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Evolutionärer Wertewandel in einer institutionellen Wirtschaftsethik

Title: Evolutionärer Wertewandel in einer institutionellen Wirtschaftsethik

Seminar Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jörg Viebranz (Author)

Business economics - Business Ethics, Corporate Ethics

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Summary Excerpt Details

Ausgehend von der Wirtschafts- und Unternehmensethik von Karl Homann wird mithilfe der Theorie des institutionellen Wandels von Douglass North gezeigt, wie sich informelle Institutionen (insbesondere moralische Regeln) aufgrund von (moralischen) Kostenstrukturänderungen entwickeln. Am Ende steht die Skizze einer Theorie des informellen institutionellen Wandels und der evolutionären Ethik, die z.B. im internationelen Management eine Anwendung finden kann, wenn es um Verhalten in fremden Kulturen geht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Bemerkungen zur Methodologie

2 Institutionelle (Wirtschafts-)Ethik

2.1 Die Institutionenethik von KARL HOMANN

2.2 Moralischer Wandel bei KARL HOMANN

2.3 Kritik an der Theorie von KARL HOMANN

3 Institutioneller Wandel

3.1 DOUGLASS C. NORTH’S Theorie institutionellen Wandels

3.2 Übertragung von NORTH’s Theorie auf den Wandel informeller Institutionen

3.3 Anschluss des Konzepts an die Theorie von KARL HOMANN

4 Einordnung, Ausblick und Konsequenzen der Theorie

4.1 Einordnung

4.2 Ausblick und Konsequenzen für die Wirtschaftsethik

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, eine ökonomische Erklärung für den Wandel informeller Institutionen wie Moral zu entwickeln, indem der funktionalistische Ansatz von Karl Homann mit der Theorie institutionellen Wandels von Douglass C. North kombiniert wird.

  • Grundlagen der institutionellen Wirtschaftsethik nach Karl Homann
  • Analyse des moralischen Wandels innerhalb ökonomischer Rahmenbedingungen
  • Integration der Theorie des institutionellen Wandels von Douglass C. North
  • Mechanismen des Wandels informeller Institutionen in modernen Gesellschaften
  • Konsequenzen für die internationale Unternehmensethik

Auszug aus dem Buch

3.1 DOUGLASS C. NORTH’S Theorie institutionellen Wandels

Das Thema von NORTH ist eigentlich die Erklärung der Entwicklung und Entstehung von erfolgreichen Wirtschaftssystemen. Ein Teil dieser Erklärung ist die Theorie institutionellen Wandels, die sich vorwiegend auf formelle Institutionen bezieht. Informelle Institutionen – unter die moralische Regeln fallen – behandelt North nur am Rande. Da HOMANN aber gerade argumentiert, dass die informellen Regeln der Moral und die moralischen Ideen in der modernen Gesellschaft nur in der Rahmenordnung, also über die formellen Institutionen verwirklicht werden können, halte ich es für angemessen diese Theorie auch auf eine Theorie des Wandels von moralischen Institutionen anzuwenden. Darüber hinaus kann die Theorie, wie ich zu zeigen versuchen werde, auch relativ plausibel auf den Wandel von informellen Institutionen angewandt werden.

NORTH behauptet, ähnlich wie HOMANN, dass Übertretungen von informellen Regeln in Face-to-face-Gesellschaften noch relativ leicht (d.h. mit geringen Transaktionskosten) geahndet werden können. In größeren Gesellschaften ist das nicht mehr möglich. Hier müssen aus informellen Regeln formelle werden. Diese informellen Regeln sind als Investitionen zu verstehen, da sie Verhalten antizipierbar machen und dadurch Transaktionskosten senken. Um Unsicherheit zu reduzieren werden Verhaltensmuster ausprobiert und bei Erfolg beibehalten. So entstandene Regelsets sind eigentlich immer unvollständig, sodass manche Handlungen zu unvorhergesehenen Problemen führen können, was dann Regeländerungen induziert.

Ebenso wie HOMANN und BUCHANAN unterscheidet auch NORTH streng zwischen Spielregeln und Spielzügen. Der institutionelle Rahmen ist deswegen wichtig, weil er es ist, der in einer komplexen Welt und bei unvollständigem Wissen die Transaktionskosten senkt. Wegen der Transaktionskosten müssen die Spielregeln so gestaltet werden, dass sie zum einen Komplexität reduzieren und zum anderen Anreize schaffen, dass der Einzelne sein Talent in den Dienst der Gemeinschaft stellt, er sich also kooperativ verhält.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Bemerkungen zur Methodologie: Einführung in die Forschungsfrage und Abgrenzung zwischen normativer und positiver Forschung zur ökonomischen Erklärung moralischer Regeln.

2 Institutionelle (Wirtschafts-)Ethik: Darstellung des funktionalistischen Ansatzes von Karl Homann, der die Rahmenordnung als zentralen Ort der Moral in modernen Gesellschaften definiert.

3 Institutioneller Wandel: Anwendung der Theorie von Douglass C. North auf den Wandel informeller moralischer Institutionen und deren Kopplung an ökonomische Anreizstrukturen.

4 Einordnung, Ausblick und Konsequenzen der Theorie: Kritische Einordnung des Ansatzes in die evolutionäre Ethik und Diskussion der praktischen Auswirkungen für die internationale Unternehmensethik.

Schlüsselwörter

Institutionenethik, Wirtschaftsethik, Douglass C. North, Karl Homann, Institutioneller Wandel, Moral, Opportunitätskosten, Rahmenordnung, Spielregeln, Spielzüge, Evolutionäre Ethik, Transaktionskosten, Anreize, Kleingruppen, Wertewandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie moralische Regeln und Normen in modernen Gesellschaften durch ökonomische Mechanismen erklärt und weiterentwickelt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Institutionenethik nach Karl Homann, die Theorie des institutionellen Wandels von Douglass C. North und deren Verknüpfung zur Erklärung moralischen Wandels.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, eine ökonomische Theorie für den Wandel informeller Institutionen (Moral) zu etablieren, um die Lücke zwischen statischen Ansätzen und dynamischen Entwicklungsprozessen zu schließen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine institutionenökonomische Methodik, die mittels einer positiven Analyse versucht, moralische Regeln als endogenes Ergebnis ökonomischer Anreize und Transaktionskosten zu erklären.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Ansätze von Homann und North analysiert, ihre Vereinbarkeit geprüft und ein dynamisches Modell für den Wandel von moralischen Institutionen entworfen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Institutionenethik, evolutionärer Wertewandel, Opportunitätskosten und den institutionellen Rahmen definieren.

Wie unterscheidet sich die Theorie von Homann in Bezug auf den moralischen Wandel?

Homann betrachtet Moral primär als Input und Rahmenbedingung; die Arbeit kritisiert die Statik dieses Modells und ergänzt sie um dynamische Wandlungsprozesse durch relative Preisänderungen.

Welche Rolle spielen Kleingruppen bei der Entstehung neuer Moral?

Kleingruppen dienen als Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer moralischer Ideen, die – falls sie sich als nützlich erweisen – durch Selektionsprozesse in die Gesamtgesellschaft diffundieren.

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Details

Title
Evolutionärer Wertewandel in einer institutionellen Wirtschaftsethik
College
University of Bayreuth  (Institut für Philosophie)
Course
Seminar "Ethik-Kodizes"
Grade
1,0
Author
Jörg Viebranz (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V40455
ISBN (eBook)
9783638389655
ISBN (Book)
9783638655514
Language
German
Tags
Evolutionärer Wertewandel Wirtschaftsethik Seminar Ethik-Kodizes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörg Viebranz (Author), 2005, Evolutionärer Wertewandel in einer institutionellen Wirtschaftsethik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/40455
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