aufzuzeigen und diese kritisch gegenüber den rechtlichen Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) sowie den Risiken bei internationalem Datentransfer abzuwägen.
- Grundbegriffe und Definitionen des Cloud Computings
- Organisationsformen (Public, Private, Hybrid) und Servicemodelle (IaaS, PaaS, SaaS)
- Rechtliche Anforderungen an den Datenschutz nach dem BDSG
- Risiken der Datensicherheit und Herausforderungen bei der Datenübermittlung in Drittländer
- Nutzen, Chancen und Nachteile der Cloud-Nutzung in Unternehmen
Auszug aus dem Buch
2.1. Begriffserklärung
Wie in der Einführung bereits erwähnt, gibt es keine konkrete Definition von Cloud Computing. Der Begriff „Cloud“ soll dabei andeuten, dass die Dienste von einem anderen Anbieter im Internet erbracht werden. Direkt übersetzt bedeutet es „Datenverarbeitung in einer Wolke“, was jedoch nur bedingt Erkenntnisse liefert. Deshalb wird durch die Funktionsweise der Begriff näher erläutert. Bislang speichert der Großteil der Computer-Nutzer seine Daten lokal auf internen oder externen Festplatten sowie auf Servern, die sich in den eigenen Wohn- bzw. Geschäftsräumen befinden. Ausnahmen hiervon sind schon heutzutage E-Mail-Accounts und Websites. Durch das Cloud Computing werden Dokumente, Fotos, Videos, etc. – anders als bisher – nicht mehr auf dem heimischen Rechner abgelegt, sondern auf einer Vielzahl von Servern, die über das Internet verteilt sind.
„Der Begriff „Cloud Computing“ wurde zum ersten Mal 1997 benutzt. Er bezieht sich insbesondere auf die Idee, Rechenarbeit nicht an einem bestimmten, bekannten Ort durchzuführen, sondern aus der Ferne zu steuern.“
Die grundlegenden Konzepte und generellen Ziele dieses Dienstes sind derzeit unbestritten, denn Cloud Computing nutzt Virtualisierung und das moderne Web, um IT-Ressourcen verschiedenster Art (also Applikationen, Plattform-, Infrastrukturleistungen, usw.) als elektronisch verfügbare Dienste dynamisch bereitzustellen. „Die Dienste sollen dabei von mehreren Konsumenten verlässlich und skalierbar nutzbar sein, d. h. sowohl auf Abruf als auch nach Bedarf verfügbar sein.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von Cloud Computing in der modernen Informationstechnik und stellt die Relevanz der Arbeit sowie die zu untersuchenden Datenschutzfragen vor.
2. Cloud Computing: Dieses Kapitel erläutert den Begriff, die verschiedenen Organisationsformen wie Public, Private und Hybrid Cloud sowie die technischen Servicemodelle IaaS, PaaS und SaaS.
3. Datenschutz und Cloud Computing (BDSG, Probleme im Ausland): Es werden die Sicherheitsrisiken beleuchtet und die rechtlichen Anforderungen an den Datenschutz, insbesondere das BDSG, die Auftragsdatenverarbeitung und die Datenübermittlung in Drittländer wie die USA, analysiert.
4. Nutzen und Chancen von Cloud Computing: Hier werden die Vorteile der Cloud-Nutzung für Unternehmen dargelegt, insbesondere hinsichtlich Flexibilität, Kostenersparnis und Unterstützung bei Prozessen wie Backups oder Industrie 4.0.
5. Probleme und Nachteile von Cloud Computing: Das Kapitel behandelt kritische Aspekte wie Sicherheitsrisiken durch Hackerangriffe, die Abhängigkeit vom Dienstleister und den Verlust von lokaler IT-Kompetenz.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Der Autor resümiert, dass Cloud Computing trotz bestehender Sicherheitsbedenken ein großes Potenzial für Unternehmen bietet, sofern rechtliche Rahmenbedingungen wie Verträge und Serverstandorte sorgfältig geprüft werden.
Schlüsselwörter
Cloud Computing, Datenschutz, BDSG, Auftragsdatenverarbeitung, Public Cloud, Private Cloud, Hybrid Cloud, Datensicherheit, IaaS, PaaS, SaaS, Privacy Shield, IT-Infrastruktur, Datentransfer, Cloud-Dienstleister.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen des Cloud Computings und untersucht kritisch die datenschutzrechtlichen Herausforderungen sowie die betriebswirtschaftlichen Chancen und Risiken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?
Die Arbeit gliedert sich in technologische Konzepte (Cloud-Modelle), rechtliche Rahmenbedingungen des Datenschutzes nach dem BDSG und eine betriebswirtschaftliche Abwägung von Nutzen und Nachteilen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für Cloud-Lösungen zu schaffen und aufzuzeigen, wie Unternehmen Cloud-Services unter Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben sicher nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende Konzepte, rechtliche Vorgaben und aktuelle Trends aus Fachliteratur und Berichten zusammenführt und analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Definition und Einteilung von Clouds, die Anforderungen an den Datenschutz bei der Nutzung externer Server sowie die Chancen und Nachteile für die Unternehmens-IT.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Cloud Computing, Datenschutz, BDSG, Auftragsdatenverarbeitung (ADV), Cloud-Servicemodelle und transatlantischen Datentransfer.
Welche Bedeutung hat das „Privacy Shield“ in der Arbeit?
Das „Privacy Shield“ wird als rechtlicher Rahmen für den Datenaustausch zwischen der EU und den USA diskutiert, wobei auch dessen Kritikpunkte und die Nachfolgeproblematik nach Safe Harbor thematisiert werden.
Warum ist die Wahl des Serverstandorts laut dem Autor so wichtig?
Der Autor betont, dass der Serverstandort entscheidend für die Anwendbarkeit der Datenschutzrichtlinien (EU/EWR vs. Ausland) ist, was wiederum die rechtliche Absicherung des Anwenders direkt beeinflusst.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Bär (Autor:in), 2017, Cloud Computing und Datenschutz, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/411943