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Deutsche Hochschullehrer und Studenten zwischen Augusteuphorie und Desillusionierung 1914-1918

Title: Deutsche Hochschullehrer und Studenten zwischen Augusteuphorie und Desillusionierung 1914-1918

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Arndt Schreiber (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic

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Summary Excerpt Details

Lange Zeit galt das so genannte „Augusterlebnis“ des Sommers von 1914 auch unter Historikern unangefochten als Ausdruck einer rauschhaften, von allen Teilen der deutschen Bevölkerung getragenen Kriegsbegeisterung. Seit Mitte der 1980er Jahre gelang es der mittlerweile stärker an sozial- bzw. kulturgeschichtlichen Fragestellungen orientierten Weltkriegsforschung jedoch nachzuweisen, dass jene mehrwöchige Mobilisierungseuphorie die Landbewohner und städtischen Unterschichten weitaus weniger ergriff als den alten Mittelstand und das bildungsbürgerliche Milieu. Zudem scheint sogar die frenetische Begrüßung des Kriegsbeginns im Umfeld der Universitäten nicht allein nationalistischen Leidenschaften, sondern vielmehr einem komplexen Zusammenwirken verschiedener Motive und Überzeugungen entsprungen zu sein. Im Anschluss soll darum zunächst untersucht werden, warum die deutschen Hochschullehrer und ihre Studenten den Kriegseintritt des Reiches im August 1914 so rückhaltlos unterstützten [2]. Zum Zweiten bliebe dann noch zu ermitteln, ob diese später vielfach als „Geist von 1914“ beschworene Einigkeit selbst unter dem Eindruck des „Großen Krieges“ fortbestand [3]. Während Deutschlands Universitätsgelehrte in den Jahren des Ersten Weltkrieges eine wahre Lawine zumeist propagandistischer Aufrufe, Vorträge und Einzelschriften produzierten, deren Kernaussagen insbesondere die beiden Ideenhistoriker Klaus Schwabe und Steffen Bruendel herausgearbeitet haben, steht uns mit der zuerst 1916 durch den Freiburger Literaturprofessor Philipp Witkop (1880-1942) veröffentlichten und bis 1928 kontinuierlich erweiterten Kriegsbriefsammlung gefallener Studenten lediglich ein Quellentyp zur Verfügung, dessen Repräsentativität keineswegs gesichert ist. Dementsprechend mangelt es denn auch bis heute an einer systematischen Darstellung der deutschen Hochschüler zwischen 1914 und 1918; allenfalls die studentengeschichtlichen Langzeitstudien Konrad Jarauschs bieten hierzu einige nützliche Anhaltspunkte. Der nun folgenden
Wiedergabe des aktuellen Forschungsstandes muss freilich ein kurzer Blick auf die mentalitätsgeschichtlichen Rahmenbedingungen der unmittelbaren Vorkriegszeit vorangehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Universitärer Militarismus im Deutschen Reich bis 1914

2. „Mitten im Frieden überfällt uns der Feind“

2.1. Kampf der Geister

2.2. Das studentische Mobilisierungserlebnis

3. Der „Geist von 1914“ im Kriegsalltag

3.1. Ernüchterte Studenten

3.2. Die akademische Einheitsfront bröckelt …

4. Schluss und Ausblick

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Haltung deutscher Hochschullehrer und Studenten gegenüber dem Ersten Weltkrieg und analysiert, wie sich die anfängliche Mobilisierungseuphorie unter dem Eindruck des langjährigen „Großen Krieges“ entwickelte und ob die Einigkeit der akademischen Gemeinschaft Bestand hatte.

  • Mentalitätsgeschichte im Umfeld der deutschen Universitäten 1914–1918
  • Die Rolle deutscher Professoren und Studenten bei der Popularisierung des Krieges
  • Transformation des „Geistes von 1914“ in den Kriegsalltag
  • Die politische Polarisierung der akademischen Welt während der Kriegsjahre
  • Analyse der studentischen und professoralen Kriegsmentalität anhand von Feldpostbriefen und Publizistik

Auszug aus dem Buch

1. UNIVERSITÄRER MILITARISMUS IM DEUTSCHEN REICH BIS 1914

Mit Sicherheit spiegelten ihr ungebrochen großes Interesse an Reserveoffizierspatenten, ihre häufige Mitarbeit in nationalistischen Agitationsverbänden sowie das mehr oder minder vehemente Eintreten der 270 „Flottenprofessoren“ für die neue „Weltpolitik“ Kaiser Wilhelms II. (1888 bis 1918) den primär patriotischen Gesinnungsmilitarismus vieler Universitätsdozenten wider. Auf eine grundsätzliche Disposition der deutschen Hochschullehrer zum Krieg kann hieraus jedoch gleich aus dreierlei Gründen nicht geschlossen werden : Zum einen bildete die hauptsächlich aus Geisteswissenschaftlern und Nationalökonomen bestehende Gruppe jener Professoren, die sich regelmäßig zu tagespolitischen Streitfragen äußerten, im Kreis ihrer Kollegen stets eine deutliche Minderheit. Zum anderen berührten etwa die vor 1914 zu feierlichen Anlässen gehaltenen Universitätsreden nur höchst selten außen- oder gar rüstungspolitische Themen. Und drittens plädierten zwar nahezu alle Gelehrten dafür, die nationalen Interessen Deutschlands notfalls auch militärisch durchzusetzen, wünschten in ihrer Mehrzahl aber stets, zuvor erst alle diplomatischen Mittel der Konfliktregulierung auszuschöpfen.

Besonders die Corpsstudenten brannten hingegen förmlich darauf, ihre Männlichkeit, Opferbereitschaft und Vaterlandstreue – wie die jungen Freiwilligen von 1813 bzw. 1870/71 – möglichst bald mit soldatischen „Heldentaten“ zu beweisen. In hohem Maße geprägt durch Heinrich von Treitschkes (1834-1896) Erhebung des Krieges zum „Vater aller Dinge“ sowie die unermüdliche Flottenpropaganda einzelner Professoren wähnten sie Deutschland mit den übrigen europäischen Völkern in einem unerbittlichen „Daseinskampf“, den allein die wehrhafte deutsche Jugend gewinnen könne.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Forschungsstand zum „Augusterlebnis“ und stellt die Untersuchung der Haltung deutscher Hochschullehrer und Studenten gegenüber dem Kriegseintritt 1914 sowie den Fortbestand dieser Einigkeit im weiteren Kriegsverlauf vor.

1. Universitärer Militarismus im Deutschen Reich bis 1914: Dieses Kapitel analysiert die Vorkriegshaltung der Dozenten und Studenten und kommt zu dem Ergebnis, dass trotz eines vorhandenen Gesinnungsmilitarismus nicht von einer generellen Kriegsbefürwortung der gesamten Professorenschaft auszugehen ist.

2. „Mitten im Frieden überfällt uns der Feind“: Hier wird die anfängliche Hochstimmung bei Kriegsausbruch beschrieben, die sich in einer Welle von Kriegsschriften und Vorträgen („Krieg der Geister“) sowie einer großen Mobilisierungsbereitschaft unter Studenten äußerte.

3. Der „Geist von 1914“ im Kriegsalltag: Das Kapitel untersucht den Wandel der Stimmung an der Front und an der Heimatfront, die durch reale Kriegserfahrungen, materielle Not und zunehmende politische Differenzen innerhalb der akademischen Welt geprägt wurde.

4. Schluss und Ausblick: Der abschließende Teil fasst zusammen, dass nach der anfänglichen Euphorie schnell Ernüchterung eintrat und der Krieg zu einer zunehmenden politischen Spaltung der akademischen Lager führte.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Dies ist ein systematisches Verzeichnis der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Geist von 1914, deutsche Hochschullehrer, Studenten, Kriegsmobilisierung, Kriegsmentalität, Akademische Einheitsfront, Augusterlebnis, Feldpostbriefe, Deutsche Vaterlandspartei, Materialschlacht, Desillusionierung, politische Polarisierung, Kulturkrieg, Heimatfront.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Haltung und die Reaktionen deutscher Hochschullehrer und Studenten während des Ersten Weltkriegs im Zeitraum von 1914 bis 1918.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der studentischen und professoralen Kriegsmentalität, den Wandel von der initialen Begeisterung hin zur Desillusionierung sowie die politische Polarisierung innerhalb der akademischen Institutionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, warum die akademische Welt den Kriegseintritt 1914 unterstützte und ob die Einigkeit („Geist von 1914“) unter den Belastungen des Stellungskrieges Bestand hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine mentalitätsgeschichtliche Analyse, wobei er insbesondere zeitgenössische Publizistik, Kriegsschriften, Reden und persönliche Feldpostbriefe auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet den Vorkriegsmilitarismus, die Mobilisierungseuphorie des Jahres 1914, die Erfahrungen im Kriegsalltag, die Ernüchterung der Studenten sowie das Aufbrechen der akademischen Einheitsfront durch politische Differenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind das „Augusterlebnis“, der „Geist von 1914“, „Krieg der Geister“, die „akademische Einheitsfront“ und die zunehmende politische Zersplitterung der deutschen Intelligenz.

Welche Bedeutung kommt der „Seeberg-Adresse“ zu?

Sie markiert einen wichtigen Punkt in der politischen Spaltung der Professorenschaft im Jahr 1915, als sich Professoren in Befürworter massiver Annexionen und gemäßigtere Positionen aufteilten.

Wie wirkte sich der „Große Krieg“ auf die Stimmung der Studenten aus?

Die anfängliche idealistische Begeisterung wich durch die traumatischen Erfahrungen an der Front, den hohen Blutzoll und die Einschränkungen in der Heimat einer tiefen Ernüchterung.

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Details

Title
Deutsche Hochschullehrer und Studenten zwischen Augusteuphorie und Desillusionierung 1914-1918
College
University of Freiburg
Grade
1,0
Author
Arndt Schreiber (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V40655
ISBN (eBook)
9783638391238
Language
German
Tags
Deutsche Hochschullehrer Studenten Augusteuphorie Desillusionierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arndt Schreiber (Author), 2005, Deutsche Hochschullehrer und Studenten zwischen Augusteuphorie und Desillusionierung 1914-1918, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/40655
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