Diese Hausarbeit befasst sich mit mit Kommunikation und Kommunikationsstörungen. Dabei wird zunächst erklärt, was Kommunikation ist, welche Formen der Kommunikation existieren und wie diese zustande kommen. Gibt man beispielsweise „Was ist Kommunikation?“ in die Suchmaschine der Göttingen Bibliothek ein, wird deutlich, dass es zahlreiche Fachbereiche gibt, welche Kommunikation aus verschiedenen Sichtweisen untersuchen. Das verdeutlicht, wie wichtig Kommunikation auf allen Gebieten und in allen Lebenslagen ist.
Um den Blick auf die zentrale Fragestellung zu wahren, konzentriert sich die Arbeit nach einer allgemeinen Einführung gezielt auf den Kommunikationswissenschaftlichen Bereich. Zur Analyse von Kommunikationsstörungen wird das Modell „vier Seiten einer Nachricht“ von Schulz von Thun an einem seiner Beispiele verdeutlicht. Darüber hinaus wird in Bezug auf Kommunikationsstörungen mit Massenmedien das Beispiel der Wiedervereinigung der DDR mit der BRD angeführt und dieses mit Hilfe der Lasswell-Formel, welche in Kapitel 3.2 erklärt wird, analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Kommunikation?
2.1. Formen der Kommunikation
2.2. Was sind Kommunikationsstörungen?
3. Ein Beispiel Schulz von Thuns aus der Praxis
3.1. Schabowskis Zettel- ein weiteres Beispiel einer Kommunikations-störung
3.1.1. Schabowskis Zettel
3.1.2. Kommunikationsstörung im Fall Schabowskis und Lösungsvorschläge
3.2. Lasswell-Formel
3.3. Die Lasswell-Formel in Anwendung auf Schabowskis Zettel
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wesen von Kommunikation und die Entstehung von Kommunikationsstörungen. Das zentrale Ziel ist es, Möglichkeiten der Intervention bei gestörten Kommunikationsprozessen aufzuzeigen und dabei theoretische Modelle wie das "Vier-Seiten-Modell" von Schulz von Thun sowie die Lasswell-Formel auf praxisnahe Beispiele anzuwenden.
- Grundlagen der zwischenmenschlichen Kommunikation
- Definition und Analyse von Kommunikationsstörungen
- Das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun
- Anwendung der Lasswell-Formel auf massenmediale Ereignisse
- Interventionsstrategien in der Kommunikation
Auszug aus dem Buch
3. Ein Beispiel Schulz von Thuns aus der Praxis
Nachdem Friedemann Schulz von Thun sein Psychologiestudium erfolgreich abgeschlossen hatte, sollte er mit einigen anderen jungen Kollegen ein Kommunikationstraining für 16 Direktoren eines Unternehmens, die zu der höchsten Führungsebene unter dem Vorstand zählten, geben. Am ersten Tag des Seminars kamen alle zusammen. Damals wurde noch in den Büros und Seminarräumen geraucht. Deshalb unterbreitete Schulz von Thun folgenden Vorschlag:
„Und darf ich Sie bitten, in diesem Seminarraum nicht zu rauchen, um die gemeinsame Atemluft zu schonen!? Wir machen aber gerne kleine Pausen, sodass Sie außerhalb rauchen können!“ (Schulz von Thun 2009: S. 18)
Daraufhin zündete sich einer der Direktoren demonstrativ eine Zigarette an. (vgl. Schulz von Thun 2009: S. 19) Betrachtet man diese Äußerung unter dem Kommunikationsquadrat, welches zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht existierte, genauer, wird klar, was bei dieser Kommunikation misslungen sein könnte. Auf dem Sach- und Appellohr gehört, wäre der Vorschlag vermutlich verständnisvoll angenommen worden. Aber darüber hinaus sollte die Botschaft aus der Sicht des Beziehungs- und des Selbstoffenbarungsohr betrachtet werden. Besonders das Beziehungsohr ist oft Auslöser einer Kommunikationsstörung. Auf der Beziehungsebene könnte der Direktor den Vorschlag als eine „Frechheit“ empfunden haben. Schulz von Thun hat seinen Vorschlag später in Bezug auf das Kommunikationsquadrat wie folgt auf die Beziehungsebene übersetzt:
„Wie bitte?! Ich bin eine Art asoziales Element, das mit seiner erbärmlichen Sucht für andere zum unzumutbaren Luftverpester wird? Und der junge Herr da vorne entscheidet hier in meinem eigenen Haus, was ich ab heute darf und was ich nicht darf?!“ (Schulz von Thun 2009: S. 20)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Kommunikation und Kommunikationsstörungen ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Was ist Kommunikation?: Hier werden grundlegende Definitionen von Kommunikation erörtert, ihre verschiedenen Formen abgegrenzt und die Bedeutung von Kommunikationsstörungen theoretisch fundiert.
3. Ein Beispiel Schulz von Thuns aus der Praxis: Dieses Kapitel analysiert anhand konkreter Beispiele – dem Kommunikationstraining von Schulz von Thun sowie dem historischen Ereignis von Schabowskis Zettel – wie Kommunikationsstörungen entstehen.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine allgemeingültige "Musterlösung" für Kommunikationsstörungen nicht existiert, betont jedoch die Bedeutung der Schulung sozialer Kompetenzen für einen konstruktiven Umgang mit Konflikten.
Schlüsselwörter
Kommunikation, Kommunikationsstörungen, Schulz von Thun, Vier-Seiten-Modell, Lasswell-Formel, Zwischenmenschliche Beziehung, Massenkommunikation, Schabowskis Zettel, Soziale Kompetenz, Intervention, Verhaltenstraining, Sender, Empfänger, Sachinhalt, Beziehungsebene.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Kommunikation und untersucht, wie und warum Kommunikationsstörungen in menschlichen Interaktionen entstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die zwischenmenschliche Kommunikation, die Analyse von Nachrichtenebenen nach Schulz von Thun sowie die mediale Kommunikation am Beispiel historischer Ereignisse.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit fragt danach, was Kommunikationsstörungen ausmacht und wie man in einem kontinuierlichen Kommunikationsfluss dennoch intervenieren kann, um Missverständnisse aufzulösen.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Der Fokus liegt primär auf dem „Vier-Seiten-Modell“ (Kommunikationsquadrat) von Schulz von Thun sowie der Lasswell-Formel zur Analyse massenmedialer Nachrichten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Kommunikationsstörungen durch konkrete Praxisbeispiele, wie ein Kommunikationstraining und die Pressekonferenz zu „Schabowskis Zettel“, um theoretische Modelle zu veranschaulichen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kommunikationsquadrat, Beziehungsebene, Massenkommunikation, Interventionsstrategien und soziale Kompetenz.
Warum wird "Schabowskis Zettel" als Fallbeispiel gewählt?
Es dient als prominentes Beispiel für eine Massenkommunikationsstörung, bei der eine unpräzise Botschaft durch Medien eine unbeabsichtigte und weitreichende Wirkung auf die Gesellschaft hatte.
Kann man nach Watzlawick "nicht kommunizieren"?
Nein, laut Watzlawick hat jedes Verhalten Mitteilungscharakter, weshalb es unmöglich ist, nicht zu kommunizieren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Kommunikationsstörungen. Was sind sie und wie kann interveniert werden?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/387425