In den letzten dreißig Jahren ist China ein beispielloser wirtschaftlicher Aufstieg unter den Entwicklungs- und Schwellenländern gelungen. Zwar hat das politische und gesellschaftliche System der Einheitspartei-Herrschaft stark autoritäre Züge, es ist aber trotzdem gelungen, eine wirtschaftliche Entwicklung anzustoßen, die man bisher nur in demokratischen Marktwirtschaften für möglich gehalten hat. Gerade weil es durch politische Steuerung gelungen ist, große Teile der Bevölkerung am neuen Wohlstand partizipieren zu lassen, hat eine breite demokratische Bewegung – sicherlich auch durch Tian´anmen und andere Repressionen verhindert – bis heute keinen Erfolg.
Grundlage dieser Arbeit ist aber nicht das gesellschaftliche System der Volksrepublik China. Vielmehr soll herausgearbeitet werden, durch welche historischen Grundlagen und wirtschaftspolitische Konzepte China - wirtschaftlich gesehen - so stark werden konnte. Zunächst wird bei der Politik von Mao Zedong angesetzt, um die Ausgangslage nach dem Zweiten Weltkrieg zu klären. Darauf aufbauend wird mit den politischen Konzepten von Deng Xiaoping und dem späteren Beitritt zur Welthandelsorganisation der Anschluss in die heutige Zeit dargestellt. In einer letzten Betrachtung wird der Versuch gemacht, eine erste Analyse der Reaktionen auf die aktuelle Krise in der Welt zu geben. In den Schlussbetrachtungen soll ein eventuell erkennbares wirtschaftspolitisches Vorgehen der Volksrepublik identifiziert und kritisch benannt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wandel und Konzepte von Mao Zedong
3. Deng Xiaoping und der Beitritt zur Welthandelsorganisation
4. Der Umgang mit der internationalen Finanzkrise
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die wirtschaftspolitischen Konzepte Chinas, die den beispiellosen wirtschaftlichen Aufstieg des Landes ermöglicht haben, und analysiert in diesem Kontext die Reaktionsfähigkeit der Volksrepublik auf die internationale Finanzkrise.
- Historische Grundlagen der chinesischen Wirtschaftsentwicklung
- Wirtschaftspolitische Konzepte unter Mao Zedong und Deng Xiaoping
- Prozess der Integration Chinas in die Welthandelsorganisation (WTO)
- Analyse des Krisenmanagements der chinesischen Regierung
- Vergleich des chinesischen Politikstils mit westlichen Demokratiemodellen
Auszug aus dem Buch
3. Deng Xiaoping und der Beitritt zur Welthandelsorganisation
Unter der Führung von Deng wurde der Fokus auf die Küstenregionen und deren Entwicklung zurückverlegt. Andere nachrangige Regionen würden demnach an der Peripherie profitieren. Hatte Mao noch den klassischen Klassenbegriff vor Augen und die soziale Sicherheit selbiger, musste sich Deng für den sozialen Frieden mit völlig neuen Klassen, beispielsweise die neu entstandenen bürokratischen Kapitalistenklasse der regionalen Verwaltungen und die neue Arbeiterschicht in den Städten, neue ideologische Konzepte überlegen.
Mit dem Beitritt zur WTO war für die Volksrepublik China ein langwieriger Prozess der Integration in die ökonomischen Systeme der Weltwirtschaft abgeschlossen. Nach der bereits dargestellten Phase der wirtschaftlichen Isolation (siehe oben 2.) lassen sich etwa vier Zeitabschnitte benennen, die auf dem Weg in die Welthandelsgemeinschaft durchlaufen wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit skizziert den rasanten wirtschaftlichen Aufstieg Chinas und legt dar, dass dieser trotz autoritärer Strukturen gelingen konnte, wobei die historischen und wirtschaftspolitischen Grundlagen untersucht werden.
2. Wandel und Konzepte von Mao Zedong: Dieses Kapitel analysiert die Phase nach dem Zweiten Weltkrieg, die durch zentrale Planwirtschaft, Schwerindustrie und erhebliche soziale Umbrüche geprägt war.
3. Deng Xiaoping und der Beitritt zur Welthandelsorganisation: Hier wird der strategische Fokus auf die Küstenregionen sowie die schrittweise Integration Chinas in die Weltwirtschaft und den WTO-Beitritt dargestellt.
4. Der Umgang mit der internationalen Finanzkrise: Das Kapitel befasst sich mit der Wirksamkeit der chinesischen Stimulus-Pakete und dem aktiven Eingreifen des Staates, um die Auswirkungen der globalen Krise abzufedern.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass Chinas Erfolg auf einem effizienten, experimentellen Politikstil („Policy Making“) basiert, der westliche Modelle herausfordert und kulturelle Gegebenheiten miteinbezieht.
Schlüsselwörter
Wirtschaftspolitik, China, Mao Zedong, Deng Xiaoping, Welthandelsorganisation, WTO, Finanzkrise, Planwirtschaft, Marktwirtschaft, Industrialisierung, Reformpolitik, Wirtschaftswachstum, Sonderwirtschaftszonen, Politische Steuerung, Systemvergleich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Faktoren und politischen Konzepte, die China in den letzten Jahrzehnten zu einem beispiellosen wirtschaftlichen Aufstieg verholfen haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind der historische Wandel von Mao Zedong zu Deng Xiaoping, die Integration Chinas in die WTO sowie die Maßnahmen zur Bewältigung der Finanzkrise 2008/2009.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Ziel ist es, das wirtschaftspolitische Vorgehen Chinas zu identifizieren und kritisch zu hinterfragen, ob dieses Modell für westliche Demokratien als Vorbild dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt eine deskriptive Analyse historischer und politischer Entwicklungen unter Einbeziehung ökonomischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die verschiedenen Entwicklungsphasen der chinesischen Wirtschaft, von der Ära Mao über die Öffnungspolitik bis hin zur Reaktion auf die jüngste globale Finanzkrise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Wirtschaftspolitik, WTO-Integration, Systemvergleich und experimentelles "Policy Making" charakterisieren.
Wie unterschied sich die Politik von Mao Zedong von der seines Nachfolgers?
Während Mao auf zentralistische Planwirtschaft und Klassenkampf setzte, fokussierte Deng Xiaoping auf eine marktorientierte Öffnung der Küstenregionen und eine schrittweise Integration in globale Märkte.
Welche Rolle spielte das "Policy Making" für den chinesischen Erfolg?
Das chinesische "Policy Making" zeichnet sich durch einen dynamischen Prozess aus, bei dem Experimentierzonen genutzt werden, um erfolgreiche Konzepte in die Fläche zu tragen, anstatt starr theoretische Modelle von oben zu verordnen.
- Arbeit zitieren
- Stuard Mace (Autor:in), 2009, Wirtschaftspolitik in China. Aufbruch und Wirtschaftskraft durch Mischung staatlicher und privater Wirtschaftsakteure, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/388445