Ob die eingeführte Frauenquote das Problem der Unterrepräsentanz von weiblichen Führungskräften in deutschen Großunternehmen beheben kann, soll in dieser Arbeit untersucht werden. Zunächst beschäftigt sich die Arbeit mit dem Gesetz selbst, um anschließend auf die historische Entwicklung der Frau und ihrer Errungenschaften im Kampf um Gerechtigkeit, sowie die aktuelle Situation einzugehen. In diesem Zuge werden auch die Gründe für Unterrepräsentanz aufgezeigt. Danach werden die Pro und die Contra Seiten der Quote genauer untersucht und anschließend ein kleines Zwischenfazit gezogen. Es folgen Praxisbeispiele, anhand von Norwegen und den Ländern, die Norwegen bis heute schon gefolgt sind, und eines deutschen Unternehmens, die Deutsche Telekom.
Mittlerweile ist es relativ normal, als Frau bei der Polizei oder Feuerwehr zu arbeiten, doch Fakt ist, dass nur 25% der Vorstandsgremien von Frauen besetzt sind. Zudem verdienen Frauen durchschnittlich 21% weniger als Männer in vergleichbaren Positionen. Um dieser Situation entgegenzuwirken, trat am 01. Mai 2015 das Gesetzt zur Frauenquote in Kraft. Dieses Gesetzt ist jedoch sehr umstritten und die Meinungen spalten sich, wie auch die von mir durchgeführte Umfrage ergab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einführung
2.1 Gesetz
2.2 Historische Entwicklung
2.3 Aktuelle Situation
3 Gründe für die Unterrepräsentanz
4 Pro und Contra
4.1 Pro
4.2 Contra
4.3 Zwischenfazit
5 Praxisbeispiele
5.1 Norwegen als Vorreiter
5.2 Deutsche Unternehmen
6 Umfrage
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die gesetzliche Einführung der Frauenquote in deutschen Großunternehmen ein effektives Mittel ist, um der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen entgegenzuwirken und langfristig für mehr Gleichberechtigung zu sorgen.
- Analyse der gesetzlichen Grundlagen und historischen Hintergründe zur Gleichberechtigung in Deutschland.
- Untersuchung der soziologischen und strukturellen Ursachen für die Unterrepräsentanz von Frauen.
- Diskussion der Argumente für und gegen die Frauenquote unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und moralischer Aspekte.
- Auswertung von Praxisbeispielen, insbesondere Norwegen und die Deutsche Telekom, sowie einer lokalen Umfrage.
Auszug aus dem Buch
3 Gründe für die Unterrepräsentanz
In diesem Abschnitt soll untersucht werden, warum es in der heutigen Zeit notwendig ist, eine solche Quote einzuführen und aus welchen Gründen so wenige Frauen in Führungspositionen vertreten sind. Denn laut Statistik müssten wir bereits mindestens 50% weibliche Führungskräfte in unseren Unternehmen haben, denn 52% der Abiturienten sind Mädchen und nur 48% sind Jungen. Am Bildungsniveau kann es somit nicht liegen. Ein Grund jedoch sind die Rollenbilder, die immer noch in unserer Gesellschaft verankert sind. Männer sind die starken Jäger und somit die Ernährer der Familie, während die schwache Frau emotional und ängstlich ist. Diese urzeitlichen Stereotypen sitzen immer noch in unseren Köpfen und beeinflussen uns.
Auch wenn sich der kooperative Führungsstil bereits bewährt hat, werden für Führungspositionen Eigenschaften wie Dominanz, Ehrgeiz und Durchsetzungsvermögen bevorzugt, welche aufgrund der Rollenbilder eher den Männern zugeschrieben werden.
Ein weiterer Grund für die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen ist die Arbeitsteilung im Familienleben und Haushalt. Die Hauptaufgabe der Organisation des Haushalts, des Familienlebens und der Kindererziehung übernimmt auch heute noch traditionell die Frau. Zudem haben Frauen meist einen längeren beruflichen Ausfall als Männer, wenn sie ein Kind bekommen, da die meisten Väter höchstens für zwei Monate in Elternzeit gehen und jeder fünfte Vater nimmt sich erst gar keine Elternzeit, laut der Allensbach-Studie. Jedoch Frauen die Kinder bekommen sind meist ein Jahr oder länger in Mutterschutz und Elternzeit. Und wenn eine Führungskraft in Elternzeit geht bedeutet dies, dass viele administrative Aufgaben von jemanden anders übernommen werden müssen. Und diese Tatsache beeinflusst die Vergabe der Jobs, sodass wiederum Männer bevorzugt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen ein und stellt die Relevanz der Frauenquote dar.
2 Einführung: In diesem Kapitel werden die gesetzliche Regelung zur Frauenquote sowie die historische Entwicklung der Gleichberechtigung und die aktuelle Situation in Deutschland erläutert.
3 Gründe für die Unterrepräsentanz: Hier werden soziologische Rollenbilder, die Arbeitsteilung in der Familie und das Prinzip der homosozialen Reproduktion als Ursachen für den Mangel an Frauen in Führungsebenen analysiert.
4 Pro und Contra: Dieses Kapitel setzt sich mit den verschiedenen Argumenten für und gegen die Quote auseinander und bietet eine erste reflektierte Einschätzung.
5 Praxisbeispiele: Anhand des internationalen Beispiels Norwegen und der betrieblichen Umsetzung bei der Deutschen Telekom wird die Wirksamkeit der Frauenquote in der Praxis beleuchtet.
6 Umfrage: Die Ergebnisse einer selbst durchgeführten Umfrage im Raum Ingolstadt geben Aufschluss über das Meinungsbild zur Frauenquote und zur wahrgenommenen Gleichberechtigung in verschiedenen Sektoren.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Quote als temporäres Instrument notwendig ist, um gesellschaftliche Veränderungen und echte Chancengleichheit zu fördern.
Schlüsselwörter
Frauenquote, Führungspositionen, Gleichberechtigung, Gender Pay Gap, Unterrepräsentanz, Karriere, Rollenbilder, Aufsichtsrat, Deutschland, Norwegen, Deutsche Telekom, Umfrage, Diversität, Arbeitswelt, Karrierechancen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einführung und Auswirkungen der gesetzlichen Frauenquote in Deutschland als Mittel gegen die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen historische und aktuelle Gleichstellung, die Analyse soziologischer Barrieren (Rollenbilder), die Pro- und Contra-Argumentation zur Quote sowie deren praktische Anwendung in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob die Frauenquote das Problem der Unterrepräsentanz von weiblichen Führungskräften in deutschen Großunternehmen effektiv beheben kann und ob sie die richtige Lösung für dieses strukturelle Problem darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse, der Untersuchung von Praxisbeispielen (Fallstudien zu Norwegen und der Deutschen Telekom) sowie einer empirischen Befragung zur Meinungsbildung im Raum Ingolstadt durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ursachen der Unterrepräsentanz, eine fundierte Pro- und Contra-Diskussion zur gesetzlichen Quote sowie die Analyse realer Umsetzungsbeispiele und die Auswertung eigener Umfragedaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Frauenquote, Führungspositionen, Gleichberechtigung, Rollenbilder und Karriere definiert.
Welche Rolle spielt das Prinzip der „homosozialen Reproduktion“ in der Arbeit?
Dieses Prinzip wird als zentraler struktureller Grund dafür identifiziert, warum bestehende, meist männliche Führungsetagen bei Beförderungen bevorzugt Personen einstellen, die ihnen in Leistungsbereitschaft und Hintergrund gleichen.
Wie schätzt der Autor die Akzeptanz der Frauenquote ein?
Der Autor vergleicht die anfängliche Kritik an der Frauenquote mit der historischen Kritik am Frauenwahlrecht und plädiert dafür, die Quote als notwendiges, zeitlich begrenztes Instrument zur Erzielung von gesellschaftlicher Akzeptanz und echter Gleichberechtigung zu betrachten.
- Arbeit zitieren
- Christina Huber (Autor:in), 2017, Die Frauenquote und das Problem der Unterrepräsentanz von weiblichen Führungskräften in deutschen Großunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/386136