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Arthur Schnitzlers 'Reigen' und Sigmund Freuds 'Über die allgemeinste Erniedrigung des Liebeslebens'. Ein Beleg für den "Doppelgänger aus Intuition"?

Titel: Arthur Schnitzlers 'Reigen' und Sigmund Freuds 'Über die allgemeinste Erniedrigung des Liebeslebens'. Ein Beleg für den "Doppelgänger aus Intuition"?

Seminararbeit , 2005 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Judith Schwickart (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ich habe mich mit der Frage gequält, warum ich eigentlich in all diesen Jahren nie den Versuch gemacht habe, Ihren Verkehr aufzusuchen und ein Gespräch mit Ihnen zu führen. […] Ich meine, ich habe Sie gemieden aus einer Art von Doppelgängerscheu.
So begründet Sigmund Freud in einem Brief an Arthur Schnitzler anlässlich dessen sechzigsten Geburtstags, dass, obwohl beide zeitlebens in Wien gewohnt hatten, sie sich dennoch – bis zu diesem Zeitpunkt - nie persönlich getroffen haben. Die erwähnte Doppelgängerscheu rechtfertigt Freud damit, dass er in Schnitzlers Werken „hinter deren poetischem Schein die nämlichen Voraussetzungen, Interessen und Ergebnisse zu finden geglaubt, die mir als die eigenen bekannt waren“. Des Weiteren soll Schnitzler, im Gegensatz zu dem Wissenschaftler Freud, zu diesen Ergebnissen durch „Intuition“ und „infolge feiner Selbstwahrnehmung“ gelangt sein.
Seine Scheu ging so weit, dass Freud, obwohl sie beide, wie er bereits in einem früheren Brief erwähnte, „die gleiche Auffassung von den psychologischen und erotischen Problemen“4 hatten, nie einen engeren Kontakt zu Schnitzler suchte. Ihre Kontakte beschränkten sich auf wenige Briefe, und erst nach dem oben erwähnten Schreiben zum sechzigsten Geburtstag des Schriftstellers fanden einige Treffen der beiden statt, allerdings auch nur sehr sporadisch und unregelmäßig.
Doch welches sind diese „Voraussetzungen, Interessen und Ergebnisse“? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Schnitzler durch Intuition zu diesen gelangte? Und wo weichen die Ergebnisse Schnitzlers von denen Freuds voneinander ab? Die Frage nach den Voraussetzungen und Interessen lässt sich, mit Blick auf die Biographien der beiden Männer, relativ eindeutig beantworten; schwieriger wird es allerdings bei den Ergebnissen.
Diese Fragen zumindest ansatzweise zu beantworten ist das Ziel meiner Hausarbeit, und zwar durch einen Vergleich zwischen einem kleineren Aufsatz Freuds, Über die allgemeinste Erniedrigung des Liebeslebens, mit Schnitzlers Reigen, in denen sich verschiedene Parallelen finden lassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die „Voraussetzungen und Interessen“

2.1 Freud – Über die allgemeinste Erniedrigung des Liebeslebens

3. Der Reigen im Vergleich zu Freuds Aufsatz Über die allgemeinste Erniedrigung des Liebeslebens

3.1. Erster Dialog – Die Dirne und der Soldat

3.2. Zweiter Dialog – Der Soldat und das Stubenmädchen

3.3. Dritter Dialog – Das Stubenmädchen und der junge Herr

3.4. Vierter Dialog – Der junge Herr und die junge Frau

3.5. Fünfter Dialog – Die junge Frau und der Ehemann

3.6. Sechster Dialog – Der Ehemann und das süsse Mädel

3.7. Siebter bis zehnter Dialog

4. Schnitzler und Freud – Doppelgänger aus Intuition?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss und die Parallelen zwischen Sigmund Freuds psychoanalytischen Theorien, speziell zur „Erniedrigung des Liebeslebens“, und Arthur Schnitzlers literarischem Werk „Reigen“. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob Schnitzler die psychologischen Mechanismen der Objektwahl und Triebbefriedigung intuitiv erfasste oder ob seine Darstellung auf medizinischem Fachwissen und bewusster Beobachtung basiert.

  • Vergleich der biographischen und fachlichen Voraussetzungen von Freud und Schnitzler
  • Analyse der Freudschen Theorie zur „psychischen Impotenz“ und Trennung von sinnlicher und zärtlicher Strömung
  • Untersuchung der Figurenkonstellationen im „Reigen“ auf Übereinstimmungen mit Freuds Thesen
  • Diskussion der Frage nach Schnitzlers Rolle als „Doppelgänger aus Intuition“ gegenüber Freud

Auszug aus dem Buch

3.1 Erster Dialog – Die Dirne und der Soldat

An der Art, wie der Soldat mit der Dirne umgeht, wird bereits zu Anfang des Dialogs deutlich, dass er ihr, aufgrund ihres Berufes und ihrer sozialen Position, keinerlei Respekt entgegen bringt. Auf das Werben der Dirne um Kundschaft sagt er zunächst: „Laß mich in Ruh. Geld hab ich eh keins.“ Und auch die Frage der Prostituierten nach der bisherigen Dauer seines Wehrdienstes beantwortet er unwirsch: „Was geht denn das dich an?“ Dennoch lässt er sich überreden, wird jedoch nach dem Geschlechtsakt sofort wieder abweisend. Er verweigert der Dirne, ihr seinen Namen zu nennen oder ihr ein „Trinkgeld“ zu geben. Entsprechend ihres Berufs ist das Vor- und Nachher bestimmt von „geschäftsmäßiger“ Unterhaltung, also zunächst Kundenwerbung seitens der Dirne, anschließend Verhandlungen über die Bezahlung.

Obwohl der Soldat die Dirne offensichtlich verachtet, findet der Geschlechtsakt statt. Daher kann man sagen, dass die „Erniedrigung des Objekts“ hier gegeben ist. Zum Ziel der sinnlichen, d.h. rein sexuellen, Befriedigung hat sich der Soldat eine ihm sozial und moralisch unterlegene Frau ausgesucht, bei der von vorneherein, aufgrund ihres Berufs, die Vereinigung der sinnlichen mit der zärtlichen Strömung ausgeschlossen ist. In diesem Dialog spiegelt sich also ein Teil der Freudschen Theorie wider.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach dem Verhältnis zwischen Freud und Schnitzler vor und definiert das Ziel der Arbeit, ihre Werke anhand von Parallelen zu vergleichen.

2. Die „Voraussetzungen und Interessen“: Dieses Kapitel erläutert die biographischen Gemeinsamkeiten der beiden Autoren, wie ihre medizinische Ausbildung und das gemeinsame Arbeitsumfeld in Wien.

2.1 Freud – Über die allgemeinste Erniedrigung des Liebeslebens: Der Abschnitt fasst Freuds psychoanalytische Theorie zur Entstehung der psychischen Impotenz durch die Trennung von sinnlicher und zärtlicher Strömung zusammen.

3. Der Reigen im Vergleich zu Freuds Aufsatz Über die allgemeinste Erniedrigung des Liebeslebens: Hier wird die Anwendbarkeit der Freudschen Theorie auf Schnitzlers „Reigen“ methodisch eingeleitet.

3.1. Erster Dialog – Die Dirne und der Soldat: Analyse des ersten Dialogs, in dem die soziale Verachtung der Frau als Bedingung für die Triebbefriedigung des Soldaten deutlich wird.

3.2. Zweiter Dialog – Der Soldat und das Stubenmädchen: Untersuchung der Austauschbarkeit der Sexualobjekte aus der Perspektive des Soldaten.

3.3. Dritter Dialog – Das Stubenmädchen und der junge Herr: Aufzeigen des Abhängigkeitsverhältnisses und der Geringschätzung nach dem Geschlechtsakt.

3.4. Vierter Dialog – Der junge Herr und die junge Frau: Fokus auf das Versagen der Potenz bei einer Partnerin aus der eigenen sozialen Schicht.

3.5. Fünfter Dialog – Die junge Frau und der Ehemann: Diskussion über die moralischen Vorstellungen von Ehe und das Verbot, die Ehefrau als sexuelles Objekt wahrzunehmen.

3.6. Sechster Dialog – Der Ehemann und das süsse Mädel: Betrachtung des Seitensprungs als Resultat der gesellschaftlichen Trennung von Sexualität und emotionaler Liebe.

3.7. Siebter bis zehnter Dialog: Analyse der verbleibenden Szenen, wobei der Fokus auf dem Dialog zwischen Graf und Schauspielerin liegt.

4. Schnitzler und Freud – Doppelgänger aus Intuition?: Kritische Auseinandersetzung mit der These, dass Schnitzler Freuds Erkenntnisse lediglich intuitiv vorwegnahm, unter Einbeziehung seiner medizinischen Vorbildung.

5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass die Parallelen auf einer Kombination aus Intuition, medizinischem Fachwissen und scharfer Beobachtungsgabe beruhen.

Schlüsselwörter

Arthur Schnitzler, Sigmund Freud, Reigen, Psychoanalyse, psychische Impotenz, Objektwahl, Liebesleben, zärtliche Strömung, sinnliche Strömung, Inzestschranke, Wiener Fin de siècle, Literatur und Psychoanalyse, Triebbefriedigung, Doppelgängerscheu, Erniedrigung des Objekts.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen Sigmund Freuds psychoanalytischen Theorien über das menschliche Liebesleben und Arthur Schnitzlers literarischem Werk „Reigen“.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Im Zentrum stehen die Konzepte der psychischen Impotenz, die Trennung von sinnlicher und zärtlicher Liebe, die Objektwahl bei Männern sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Konventionen auf das Beziehungsverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob Schnitzlers präzise Darstellung dieser psychologischen Phänomene das Ergebnis bloßer künstlerischer Intuition ist oder auf seinem medizinischen Fachwissen und seiner Beobachtungsgabe basiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt einen komparativen Ansatz, bei dem Freuds theoretischer Aufsatz „Über die allgemeinste Erniedrigung des Liebeslebens“ direkt mit den Dialogen in Schnitzlers „Reigen“ abgeglichen wird.

Was wird im Hauptteil der Publikation behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die verschiedenen Dialoge aus dem „Reigen“, um zu prüfen, ob sich die Freudschen Verhaltensmuster (wie die Erniedrigung des Partners aus der unteren sozialen Schicht) in den Szenen wiederfinden lassen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem „psychische Impotenz“, „Objektwahl“, „zärtliche und sinnliche Strömung“ sowie „Doppelgänger aus Intuition“.

Inwiefern spielt der soziale Hintergrund der Figuren eine Rolle?

Die Autorin stellt fest, dass das Muster der „Erniedrigung des Objekts“ über alle sozialen Schichten hinweg auftritt, was Schnitzlers Darstellung universeller macht als Freuds Theorie, die sich eher auf „Gebildete“ konzentriert.

Wie bewertet die Autorin Schnitzlers Verhältnis zur Psychoanalyse?

Obwohl Schnitzler als „psychoanalytischer Doppelgänger“ bezeichnet wurde, lehnt er die explizite Anwendung psychoanalytischer Methoden im kreativen Prozess ab und betont den gemeinsamen Ursprung seiner Beobachtungen im Studium der menschlichen Seele.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Arthur Schnitzlers 'Reigen' und Sigmund Freuds 'Über die allgemeinste Erniedrigung des Liebeslebens'. Ein Beleg für den "Doppelgänger aus Intuition"?
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Dekadenzliteratur im Wiener Fin de siecle
Note
1,7
Autor
Judith Schwickart (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V38906
ISBN (eBook)
9783638378390
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arthur Schnitzlers Reigen Sigmund Freuds Erniedrigung Liebeslebens Beleg Doppelgänger Intuition Dekadenzliteratur Wiener
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Judith Schwickart (Autor:in), 2005, Arthur Schnitzlers 'Reigen' und Sigmund Freuds 'Über die allgemeinste Erniedrigung des Liebeslebens'. Ein Beleg für den "Doppelgänger aus Intuition"?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/38906
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Leseprobe aus  22  Seiten
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