Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Kunst zur Zeit der Grand Tour. Ihr Ziel ist die Untersuchung von verschiedenen Gesichtspunkten der Grand-Tour-Porträtmalerei und der Porträtmalerei im Allgemeinen. Es sollen folgende Aspekte analysiert werden: Als Erstes wird im Hauptteil der Arbeit auf die Entstehung der Porträtmalerei bis zum 18. Jahrhundert eingegangen. Es kann nicht auf alle Entwicklungen eingegangen werden, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Daher beschränkt sich diese Arbeit nur auf einen kurzen Abriss der Geschichte der Porträtmalerei seit dem 16. Jahrhundert. Anhand eines Vergleichs zwischen einem Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren und einem Touristenporträt von Pompeo Batoni werden die unterschiedlichen Zielsetzungen dieser beiden Porträts erläutert. Da der Aspekt der Kleidung und Verkleidung im 18. Jahrhundert von grosser Bedeutung war, wird dieser Blickpunkt mit Hilfe des Porträts von Pompeo Batoni beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Diachrone Perspektive der Porträtmalerei
3. Kleidungsstil im 18. Jahrhundert
4. Schlusswort
5. Bibliografie
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung der Porträtmalerei im Kontext der "Grand Tour" im 18. Jahrhundert, wobei insbesondere das Verhältnis zwischen individueller Selbstdarstellung, modischen Einflüssen und dem Einsatz symbolischer Accessoires analysiert wird.
- Die historische Entwicklung der Porträtmalerei seit dem 16. Jahrhundert.
- Die Bedeutung von Kleidung und Verkleidung als Ausdrucksmittel der Aristokratie.
- Der Einfluss der "Grand Tour" auf die Ikonografie der Porträts.
- Die Rolle der Karikatur als gesellschaftskritische Spiegelung zeitgenössischer Modetrends.
- Die Funktion von "Identifikationsporträts" am Beispiel von Pompeo Batoni.
Auszug aus dem Buch
Diachrone Perspektive der Porträtmalerei
Auf dem Porträt von Hans Holbein dem Jüngeren ist der Mathematiker und Astronom Nicolaus Kratzer abgebildet (Abbildung 1). Er trägt einen dunkel-violetten Mantel. Im Ausschnitt werden sowohl das weisse Unter- als auch das rote Obergewand sichtbar. Der Astronom sitzt hinter einem Tisch, dessen Kante mit dem vorderen Bildrand abschliesst, sodass seine Grundfläche nur in ungewöhnlich winkliger Form vorstellbar ist. Das Porträt ist mit vielen verschiedenen Accessoires ausgestattet. In der linken Hand hält Nicolaus Kratzer den zehnseitigen Körper einer Sonnenuhr, die er offenbar gerade zusammensetzt. In seiner rechten Hand liegt ein Messzirkel. Auf dem Tisch sind weitere Arbeitsgeräte verteilt. Von links nach rechts sind ein beschriebenes Blatt Papier, eine darüber liegende Visierschiene, ein Schabeisen oder Modelliermesser, die gestapelten Zeiger einer Sonnenuhr, vier zusammengelegte Viertelkreise, ein Spitzeisen, eine Schere, ein Stechzirkel und ein Hammer zu sehen. Neben Nicolaus Kratzers Kopf hängt rechts ein grosser Zirkel, vor diesem eine Art Parallel-Reissschiene, darunter ein Lineal.
Die Mess- und Zeichengeräte heben sich von der hellen, glatten Wand und der Tischplatte ab. Den Gegenständen in seiner Hand schenkt der Porträtierte keine direkte Aufmerksamkeit. Sein Blick richtet sich nicht auf den Betrachter, sondern schweift rechts aus dem Bild heraus. Er wirkt gedankenversunken und in sich gekehrt, da seine Augen nichts direkt fixieren. Die ihn umgebenden Objekte sind nicht geordnet aufgereiht, sodass sich ein Eindruck des Spontanen und Zufälligen einstellt. Der gedankenversunkene Blick weist darauf hin, dass der Porträtierte nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch geistige Fähigkeiten besitzt. Holbeins Porträt von Nicolaus Kratzer prägte über einen langen Zeitraum die Darstellung berühmter Mathematiker und Astronomen. Diese wurden fast immer als Halbfigur im Raum gemalt und hinter einem von Schreib- und Messgeräten bedeckten Tisch positioniert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Phänomen der "Grand Tour" als Bildungsreise junger englischer Adliger und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, verschiedene Aspekte der Porträtmalerei im 18. Jahrhundert zu untersuchen.
2. Diachrone Perspektive der Porträtmalerei: Dieses Kapitel vergleicht die Porträtauffassung der Renaissance mit der des 18. Jahrhunderts und analysiert die Funktion von Accessoires und Hintergrundgestaltung in den Werken von Hans Holbein d. J. und Pompeo Batoni.
3. Kleidungsstil im 18. Jahrhundert: Hier wird der Einfluss modischer Trends auf die Männerkleidung, insbesondere das Phänomen der "Macaroni" und die Bedeutung von Maskenbällen, detailliert beleuchtet.
4. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse über die Entwicklung der individuellen Charakterdarstellung und die Bedeutung von Kleidung und Inszenierung in der Porträtmalerei zusammen.
5. Bibliografie: Dieses Kapitel listet alle verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literaturhinweise auf.
Schlüsselwörter
Grand Tour, Porträtmalerei, Pompeo Batoni, 18. Jahrhundert, Kleidung, Maskenball, Identifikationsporträt, Macaroni, Holbein, Aristokratie, Bildungsreise, Kunstgeschichte, Statussymbol, Karikatur, Individualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Kunst und Porträtmalerei zur Zeit der "Grand Tour" im 18. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Geschichte der Porträtmalerei, den Einfluss von Mode und Kleidung auf die Selbstdarstellung sowie die soziokulturelle Bedeutung von Bildungsreisen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Untersuchung der verschiedenen Gesichtspunkte der Grand-Tour-Porträtmalerei und der Porträtmalerei im Allgemeinen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine kunsthistorische Analyse anhand von Bildvergleichen (z.B. Holbein vs. Batoni) unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Porträtmalerei, die Bedeutung des Kleidungsstils, die Rolle von Accessoires und das Phänomen der Identifikationsporträts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Grand Tour, Porträtmalerei, Pompeo Batoni, Macaroni und der zeitgenössische Kleidungsstil.
Inwiefern beeinflusste die "Grand Tour" die Darstellung der Porträtierten?
Die Reise nach Italien führte dazu, dass sich Reisende oft vor antiken Kulissen oder mit entsprechenden Objekten abbilden ließen, um ihre Bildung und ihren Status zu unterstreichen.
Warum spielt die Karikatur eine Rolle in der Untersuchung?
Die Karikatur dient als wichtiges zeitgenössisches Zeugnis, um die öffentliche Kritik am exzentrischen Modestil der jungen, von der Grand Tour zurückgekehrten Adligen, den "Macaroni", zu illustrieren.
Welche besondere Bedeutung hat das "Van-Dyck-Kostüm" für das Werk?
Es fungierte als populäre Maskenballverkleidung und diente englischen Gentlemen als Symbol der Identifikation mit einer idealisierten, aristokratischen Vergangenheit.
- Arbeit zitieren
- BA UZH Angelica Blumenthal (Autor:in), 2013, Neue Bildformen im 18. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/385607