Die erlebte Kindheit kann einen entscheidenden Einfluss auf das weitere Leben haben. Es gibt Kinder, die eine Kindheit durch Gewalterfahrungen wie Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung oder Armut oder Traumata erleben. Trotz widriger Umstände können sich einige Kinder überraschend positiv, kompetent und gesund entwickeln. Warum ist das so? Was macht sie widerstandsfähiger?
Diesen Fragen widmet sich die Resilienzforschung, die auch durch die Kauai-Langzeit-Studie von der Resilienzforscherin Emmy Werner wichtige Erkenntnisse lieferte. Einige der Kinder, die in ihrer Kindheit und Jugend schwierige Umstände erlebten, entwickelten sich zu glücklichen, gesunden Erwachsenen. Heute ist Resilienz Förderung ein wichtiges Thema, da ein komplexes Zusammenwirken diverser Akteure wie Eltern, Kindergärten, Schulen, Erziehungsberatungsstellen etc., die Kinder unterstützen kann, mit schwierigen Lebensumständen besser fertigzuwerden.
Ich gehe auf Begriffsdefinitionen, Studien, Resilienz-Modelle und die Bindungstheorie ein. Am Beispiel eines Falles möchte ich das Resilienzkonzept herausarbeiten, wie Kinder und Jugendliche mit Unterstützung von SozialarbeiterInnen Schutzfaktoren, Handlungsfähigkeiten stärken bzw. aufbauen oder auch Risikofaktoren vermindern können oder als Präventionskonzepte fungieren können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen
3 Studien der Resilienzförderung
3.1 Empirische Forschungsergebnisse
3.1.1 Personale Ressourcen des Kindes
3.1.2 Soziale Ressourcen / Schutzfaktoren
4 Konzepte der Resilienz
4.1 Risikofaktorenkonzept
4.2 Schutzfaktorenkonzept
5 Resilienzförderung bei Kindern und Jugendlichen
5.1 Fallbeispiel: (Melissa, 16 Jahre)
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Kinder und Jugendliche trotz widriger Lebensumstände durch gezielte Resilienzförderung gestärkt werden können. Ziel ist es, auf Basis theoretischer Konzepte und empirischer Studien aufzuzeigen, wie Schutzfaktoren identifiziert, Handlungsfähigkeiten aufgebaut und Risikofaktoren durch sozialarbeiterisches Handeln minimiert werden können.
- Grundlagen und Definitionen des Resilienzbegriffs
- Wichtige Langzeitstudien der Resilienzforschung
- Analyse von Risiko- und Schutzfaktorenkonzepten
- Praktische Ansätze zur Resilienzförderung im Alltag
- Fallbeispielhafte Anwendung der Förderstrategien
Auszug aus dem Buch
5.1 Fallbeispiel: (Melissa, 16 Jahre)
Melissa lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter und den beiden Halbgeschwistern (7-jähriger Bruder mit Down Syndrom, 21-jährige Schwester mit 3 eigenen Kindern) in einer Sozialwohnung im sozialen Randgebiet einer mittelgroßen Stadt Süddeutschlands. Seit der achten Klasse wurde M. (13 J.) von mir bei den Themen Berufsorientierung unterstützt, es kristallisierte sich schnell eine angespannte, wechselseitig aggressive, kontrollierende Tochter-Mutter Beziehung mit unsicherer Bindung, heraus. Mehrfach drohte die Mutter der damals 14jährigen mit dem Heim, das einmal mit Inobhutnahme, begleitet durch mich, endete. Jegliche, mehrfach angebahnte Unterstützungen durch das Jugendamt, wurden von der Mutter abgelehnt. M. erfährt Unterstützung von ihrem Freundeskreis und schulischen Bezugspersonen (Klassenlehrer, mir). Außerschulisch ist sie im Gardetanz aktiv und kümmert sich liebevoll um ihren behinderten Bruder. Zum albanischen Vater möchte sie, aufgrund der erfahrenen häuslichen Gewalt, keinen Kontakt. Durch Training ihrer sozialen Kompetenzen mithilfe von Übungen, Arbeitsblättern, konstruktiven Gesprächen und Feedbacks und positiven Selbstwirksamkeitserfahrungen aufgrund von Praktika, gelingt ihr nach einem erfolgreichen Hauptschulabschluss der direkte Übergang in eine Ausbildung mit 15 Jahren. Dort wird ihre Ausbilderin eine weitere sichere und verlässliche Bezugsperson, die sie in vielen Anliegen wohlwollend unterstützt. Meine Unterstützung endete regulär ein Jahr nach der Ausbildung von M.
Grundvoraussetzung meiner Arbeit ist Empathie und Wertschätzung der Tochter und Mutter und Ziel ist, die Stärkung des Selbst-Wertschätzens und Selbst-Wirksamkeit von M. anhand ihrer Stärken zu forcieren. Durch Echtheit und Klarheit in der Kommunikation sowie die Bereitschaft zum Dialog mit der Mutter werden die sozialen Ressourcen gefördert genauso wie durch das Vertrauen zu mir als verlässliche Bezugsperson und das Zutrauen von mir in M. und die Unterstützung ihrer Ziele. Konkret wurde sie von mir unterstützt durch das
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Resilienz ein und verdeutlicht anhand schwieriger Lebensumstände die Relevanz der Resilienzforschung für die pädagogische Arbeit.
2 Definitionen: Dieses Kapitel erläutert den Resilienzbegriff und grenzt verschiedene Erscheinungsformen der psychischen Widerstandskraft theoretisch voneinander ab.
3 Studien der Resilienzförderung: Hier werden zentrale Pionierstudien wie die Kauai-Studie vorgestellt, um die Bedeutung von Schutzfaktoren in der Entwicklung aufzuzeigen.
3.1 Empirische Forschungsergebnisse: Dieser Abschnitt vertieft die wissenschaftliche Perspektive auf die Faktoren, die eine positive Entwicklung trotz Belastungen ermöglichen.
3.1.1 Personale Ressourcen des Kindes: Der Fokus liegt hier auf den individuellen Fähigkeiten und Temperamentseigenschaften, die als innere Schutzfaktoren fungieren.
3.1.2 Soziale Ressourcen / Schutzfaktoren: Es wird die Rolle von Bezugspersonen und Unterstützungsnetzwerken als entscheidende äußere Schutzfaktoren hervorgehoben.
4 Konzepte der Resilienz: Dieses Kapitel stellt theoretische Modelle vor, die helfen, Risiken und Schutzmöglichkeiten systematisch zu erfassen.
4.1 Risikofaktorenkonzept: Es wird erklärt, wie verschiedene Umwelt- und Personenfaktoren das Entwicklungsrisiko erhöhen können.
4.2 Schutzfaktorenkonzept: Die Darstellung konzentriert sich auf die Ebenen, auf denen risikomildernde Faktoren wirken können, um Resilienz zu stärken.
5 Resilienzförderung bei Kindern und Jugendlichen: Dieses Kapitel verknüpft Theorie mit der Praxis der Sozialen Arbeit und gesetzlichen Rahmenbedingungen.
5.1 Fallbeispiel: (Melissa, 16 Jahre): An einem konkreten Beispiel wird der praktische Prozess der Resilienzstärkung und der Beziehungsarbeit aufgezeigt.
6 Fazit: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit ganzheitlicher, präventiver Programme und einer vernetzten sozialarbeiterischen Praxis.
Schlüsselwörter
Resilienz, Resilienzförderung, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Sozialarbeit, Kinder, Jugendliche, Salutogenese, Selbstwirksamkeit, Bindungstheorie, Prävention, Entwicklungskrisen, Fallbeispiel, Kompetenzsteigerung, Soziale Ressourcen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Möglichkeiten der Resilienzförderung bei Kindern und Jugendlichen, die schwierigen Lebensumständen ausgesetzt sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Definitionen von Resilienz, wissenschaftliche Studien, die Unterscheidung zwischen Risiko- und Schutzfaktoren sowie praktische Ansätze in der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie SozialarbeiterInnen durch gezielte Förderung von Schutzfaktoren und Stärkung der persönlichen Kompetenzen zur Resilienz bei jungen Menschen beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse relevanter Fachquellen und Studien sowie einer praxisorientierten Fallstudie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Studien und Konzepte sowie die Übertragung dieser Erkenntnisse in die sozialarbeiterische Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Resilienz, Schutzfaktoren, Soziale Arbeit, Prävention und Selbstwirksamkeit beschreiben.
Warum ist das Fallbeispiel Melissa wichtig für die Arbeit?
Es dient als praktischer Beleg dafür, wie die theoretisch erarbeiteten Konzepte – etwa der Aufbau einer verlässlichen Bezugsperson – in der Realität angewendet werden können.
Welche Rolle spielt die Bindungstheorie in der Resilienzförderung?
Eine sichere Bindung zu Bezugspersonen wird als einer der wichtigsten Schutzfaktoren identifiziert, um Traumata zu kompensieren und eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen.
- Quote paper
- Ines Hansen (Author), 2016, Resilienzföderung bei Kindern und Jugendlichen. Begriffsdefinitionen, Studien, Resilienz-Modelle und Bindungstheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/385364