Der Fokus dieser Hausarbeit soll auf der Vermögensverteilung privater Haushalte liegen, wobei ein Vergleich zwischen den alten und den neuen Bundesländern aufgestellt wird. Es soll thematisiert werden, wie groß bestehende Unterschiede in der Vermögensverteilung sind, wobei die Frage nach den Ursachen im Zentrum stehen wird. Zuerst soll hierfür auf die Quellen und Daten eingegangen werden, auf die sich große Teile der Argumentation stützen werden. Sie sollen kritisch reflektiert werden, um ein Höchstmaß an Objektivität zu gewährleisten. Um sich dem Thema anzunähern wird im Anschluss an die Quellenkritik die Ungleichheit privater Vermögen zwischen den alten und den neuen Bundesländern beschrieben. Die Kenntnis darüber ist für das Verständnis dieser Hausarbeit elementar, weshalb die entsprechende Textsequenz den thematischen Einstieg bilden wird.
Nachdem dies geschehen sein wird, sollen jene Ursachen für den Vermögensunterschied herausgearbeitet werden, die vor der Wiedervereinigung im Jahr 1990 zu suchen sind. Hierbei wird vor allem auf die, für die Fragestellung relevanten Aspekte, in Bezug auf die konträren Wirtschaftsordnungen, eingegangen. Der Ursachenanalyse jener Zeit vor der Wiedervereinigung wird chronologisch die Phase der wirtschaftlichen Transformation nach der Zäsur 1989/90 folgen. Damit sind die ersten Jahre der Einheit gemeint, die nach verschiedenen Aspekten auf den Prozess der Angleichung privater Vermögen untersucht werden sollen.
Dem schließt sich in einem dritten Kapitel die Phase nach der wirtschaftlichen Transformation an. Dieser Zeitraum beginnt Mitte der 1990er Jahre und reicht bis in die Gegenwart. Die Analyse jener Phasen der Divergenz und Konvergenz wird in die anfangs gegebene Beschreibung der gegenwärtigen Vermögenssituation privater Haushalte, in Bezug auf die immer noch bestehenden Ungleichheiten zwischen den alten und den neuen Bundesländern, münden. Die innere Struktur der Hausarbeit soll auf diese Weise ein argumentativ-verständliches Vorgehen garantieren, wobei der thematische Einstieg gleichzeitig das Ende der Arbeit bilden wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Datenbasis, Quellenkritik und Bestandsaufnahme
3. Vor der Wiedervereinigung und die Zäsur 1990
4. „Blühende Landschaften“ – „Florierende Vermögen“?
Betrachtung der Vermögensentwicklung beider Landesteile nach 1990
5. Die Angleichung der Vermögen –
Von der Transformation bis zum Sankt Nimmerleinstag?
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historischen und wirtschaftlichen Ursachen für die fortbestehende Ungleichheit privater Vermögen zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Ziel ist es, die Entwicklung von der Zeit vor der Wiedervereinigung über die Transformationsphase bis in die Gegenwart anhand sozio-ökonomischer Daten zu rekonstruieren und zu analysieren, warum trotz ökonomischer Angleichungsprozesse weiterhin signifikante Unterschiede bestehen.
- Historische Differenzen zwischen den Wirtschaftsordnungen von DDR und BRD
- Die Rolle der Treuhandanstalt und die wirtschaftliche Transformation nach 1990
- Einflussfaktoren wie Lohnentwicklung, Arbeitslosigkeit und Sparquoten
- Strukturelle Diskrepanzen in der Vermögensbildung und Immobilienbesitz
- Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Vermögensakkumulation
Auszug aus dem Buch
Vor der Wiedervereinigung und die Zäsur 1990
Die Ursache für die ungleiche Vermögensbildung zwischen den ehemaligen deutschen Staaten vor der Wiedervereinigung liegt in der Verschiedenartigkeit der Wirtschaftssysteme selbst begründet. Zuerst soll auf die unterschiedlichen Eigentumsrechte in den ehemaligen deutschen Staaten eingegangen werden. Während die marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsordnung der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland Eigentumsrechte aufwies, die sich strukturell nicht von denen der heutigen Zeit unterscheiden lassen, bildeten die Besitzrechte in der ehemaligen DDR einen starken Kontrast dazu. Im Zivilgesetzbuch der DDR wurde, entsprechend der planwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung, in sogenanntes „sozialistisches Eigentum“ und „persönliches Eigentum“ unterschieden. Das als „Volkseigentum“ deklarierte sozialistische Eigentum bildete hierbei die „Grundlage der sozialistischen Produktionsverhältnisse“, die Produktionsmittel befanden sich faktisch in staatlicher Hand. Ferner war die Privatisierung des sozialistischen Eigentums gesetzlich unzulässig.
Alles in allem hatten die Bürgerinnen und Bürger in der DDR „durch die sozialistische Wirtschaftsordnung (…) schlechtere Möglichkeiten Vermögen aufzubauen, als dies in der westlichen Landeshälfte der Fall war. So waren Investitionen in Betriebsvermögen, in sonstigen Immobilienbesitz oder Aktien nur in sehr begrenztem Maße möglich“. Der Anreiz für den Aufbau von Vermögen wurde folglich durch staatliche Regulationen genommen, sodass es unter den Bürgerinnen und Bürgern der ehemaligen DDR nur sehr wenige gab, die im Jahr der Wiedervereinigung größeren Besitz vorweisen konnten. In erster Linie „setzte sich das Geldvermögen der DDR-Privathaushalte (…) aus Spareinlagen (bei Banken) zusammen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, des Fokus auf die Vermögensverteilung privater Haushalte und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2. Datenbasis, Quellenkritik und Bestandsaufnahme: Kritische Reflexion der verwendeten Datensätze (SOEP und EVS) hinsichtlich ihrer Eignung und Aussagekraft für die historische Vermögensanalyse.
3. Vor der Wiedervereinigung und die Zäsur 1990: Analyse der grundlegend unterschiedlichen Wirtschaftssysteme und Eigentumsverhältnisse von DDR und BRD als Ausgangspunkt der Vermögensungleichheit.
4. „Blühende Landschaften“ – „Florierende Vermögen“?: Untersuchung der Transformationsphase nach 1990, insbesondere der Rolle der Treuhandanstalt und der wirtschaftlichen Umbrüche für die Arbeitsplatz- und Vermögensentwicklung.
5. Die Angleichung der Vermögen – Von der Transformation bis zum Sankt Nimmerleinstag?: Betrachtung der Lohnentwicklung, Sparquoten und strukturellen Hemmnisse, die eine vollständige Vermögensangleichung bis heute verhindern.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Rekapitulation der wesentlichen Erkenntnisse über das komplexe Ursachenbündel, das die anhaltende Vermögensdivergenz zwischen Ost und West begründet.
Schlüsselwörter
Vermögensverteilung, Wiedervereinigung, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Treuhandanstalt, Transformation, privates Vermögen, Lohnangleichung, Arbeitslosigkeit, Sparquote, Wirtschaftsordnung, Immobilienbesitz, Haushaltsvermögen, Transformationsprozess, soziale Ungleichheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historisch gewachsenen und strukturellen Gründe für die signifikanten Unterschiede in der Verteilung von Privatvermögen zwischen den ostdeutschen und westdeutschen Bundesländern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die unterschiedlichen Wirtschaftssysteme vor 1990, die Transformationsphase nach der Wiedervereinigung, die Rolle von Immobilienbesitz sowie die Entwicklung von Löhnen und Sparquoten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das komplexe Ursachenbündel zu identifizieren, das verhindert hat, dass sich die privaten Vermögensverhältnisse in den neuen Bundesländern trotz Jahrzehnten der Einheit an das westdeutsche Niveau angeglichen haben.
Welche wissenschaftlichen Daten werden zur Analyse verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf Mikrodaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) sowie der Einkommens- und Verbrauchsstichproben (EVS), die kritisch reflektiert und in den historischen Kontext eingebettet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Zeit vor 1990, eine Untersuchung der Treuhand-Transformation sowie eine detaillierte Betrachtung der Lohn- und Sparquote-Entwicklung nach 1995.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Vermögensverteilung, Wirtschaftsordnung, Transformation, Treuhandanstalt, Lohnangleichung und Sparquote.
Warum spielt die Treuhandanstalt eine zentrale Rolle in der Argumentation?
Die Treuhandanstalt war maßgeblich für die Privatisierung des ehemaligen Volkseigentums verantwortlich und beeinflusste durch ihre Tätigkeit in der Transformationsphase maßgeblich die Arbeitsplatz- und Vermögenslage im Osten.
Welchen Einfluss haben geschlechterspezifische Faktoren auf die Ergebnisse?
Die Arbeit zeigt auf, dass ostdeutsche Frauen besonders stark vom Transformationsprozess und der damit einhergehenden Arbeitslosigkeit betroffen waren, was sich negativ auf ihre individuelle Vermögensbildung auswirkte.
Warum haben sich die Vermögen seit 1995 nur schleppend angeglichen?
Die Arbeit identifiziert eine Phase der Stagnation bei den Lohnerhöhungen, eine geringe Tarifbindung in der ostdeutschen Industrie und das Fehlen kapitalstarker Konzernzentralen als wesentliche Bremsfaktoren.
- Quote paper
- BA Marvin Damer (Author), 2015, Die Ungleichheit privater Vermögen zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Eine historische Ursachenanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/387749