Das Italienische hat sich im Laufe der Jahrhunderte aus der lateinischen Sprache entwickelt. Der Anteil der lateinischen Wörter ist deshalb hier besonders groß. Neben den verschiedenen Verfahren, nach denen neue Worte gebildet werden können, entscheidet jedoch ein weiteres Kriterium über die genaue Struktur eines italienischen Wortes. Dabei ist die Frage nach der Herkunft, der Etymologie eines Wortes entscheidend. Ist es zu einem späteren Zeitpunkt aus dem klassischen Latein entlehnt worden oder hat es sich in vielen Jahren aus einer vulgärlateinischen Ursprungsform zur heutigen italienischen Form entwickelt?
Die hier vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit den verschiedenen Wortbildungsverfahren der erbwörtlichen Wortbildung.
Ich werde zunächst eine Definition für Erbwörter erarbeiten, dann einige Wortbildungsverfahren vorstellen und schließlich zwei dieser Verfahren schwerpunktmäßig bearbeiten. Da die vorgestellten Wortbildungsverfahren für den Wortschatz der Buchwörter oder gelehrten Wörter ebenso wichtig sind, ist es notwendig, die Unterschiede zwischen beiden anhand von konkreten Beispielen herauszuarbeiten.
Gliederung
1. Einleitung
2. Definition Erbwort
3. Wortbildungsverfahren
3.1 Derivation
3.1.1 Präfigierung
3.1.1 Suffigierung
3.2 Komposition
3.2.1 Substantivkomposita
3.2.2 Adjektivkomposita
3.2.3 Verbkomposita
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wortbildungsprozesse des Italienischen mit einem spezifischen Fokus auf die erbwörtliche Wortbildung. Dabei wird das Ziel verfolgt, durch die Erarbeitung definitorischer Grundlagen und die Analyse der Derivation sowie der Komposition die Herkunft und Struktur italienischer Wörter transparent zu machen und von gelehrten Entlehnungen (Buchwörtern) abzugrenzen.
- Grundlegende Definition und Abgrenzung von Erbwörtern gegenüber Gelehrten Wörtern.
- Analyse der Derivation durch Präfigierung und Suffigierung mit erbwörtlichen Beispielen.
- Untersuchung der Komposition unterteilt in Substantiv-, Adjektiv- und Verbkomposita.
- Herleitung italienischer Wortstrukturen aus dem Vulgärlatein bzw. klassischen Latein.
Auszug aus dem Buch
3.1 Derivation
Die Derivation oder Wortableitung besteht daraus, dass sich ein Basislexem, oft auch als Wortstamm bezeichnet, mit einem oder mehreren Affixen verbindet und eine neue Einheit des Wortschatzes bildet. Affixe sind gebundene Wortbildungselemente, die entweder als Präfix vor den Wortstamm gestellt oder als Suffix an den Wortstamm angehängt werden.
Daneben existieren Infixe, die in dem Basislexem vorkommen. Die genaue Bezeichnung eines Affixes richtet sich also nach seiner Position in Bezug auf das Basislexem. Präfixe, Suffixe und Infixe sind demnach Untergliederungen des Oberbegriffs Affix.
Während Präfixe die Wortart des Basislexems nicht verändern, aber die semantische Ebene des Wortes, also die Bedeutung, verändern können, gibt es unter den Suffixe solche, die die Wortart des Basislexems verändern und solche, die sie nicht verändern. Suffixe verändern jedoch die Grundbedeutung des Wortes nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die sprachgeschichtliche Entwicklung des Italienischen aus dem Lateinischen und führt in die Thematik der erbwörtlichen Wortbildung ein.
2. Definition Erbwort: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Erbwort" im Gegensatz zu "Buchwörtern" und erläutert die diachrone sprachliche Veränderung.
3. Wortbildungsverfahren: Hier werden grundlegende Verfahren wie Derivation und Komposition als Mechanismen der Wortschatzerweiterung vorgestellt.
3.1 Derivation: Dieser Abschnitt behandelt die Ableitung neuer Wörter durch das Hinzufügen von Affixen an ein Basislexem.
3.1.1 Präfigierung: Fokus auf die Modifikation von Wörtern durch erbwörtliche Präfixe wie "ri-" oder "s-".
3.1.1 Suffigierung: Untersuchung der Suffixbildung, die Wörter in andere Wortklassen überführen kann.
3.2 Komposition: Behandlung der Wortzusammensetzung durch das Zusammenfügen mehrerer Kernmorpheme.
3.2.1 Substantivkomposita: Analyse des produktivsten Kompositionstyps unter Berücksichtigung verschiedener Untertypen.
3.2.2 Adjektivkomposita: Untersuchung der selteneren Adjektivkombinationen und deren Wortstellung.
3.2.3 Verbkomposita: Kurze Betrachtung der im Italienischen seltenen Verbkomposita anhand erbwörtlicher Beispiele.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die methodischen Herausforderungen der Arbeit.
Schlüsselwörter
Italienische Linguistik, Wortbildung, Erbwort, Derivation, Komposition, Suffix, Präfix, Etymologie, Vulgärlatein, Sprachwandel, Affix, Basislexem, Wortstamm, Morphologie, Buchwörter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Mechanismen der Wortbildung im Italienischen, insbesondere mit Wörtern, die sich aus dem Lateinischen durch kontinuierliche sprachliche Entwicklung zu ihrer heutigen Form gewandelt haben (Erbwörter).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von Erbwörtern, die Derivation (Ableitung) und die Komposition (Zusammensetzung) als Hauptverfahren der italienischen Wortbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den erbwörtlichen Charakter italienischer Wortstrukturen aufzuzeigen und durch konkrete Beispiele zu verdeutlichen, wie sich diese von den später entlehnten "Gelehrten Wörtern" unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine strukturanalytische Methode, bei der sie italienische Wörter etymologisch herleitet und nach ihren Wortbildungsmerkmalen (Derivation/Komposition) klassifiziert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Derivation (mit Präfixen und Suffixen) und anschließend die Komposition (mit Untertypen für Substantive, Adjektive und Verben) detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Erbwort, Derivation, Komposition, Morphologie, Etymologie, Affixe sowie der Kontrast zwischen vulgärlateinischer Entwicklung und gelehrter Entlehnung.
Wie unterscheidet sich die Arbeit zwischen "Erbwörtern" und "Buchwörtern"?
Erbwörter unterlagen laut der Arbeit über Jahrhunderte hinweg einem stetigen Wandel in der Volkssprache, während Buchwörter (Gelehrte Wörter) zu einem späteren Zeitpunkt direkt aus dem klassischen Latein entlehnt und nur formal an das Italienische angepasst wurden.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich der Komposition im Italienischen?
Die Arbeit stellt fest, dass Substantivkomposita den produktivsten Typ darstellen, während Verbkomposita im Italienischen nur in sehr begrenztem Maße existieren.
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- Susann Karstädt (Author), 2003, Wortbildungsprozesse: Erbwörtliche Wortbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/40799