Der Einfluss der akustischen Wahrnehmung auf den Konsumenten ist in den letzten Jahren zu einem immer wichtiger werdenden Thema geworden. Die Qualitätsunterschiede zwischen Marken werden immer geringer. Die Reizüberflutung nimmt stetig zu und erschwert es Unternehmen ihre Produkte differenziert und einzigartig zu bewerben.
Die akustische Wahrnehmung könnte hier allerdings eine wichtige Rolle einnehmen, da sie den Konsumenten gezielt emotional beeinflussen kann. Akustische Reize haben eine sehr geringe Verarbeitungsdauer und können so unbewusst wirken.
In dieser Arbeit wird genauer auf die Fragestellung "Lassen sich Männer als Konsument stärker von ihrer akustischen Wahrnehmung beeinflussen als Frauen?" eingegangen. In Kapitel 4 werden diese Ergebnisse anhand von Statistiken genauer erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Hintergründe
2.1 Reizverarbeitung
2.2 Auslösen von Emotionen
2.3 Einfluss auf den Konsumenten
2.4 Sound Branding
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Formulierung der Hypothesen
3.2 Untersuchungsplan
3.2.1 Variablen
3.2.2 Stichprobenauswahl
3.3 Fragebogen
4 Datenauswertung und Ergebnisse
4.1 Beschreibung der Stichprobe
4.2 Deskriptive Statistik
5 Zusammenfassung & Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der akustischen Wahrnehmung auf das Konsumentenverhalten und geht dabei der Forschungsfrage nach, ob Männer als Konsumenten stärker von akustischen Reizen beeinflusst werden als Frauen. Zudem wird analysiert, ob ein allgemeines Störempfinden gegenüber Werbung die Anfälligkeit für akustische Markenelemente reduziert.
- Grundlagen der akustischen Reizverarbeitung und Markenführung
- Die Rolle des Sound Brandings im Marketing
- Empirische Untersuchung zur akustischen Beeinflussbarkeit
- Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Wahrnehmung von Sound Logos
- Zusammenhang zwischen Werbeakzeptanz und akustischer Werbewirkung
Auszug aus dem Buch
2.4 Sound Branding
Betrachtet man den Einfluss der akustischen Wahrnehmung auf den Konsumenten kommt man nicht an dem Begriff Sound Branding vorbei. Sound Branding hat sich über Jahrhunderte entwickelt und definiert sich wie folgt „Sound Branding bezeichnet die gezielte Nutzung akustischer Reize in der Kommunikation“ (Steiner, 2014, S. 48). Ziel des Branding/Markieren ist die Differenzierung des Produktes/der Dienstleistung um es einzigartig zu machen. Die spezifische Nutzung des Branding durch eine akustische Darstellung wurde erstmals im Jahre 1905 dokumentiert. Ziel ist es, den Konsumenten über möglichst viele Sinne anzusprechen. Die visuelle Wahrnehmung wird als häufigstes Stilmittel verwendet, wobei das Potenzial der anderen Sinne, unter anderem auch die akustische Wahrnehmung, häufig nicht voll ausgeschöpft wird (Wiere, 2010). Sound Branding bietet dem Unternehmen die Möglichkeit seine Marke für den Konsumenten emotional erlebbar zu machen und dadurch die Identifikation zu steigern (Stewart, Farmer & Stannard, 1990). Die gesteigerte Identifikation soll im Umkehrschluss durch einen erhöhten Wiedererkennungs- und Erinnerungswert erreicht werden.
Unter dem Begriff Sound Branding findet man ein breites Angebot an Stilmitteln: Brand Song, Brand Voice, Brand Music, Soundscape, Sound Icon, Sound Logo und Jingle. Ferner wird zwischen verbalen (enthält Text/Sprache) und nonverbalen Elementen unterschieden. Ein Brand Song, zu Deutsch Markenlied, sollte über einen gewissen Zeitraum kommuniziert und je nach Einsatzumfeld angepasst werden. Er ist bspw. durch Strophe und Refrain definiert und zählt somit als klassisches Lied. Die Brand Voice, zu Deutsch Markenstimme, kann in allen akustischen Interfaces eingesetzt werden. Diese emotionale Stimme kann durch Dialekt den persönlichen Bezug zum Konsumenten herstellen. Die eingesetzte Akustik am Verkaufsort, in einem Geschäft oder Laden, wird als Brand Music definiert. Sie soll verkaufsfördernd wirken und muss mit dem Ambiente und dem Thema des Ladens übereinstimmen. Soundscape, zu Deutsch Klanglandschaft, ist ein Neologismus der aus den Wörtern Sound und Landscape entwickelt wurde. Sie lassen sich durch nonverbale Akustik definieren und sollen eine Art Backgroundsound erzeugen. Sound Icons sind mit einer maximalen Laufzeit von 500 ms die kürzesten Elemente des Sound Brandings. Beispiele hierfür sind das Öffnen einer Cola Dose und das dazu gehörige Zischen. Das bekannteste Element ist das Sound Logo. Es besteht aus einer kurzen Tonfolge und hat eine einprägsame Melodie wie bspw. das Telekom Sound Logo. Der Jingle ist durch das Sprechen bzw. Singen einer Melodie, häufig in Anlehnung an Volks- oder Kindermusik, charakterisiert (Steiner, 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die wachsende Bedeutung der akustischen Markenführung ein und formuliert die Forschungsfrage zur geschlechtsspezifischen Beeinflussbarkeit durch akustische Reize.
2 Theoretische Hintergründe: In diesem Kapitel werden die physiologischen Grundlagen der Reizverarbeitung sowie die psychologischen Aspekte des Sound Brandings und der Emotionsauslösung durch akustische Reize erörtert.
3 Methodisches Vorgehen: Hier werden die Hypothesen der Arbeit aufgestellt, das Forschungsdesign erläutert und die Durchführung der quantitativen Online-Befragung beschrieben.
4 Datenauswertung und Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die Ergebnisse der empirischen Erhebung, beschreibt die Stichprobe und analysiert die deskriptiven Daten hinsichtlich der formulierten Hypothesen.
5 Zusammenfassung & Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, stellt die Widerlegung der aufgestellten Hypothesen fest und reflektiert die Stärken sowie die Aussagekraft der durchgeführten Studie.
Schlüsselwörter
Akustische Wahrnehmung, Sound Branding, Konsumentenverhalten, Markenführung, Sound Logo, Reizverarbeitung, Marketing, Musikpsychologie, Soundscape, Werbewirkung, Quantitative Forschung, Markenidentifikation, Konsumentenforschung, Akustische Reize, Branding.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss der akustischen Markenführung auf das Konsumentenverhalten und analysiert, wie Menschen auf akustische Markenelemente reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die akustische Reizverarbeitung, die Wirkung von Sound Branding auf Emotionen und das Konsumentenverhalten im Kontext der akustischen Wahrnehmung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es herauszufinden, ob sich Männer stärker von ihrer akustischen Wahrnehmung beeinflussen lassen als Frauen und ob ein Störempfinden gegenüber Werbung die akustische Beeinflussbarkeit mindert.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor wählte eine quantitative Methode in Form einer Online-Befragung, bei der die Teilnehmer Sound-Branding-Elemente identifizieren mussten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt die theoretischen Hintergründe der akustischen Wahrnehmung, eine detaillierte Erläuterung des Sound Brandings sowie die methodische Durchführung und Auswertung der quantitativen Studie ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Akustische Wahrnehmung, Sound Branding, Markenführung, Markenidentifikation und Konsumentenverhalten.
Konnten die aufgestellten Hypothesen durch die Datenauswertung bestätigt werden?
Nein, beide Hypothesen konnten durch die deskriptive statistische Auswertung nicht bestätigt werden, da sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern oder bezüglich des Störempfindens ergaben.
Warum wurde eine Online-Befragung als Forschungsinstrument gewählt?
Die Wahl fiel auf eine Online-Befragung, um eine hinreichend große Stichprobe von 105 Personen effizient zu erreichen und die objektive Befragungssituation unabhängig vom Versuchsleiter zu gewährleisten.
- Quote paper
- Maximilian Theobald (Author), 2017, Der Einfluss der akustischen Wahrnehmung auf den Konsumenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/385469