Unter der Fragestellung „Gefährdete die Rückkehr der Altverleger auf den Zeitungsmarkt den Demokratisierungsprozess nach 1945?“ untersucht diese Arbeit die Rolle derjenigen Zeitungsverleger, die im Zuge der Umerziehung der deutschen Gesellschaft nach dem zweiten Weltkrieg von den West-Alliierten keine Lizenzen zur Gründung neuer „Blätter“ erhielten. Hierfür sind eine Definition und eine kurze Erläuterung der Ausgangslage nötig. Danach soll die Diskrepanz zwischen dem Selbstverständnis der Altverleger (AV) und ihrer Wahrnehmung von den Alliierten aufgezeigt werden. Es folgt eine Erläuterung der politischen Neupositionierung und Organisation der AV, bevor in der gebotenen Kürze die Auswirkungen ihrer Rückkehr auf den Pressemarkt beschrieben werden. Der letzte Part geht notwendigerweise über das durch das Seminarthema vorgegebene Jahr 1948 hinaus. Bei der Bearbeitung haben sich Kurt Koszyks „Pressepolitik für Deutsche 1945-1949“, Jürgen B. Hüffers „Vom Lizenzpressesystem zur Wettbewerbspresse“ und Heinz-Dietrich Fischers „Handbuch der politischen Presse in Deutschland 1480-1980“ neben sechs anderen Publikationen als die wichtigsten herausgestellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffsklärung und Ausgangslage
- Das Selbstverständnis der Altverleger
- Alliierte Vorbehalte gegenüber den Altverlegern
- Positionierung und Organisation der Altverleger
- Skizze des Wegs zur Generallizenz
- Auswirkungen der „neuen alten“ Zeitungen auf den Pressemarkt
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit untersucht die Rolle der Altverleger beim Neuaufbau des Pressewesens nach 1945. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit die Rückkehr der Altverleger den Demokratisierungsprozess gefährdete.
- Die Rolle der Altverleger im Kontext der Umerziehung
- Das Selbstverständnis der Altverleger und ihre Wahrnehmung durch die Alliierten
- Die Auswirkungen der Altverleger auf den Pressemarkt
- Die politische Neupositionierung und Organisation der Altverleger
- Die Entwicklung des Lizenzpressesystems
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die Forschungsfrage, inwiefern die Rückkehr der Altverleger den Demokratisierungsprozess nach 1945 gefährdete. Sie erläutert den Untersuchungsrahmen und die wichtigsten Quellen.
- Begriffsklärung und Ausgangslage: Definiert den Begriff „Altverleger“ und beschreibt die Ausgangslage nach dem Zweiten Weltkrieg, die durch ein generelles Herausgabeverbot für Altverleger geprägt war.
- Das Selbstverständnis der Altverleger: Analysiert das Selbstverständnis der Altverleger und ihre Argumentation für eine Rückkehr in das Zeitungsgeschäft. Es werden die Rolle des Verlegers im NS-Regime und die Bedeutung der Pressefreiheit diskutiert.
- Alliierte Vorbehalte gegenüber den Altverlegern: Beleuchtet die Vorbehalte der Alliierten gegenüber den Altverlegern und die Gründe für die Lizenzverweigerung. Es wird deutlich, dass die Alliierten die Altverleger unter Generalverdacht stellten, eine Renazifizierung zu fördern.
- Positionierung und Organisation der Altverleger: Beschreibt die politische Neupositionierung und Organisation der Altverleger. Es wird die Frage behandelt, inwiefern die Altverleger sich den neuen demokratischen Verhältnissen anpassten.
- Skizze des Wegs zur Generallizenz: Skizziert die Entwicklung des Lizenzpressesystems und den Weg zur Erteilung der Generallizenz im Mai 1949.
- Auswirkungen der „neuen alten“ Zeitungen auf den Pressemarkt: Analysiert die Auswirkungen der Rückkehr der Altverleger auf den Pressemarkt. Es werden die Veränderungen im Wettbewerb und die Rolle der „neuen alten“ Zeitungen untersucht.
Schlüsselwörter
Altverleger, Pressewesen, Demokratisierungsprozess, Umerziehung, Lizenzpressesystem, Generallizenz, NS-Zeit, Pressefreiheit, Alliierte, Wiederaufbau, Zeitungsmarkt, Wettbewerbsdruck.
- Quote paper
- Folko Damm (Author), 2005, Die Rolle der Altverleger beim Neuaufbau des Pressewesens nach 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/39823