Zahlreiche Menschen leben auf der Straße, haben „kein Dach über dem Kopf“ und sind somit obdachlos. Von diesem Zustand sind auch viele Kinder und Jugendliche betroffen. Wie viele es tatsächlich sind, lässt sich nur schwer erahnen und statistisch fast unmöglich festlegen. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete von etwa 40.000 betroffenen Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
Menschen ohne Obdach leben in andauernder Gefahr und sind einem hohen Risiko gegenüber der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit ausgesetzt. Ein Arbeitsfeld der Profession der Sozialen Arbeit, die Straßensozialarbeit oder auch „Streetwork“ genannt, arbeitet mit von einer solchen Situation betroffenen Menschen. Nachfolgend möchte ich ausarbeiten, ob sich Streetwork als Methode der Sozialen Arbeit identifizieren lässt und ob sie sich dazu eignet, obdachlose Jugendliche und Kinder, aber auch Erwachsene, wieder in das gesellschaftliche Leben zu integrieren und ihnen zur Sesshaftigkeit (zurück) zu verhelfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Soziale Arbeit
2.2 Definition Streetwork
2.3 Definition Obdachlosigkeit
3. Ist Streetwork eine Methode Sozialer Arbeit?
4. Jugendlichen mittels Streetwork aus der Obdachlosigkeit verhelfen – Methodisches Vorgehen
5. Abschließende Betrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Streetwork als eine geeignete Methode der Sozialen Arbeit angesehen werden kann, um obdachlose Kinder und Jugendliche in das gesellschaftliche Leben zu (re-)integrieren und ihnen zur Sesshaftigkeit zu verhelfen.
- Grundlagen der Profession Soziale Arbeit
- Methodische Verortung von Streetwork
- Definitionen von Obdachlosigkeit und Abgrenzung zur Nichtsesshaftigkeit
- Kontaktaufnahme und Beziehungsaufbau in der aufsuchenden Arbeit
- Prozess der Ressourcenförderung und Hilfeplanung
Auszug aus dem Buch
Jugendlichen mittels Streetwork aus der Obdachlosigkeit verhelfen – Methodisches Vorgehen
Der erste Schritt im Hinblick auf die Methode Streetwork ist die Kontaktaufnahme zu den Zielpersonen. Dies geschieht im Normalfall direkt in der Lebenswelt der Zielpersonen, in diesem Fall ist dies verallgemeinert formuliert „auf der Straße“. Streetwork arbeitet durch die aufsuchende Arbeitsform somit äußerst niedrigschwellig, um Zugang zur Zielgruppe zu finden. Das bedeutet, dass die Hilfesuchenden nicht in Einrichtungen oder Ämter gehen müssen, um Hilfsangebote anzunehmen, was meist eine große Hürde darstellt, sondern es wird direkt auf sie zugegangen, indem sie in ihrer Lebenswelt aufgesucht werden, wodurch sie besonders einfach zu erreichen sind.
Ist die Kontaktaufnahme zu den Jugendlichen gelungen, muss zuallererst an den Grundbedürfnissen angesetzt und die materielle Grundversorgung zur Existenzsicherung und Überlebenshilfe gewährleistet werden. Hierzu gehören vor allem Essen, Schlaf, Hygiene und geschützter Raum. Eventuell kommt hier auch die vorrübergehende Herauslösung aus der Szene, also die stationäre Unterbringung, in Frage (vgl. Hinz 2000, 24f.; Britten 2009, 115f.). Jedoch entscheidet einzig und alleine der Jugendliche beziehungsweise Obdachlose selbst, welche Hilfe und wieviel er annehmen möchte (vgl. Bodenmüller/Piepel 2000, 79). Es wird ihm nichts aufgezwungen. Ansonsten können eine vertrauensvolle Beziehung und eine effektive Zusammenarbeit und Lösung des Problems nicht gewährleistet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prekäre Situation von obdachlosen Kindern und Jugendlichen in Deutschland und führt in die Fragestellung ein, inwieweit Streetwork als methodische Antwort zur sozialen (Re-)Integration dienen kann.
Definitionen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Fachbegriffe, indem es die Soziale Arbeit als Profession definiert, Streetwork als aufsuchende Kontaktform beschreibt und Obdachlosigkeit von bewusster Nichtsesshaftigkeit abgrenzt.
Ist Streetwork eine Methode Sozialer Arbeit?: Hier wird Streetwork anhand wissenschaftlicher Kriterien für "Methoden" geprüft und als legitime, konzeptbasierte Handlungspraxis innerhalb der Profession Soziale Arbeit bestätigt.
Jugendlichen mittels Streetwork aus der Obdachlosigkeit verhelfen – Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt den praktischen Prozess der aufsuchenden Arbeit – von der ersten Kontaktaufnahme in der Lebenswelt bis hin zur langfristigen Mobilisierung von Ressourcen und individuellen Hilfeplanung.
Abschließende Betrachtung: Das Fazit beantwortet die zentrale Forschungsfrage positiv unter der Bedingung der Freiwilligkeit und betont, dass die Integration ein langwieriger, prozesshafter Weg ist.
Schlüsselwörter
Streetwork, Soziale Arbeit, Obdachlosigkeit, Straßensozialarbeit, aufsuchende Arbeit, Jugendhilfe, Lebensweltorientierung, Sozialintegration, Vertrauensaufbau, Sesshaftigkeit, Existenzsicherung, methodisches Vorgehen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Effektivität und methodische Einordnung von Streetwork als professionelle Antwort der Sozialen Arbeit auf die Problematik obdachloser Jugendlicher.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definitionen von Soziale Arbeit und Streetwork, die Lebenswirklichkeit obdachloser Jugendlicher sowie die methodischen Schritte zur Wiedereingliederung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Klärung, ob Streetwork eine geeignete Methode ist, um obdachlosen Jugendlichen den Weg zurück in ein stabiles, gesellschaftliches Leben zu ebnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Qualifizierungsarbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Anwendung fachwissenschaftlicher Definitionen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die methodische Struktur von Streetwork und beschreibt detailliert den Prozess der Kontaktaufnahme, Vertrauensbildung und die Erarbeitung individueller Perspektiven mit den Klienten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Streetwork, Obdachlosigkeit, aufsuchende Arbeit, Lebensweltorientierung und die professionelle Soziale Arbeit.
Warum ist die Freiwilligkeit bei dieser Arbeit so entscheidend?
Die Freiwilligkeit ist ein ethischer Grundpfeiler, da nur auf Basis des eigenen Willens eine vertrauensvolle Bindung und somit eine effektive Zusammenarbeit zur Problemlösung aufgebaut werden kann.
Welche Rolle spielt die Lebenswelt der Zielgruppe?
Die Lebenswelt der Jugendlichen ist der primäre Interventionsort für Streetworker, da nur durch das Aufsuchen an diesen Plätzen eine niedrigschwellige Erreichbarkeit gewährleistet wird, die den Betroffenen den Gang zu Behörden zunächst erspart.
- Arbeit zitieren
- Annemarie-Sophie Treiber (Autor:in), 2017, Ist Streetwork eine geeignete Methode Sozialer Arbeit, um Jugendlichen aus ihrer Obdachlosigkeit zu verhelfen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/386970