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Anforderungen und Auswirkungen von Basel II auf die Finanzierung von mittelständischen Unternehmen

Titel: Anforderungen und Auswirkungen von Basel II auf die Finanzierung von mittelständischen Unternehmen

Diplomarbeit , 2005 , 102 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Ronny Böhme (Autor:in)

BWL - Allgemeines

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Zusammenfassung Leseprobe Details


Dynamisierung der Märkte, eine zunehmende Globalisierung und die rasant fortschreitende Entwicklung neuer Technologien. Sowohl Kreditwirtschaft, als auch Unternehmen stehen vor neuen Herausforderungen. Nur für jene Unternehmen, die in der Lage sein werden, auf die gestiegenen Anforderungen der Märkte schnell und angemessen zu reagieren, bietet der neue Wettbewerb auch eine Vielzahl lukrativer Chancen. Wie sehr diese aber auch im Zusammenhang mit folgenreichen Risiken stehen können, belegten unlängst Wirtschafts- und Finanzkrisen in Asien oder Lateinamerika. Die Kreditwirtschaft und der Bankensektor tragen durch ihre enge Verflechtung mit der übrigen Volkswirtschaft hierbei eine besondere Verantwortung. Mittels ihrer Finanzpolitik sind die Banken in der Lage, den Geldumlauf und die Güternachfrage zu beeinflussen und nachhaltig zu steuern. Der Solvenz eines Kreditinstitutes kommt somit eine nicht unerhebliche Bedeutung zu, eine ausreichende, d.h. risikoadäquate Eigenkapitalausstattung ist essentieller Bestandteil eines stabilen Finanz- und Wirtschaftssystems.

Die derzeit in Unternehmen, Verbänden und Medien äußerst kontrovers diskutierte neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung soll den jüngsten Entwicklungen Rechnung tragen und einen wesentlichen Beitrag zu einer stabilen Zukunftsfähigkeit des internationalen Finanzsystems leisten.

Der erste Baseler Eigenkapitalakkord, bereits 1988 verabschiedet, empfiehlt den Banken, bei der Vergabe eines Kredites einen bestimmten Prozentsatz seiner risikogewichteten Aktiva mit Eigenkapital zu unterlegen. Dem Wandel der Finanzmärkte kann Basel I heute mit dieser pauschalen Eigenkapitalunterlegung allerdings nicht mehr genügen.

Im Mittelpunkt des neuen Baseler Akkordes steht eine umfassendere, differenzierte und risikoorientierte Beurteilung eines Kreditgeschäftes, die letztlich die Basis für das ökonomisch notwendige, d.h. den tatsächlichen Risiken entsprechende Eigenkapital bilden soll. Ziel dieser Neuerung ist es, einen entscheidenden Beitrag zur Solidität des Finanzsystems zu leisten, ohne das derzeitige Eigenkapitalniveau zu belasten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

1.2 Vorgehensweise

2. Die Baseler Eigenkapitalvereinbarungen

2.1 Ursprung von Basel I und Basel II

2.1.1 Der Baseler Ausschuss

2.1.2 Die Eigenkapitalvereinbarung – Basel I – von 1988

2.1.3 Motive für die Novellierung der Vereinbarung

2.2 Die neue Eigenkapitalvereinbarung – Basel II

2.2.1 Die erste Säule – Mindesteigenkapitalanforderungen

2.2.1.1 Standardansatz

2.2.1.2 Internes Rating (IRB-Ansatz)

2.2.2 Die zweite Säule – Aufsichtsrechtliche Überprüfung

2.2.3 Die dritte Säule – Marktdisziplin

2.3 Einschränkungen von Basel II

2.4 Zeitrahmen von Basel II

2.5 Situation der mittelständischen Unternehmen in Deutschland

2.5.1 Marktbedeutung des Mittelstandes

2.5.2 Mittelstandsdefinition und Abgrenzung

2.5.2.1 Quantitative Merkmale zur Abgrenzung

2.5.2.2 Qualitative Merkmale zur Abgrenzung

2.5.3 Aktuelle finanzwirtschaftliche Situation des Mittelstandes

2.5.3.1 Eigenkapitalsituation

2.5.3.2 Außenfinanzierung

2.5.3.3 Zukünftige Tendenzen in der Finanzierungskultur

3. Auswirkungen von Basel II auf den Mittelstand

3.1 Neuerungen im Kreditvergabeprozess

3.2 Gestaltung der Kreditkonditionen

3.2.1 Kosten der Eigenkapitalunterlegung für die Banken

3.2.2 Risikokosten

3.3 Folgen von Basel II für das Hausbankprinzip

4. Rating in mittelständischen Unternehmen

4.1 Klassische Bonitätsprüfung

4.2 Was bedeutet Rating und was ist neu hieran?

4.2.1 Anforderungen an ein Rating und dessen Aufbau

4.3 Elemente im Rating-Prozess

4.3.1 Einschätzung der wirtschaftlichen Verhältnisse

4.3.1.1 Jahresabschlussanalyse

4.3.1.1.1 Ertragslage

4.3.1.1.2 Vermögenslage

4.3.1.1.3 Finanzlage

4.3.1.2 Gegenwärtige wirtschaftliche Situation

4.3.1.3 Zukünftige Unternehmensentwicklung

4.3.2 Beurteilung der Branchen-, Markt- und Wettbewerbssituation

4.3.2.1 Branchensituation

4.3.2.2 Wettbewerbsintensität

4.3.3 Einschätzung der Managementqualitäten

4.3.4 Geschäftsbeziehungen und Zahlungsverhalten

4.4 Vorbereitung auf das Rating

4.4.1 Transparenz und Kommunikation

4.4.2 Reduzierung von unternehmerischen Risiken

4.4.3 Steigerung des Unternehmenswertes

4.4.4 Optimierung von Finanzplanung und Finanzierung

4.5 Internes vs. externes Rating

4.5.1 Internes Rating

4.5.2 Externes Rating

5. Alternative Finanzierungsinstrumente

5.1 Leasing

5.2 Factoring

5.3 Asset Backed Securities

5.4 Beteiligungsfinanzierung

6. Würdigung und Ausblick

6.1 Basel II – Mehr Chancen als Risiken für den Mittelstand?

6.2 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Anforderungen und Auswirkungen von Basel II auf die Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland, wobei der Fokus auf den Veränderungen bei der Kreditvergabe und der notwendigen Anpassung der Unternehmensführung liegt.

  • Struktur und Säulen von Basel II
  • Risikobewertung und Rating-Verfahren für den Mittelstand
  • Anpassung der Unternehmensfinanzierung und Finanzplanung
  • Alternativen zum klassischen Bankkredit

Auszug aus dem Buch

4.4.1 Transparenz und Kommunikation

Ein grundlegendes Problem bei der Erstellung eines Ratings „ist die bestehende Informationsasymmetrie. Das Unternehmen selbst verfügt im allgemeinen über mehr Informationen, als den beurteilenden Analysten zur Verfügung stehen“. Da die Kreditinstitute bei nicht vorliegenden Informationen im Zweifelsfall vom angesprochenen worst case ausgehen, „ist es von entscheidender Bedeutung, die Kommunikation mit den Kreditinstituten zu verbessern“.

Ein ausschlaggebender Ansatzpunkt ist es daher sicherzustellen, dass die Bank die Risikosituation und damit die aktuellen Entwicklungen des Unternehmens möglichst gut einschätzen kann. Dafür reicht die nach § 18 KWG geforderte Bereitstellung der Bilanzen alleine nicht aus. Vielmehr sollten „unterjährige Informationen über die Entwicklung der Ertragslage“, die wesentlichen Veränderungen der Unternehmensstrategie und bei den maßgeblichen Erfolgspotentialen sowie die elementarsten unternehmerischen Risiken mitgeteilt werden.

Voraussetzung für eine offene Kommunikation mit dem Kreditinstitut ist die Transparenz, die hierfür im Unternehmen selbst über die wirtschaftlichen Tendenzen zwangsläufig erforderlich ist. Dies wiederum setzt geeignete Informationssysteme voraus, die in der Lage sind, „möglichst frühzeitig und präzise die für den unternehmerischen Erfolg maßgeblichen Entwicklungen anzuzeigen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und Zielsetzung im Kontext der dynamischen Märkte und der neuen Anforderungen durch Basel II.

2. Die Baseler Eigenkapitalvereinbarungen: Darstellung des Ursprungs, des Aufbaus und der drei Säulen von Basel II sowie der Situation des deutschen Mittelstandes.

3. Auswirkungen von Basel II auf den Mittelstand: Analyse der Neuerungen im Kreditvergabeprozess, der Kreditkonditionen und des Hausbankprinzips.

4. Rating in mittelständischen Unternehmen: Detaillierte Betrachtung des Rating-Prozesses, der Anforderungen, der Vorbereitung sowie der Unterschiede zwischen internen und externen Verfahren.

5. Alternative Finanzierungsinstrumente: Vorstellung von Finanzierungsmöglichkeiten abseits des klassischen Bankkredits wie Leasing, Factoring, Asset Backed Securities und Beteiligungsfinanzierung.

6. Würdigung und Ausblick: Kritische Reflexion der Chancen und Risiken für den Mittelstand sowie ein Fazit zur zukünftigen Entwicklung.

Schlüsselwörter

Basel II, Mittelstand, Unternehmensfinanzierung, Rating, Kreditrisiko, Eigenkapital, Bonität, Kreditkonditionen, Risikomanagement, Jahresabschlussanalyse, Finanzplanung, Leasing, Factoring, Asset Backed Securities, Beteiligungsfinanzierung

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) die Kreditfinanzierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland beeinflusst.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind der Aufbau von Basel II, die Rating-Anforderungen, die Anpassung der unternehmerischen Finanzplanung und die Bedeutung alternativer Finanzierungsinstrumente.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Bonität durch professionelles Rating und Transparenz verbessern können, um den Zugang zu Krediten auch unter den neuen Basel II-Vorgaben zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Analysearbeit, die die theoretischen Grundlagen von Basel II mit den praktischen Erfordernissen für mittelständische Unternehmen verknüpft.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil behandelt den Rating-Prozess im Detail, inklusive der Bewertung von Hard und Soft Facts, der Vorbereitung auf das Rating-Gespräch sowie den Möglichkeiten zur Optimierung der Finanzstruktur.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Eigenkapital, Bonitätsprüfung, Basel II, Rating-Prozess, Risikomanagement und Mittelstandsfinanzierung charakterisiert.

Wie wirkt sich Basel II auf die Kreditkosten im Mittelstand aus?

Basel II führt zu einer stärker risikoorientierten Kreditvergabe, was bedeutet, dass Unternehmen mit schlechtem Rating mit höheren Zinsen rechnen müssen, während bonitätsstarke Unternehmen profitieren können.

Welche Rolle spielt das "Hausbankprinzip" unter Basel II?

Das Hausbankprinzip wandelt sich durch Basel II zunehmend zu einem beratungsorientierten Verhältnis, bei dem ein intensiverer Informationsaustausch und mehr Transparenz über die Bonität des Unternehmens entscheidend sind.

Ende der Leseprobe aus 102 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Anforderungen und Auswirkungen von Basel II auf die Finanzierung von mittelständischen Unternehmen
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Note
1,3
Autor
Ronny Böhme (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
102
Katalognummer
V41078
ISBN (eBook)
9783638394253
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anforderungen Auswirkungen Basel Finanzierung Unternehmen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ronny Böhme (Autor:in), 2005, Anforderungen und Auswirkungen von Basel II auf die Finanzierung von mittelständischen Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/41078
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Leseprobe aus  102  Seiten
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