Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, in welcher Hinsicht das Geschlecht eine Rolle im Bildungssystem und darauffolgenden Übergang in den Beruf spielt. Und welche Folgen, vor allem in Hinblick auf die Lohnungleichheit, diese Ungleichbehandlung für die jeweiligen Geschlechter mit sich bringt.
Dabei sollen die einzelnen Stufen des Bildungssystems von der Einschulung, über die Berufswahl und dem Studium, bis hin zur Berufstätigkeit auf die unterschiedliche Behandlung in Bezug auf die Geschlechter untersucht werden und die vermeintlichen Ursachen beleuchtet werden.
Denn obwohl Frauen als die „Gewinner der Bildungsexpansion“ benannt werden, sind es letztendlich die Männer die trotz dessen bei gleicher Qualifikation mehr verdienen und bessere Karrieremöglichkeiten haben.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Bildungsungleichheiten in der Schule
2.1.) Bildungsbeteiligungsquoten
2.2.) Männer als „Verlierer“ des Bildungssystems?
2.3.) Geschlechtsdifferenzierte Kompetenzen
3) Ursachen geschlechtsdifferenzierter Bildungschancen in der Schule
3.1.) Biologische Erklärungsansätze
3.2.) Das soziale Umfeld als Ursache von Bildungsungleichheiten
3.3.) Verhalten vs. Intelligenz
4) Das Geschlecht in der Berufsausbildung
5) Geschlechtsdifferenzen auf dem Arbeitsmarkt
5.1.) Aspekte der Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt
6) Geschlecht und Hochschule
6.1.) Frauen und Männer an der Hochschule
6.2.) Geschlechtsspezifische Studienfachwahl
6.3.) Abwertung weiblich konnotierter Studienfächer als Ursache für soziale Ungleichheit am Arbeitsmarkt
7) Problemzone Bildungssystem?
7.1.) Maßnahmen der Bundesregierung zur Reduzierung der Ungleichheit
8) Konsequenzen der Ungleichheit in Schule, Übergang und Beruf für die Karriere
8.1.) Lohnunterschiede
9) Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Einfluss des Geschlechts auf den gesamten Lebensverlauf, von der schulischen Ausbildung über den Übergang in den Beruf bis hin zur späteren Karriere, um die Ursachen für bestehende Lohnunterschiede und berufliche Benachteiligungen aufzudecken.
- Bildungsbeteiligung von Jungen und Mädchen in unterschiedlichen Schulformen.
- Biologische und soziale Ursachen geschlechtsspezifischer Kompetenzunterschiede.
- Einfluss der Geschlechterrollen auf die Studienfachwahl und berufliche Segregation.
- Mechanismen der Abwertung weiblich konnotierter Tätigkeiten am Arbeitsmarkt.
- Politische Maßnahmen zur Förderung der Lohngerechtigkeit und Chancengleichheit.
Auszug aus dem Buch
1) Einleitung
„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ so steht es im Grundgesetz Artikel 3, Absatz 2. Dieser Satz wurde mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 in das Grundgesetz aufgenommen und bildete einen wichtigen Schritt für die Gleichberechtigung der Frauen. Demnach sei von einer Geschlechterdiskriminierung dann zu sprechen, wenn Personen aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt, beziehungsweise aus Sicht der Männer bevorzugt behandelt werden.
Doch inwiefern diese Rechtsprechung durchgesetzt wird, ist heutzutage noch fragwürdig. Denn Ungleichheiten in Bezug auf das Geschlecht ziehen sich durch den gesamten Lebensverlauf von Frauen und Männern. Die wohl auffälligste Folge dessen, sind die Lohnungleichheiten zwischen Männern und Frauen. Denn überall in Europa verdienen Frauen weniger als Männer. Die sogenannte „Gender-Pay-Gap“, also die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern, liegt in Deutschland bei 22 Prozent. Auch unter dem Aspekt der gleichen formalen Voraussetzungen und gleicher Qualifikationen, beträgt diese Lücke noch immer 6 Prozent. Was ganz klar für eine Ungleichbehandlung, wenn nicht sogar für eine Diskriminierung von Frauen spricht.
Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit der Frage in welcher Hinsicht das Geschlecht eine Rolle im Bildungssystem und darauffolgenden Übergang in den Beruf spielt. Und welche Folgen, vor allem in Hinblick auf die Lohnungleichheit, diese Ungleichbehandlung für die jeweiligen Geschlechter mit sich bringt.
Dabei sollen die einzelnen Stufen des Bildungssystems von der Einschulung, über die Berufswahl und dem Studium, bis hin zur Berufstätigkeit auf die unterschiedliche Behandlung in Bezug auf die Geschlechter untersucht werden und die vermeintlichen Ursachen beleuchtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Die Einleitung stellt die verfassungsrechtliche Ausgangslage der Gleichberechtigung der theoretischen Realität der Lohnungleichheit gegenüber und definiert das Ziel der Untersuchung.
2) Bildungsungleichheiten in der Schule: Dieses Kapitel analysiert die sich wandelnden Bildungsbeteiligungsquoten und thematisiert die Debatte über Jungen als vermeintliche „Verlierer“ des Bildungssystems.
3) Ursachen geschlechtsdifferenzierter Bildungschancen in der Schule: Es werden biologische Erklärungsmodelle sowie der Einfluss des sozialen Umfelds und des individuellen Verhaltens auf die schulischen Leistungen beleuchtet.
4) Das Geschlecht in der Berufsausbildung: Dieses Kapitel untersucht den Übergang von der Schule in die Berufsausbildung und die geschlechtsspezifische Wahl von Ausbildungsberufen.
5) Geschlechtsdifferenzen auf dem Arbeitsmarkt: Die Analyse konzentriert sich auf die vertikale und horizontale Segregation, die Frauen den Aufstieg in Führungspositionen erschwert.
6) Geschlecht und Hochschule: Hier wird der höhere Bildungsabschluss von Frauen dem Umstand gegenübergestellt, dass sie dennoch seltener Spitzenpositionen in der Wissenschaft erreichen.
7) Problemzone Bildungssystem?: Dieses Kapitel diskutiert Ansätze zur Verringerung von Ungleichheiten und stellt politische Maßnahmen der Bundesregierung zur Förderung der Lohngerechtigkeit vor.
8) Konsequenzen der Ungleichheit in Schule, Übergang und Beruf für die Karriere: Es wird der Zusammenhang zwischen strukturellen Unterschieden und den tatsächlichen Lohnunterschieden (Gender Pay Gap) über den Lebensverlauf hinweg analysiert.
9) Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Wirksamkeit bisheriger Maßnahmen zur Beseitigung geschlechtsbezogener Benachteiligungen.
Schlüsselwörter
Geschlechterdiskriminierung, Bildungsungleichheit, Gender-Pay-Gap, Bildungsexpansion, Berufswahl, Studienfachwahl, Arbeitsmarkt, vertikale Segregation, horizontale Segregation, Lohnungleichheit, Erwerbsbiografie, Chancengleichheit, Führungspositionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Geschlecht den gesamten Bildungs- und Berufsweg von Frauen und Männern beeinflusst und welche strukturellen Barrieren zu Ungleichbehandlungen sowie Lohnunterschieden führen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Bildungserfolg in der Schule, geschlechtsspezifische Übergänge in Ausbildung und Studium, die Segregation auf dem Arbeitsmarkt sowie politische Maßnahmen zur Herstellung von Lohngerechtigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ursachen für die „Gender-Pay-Gap“ sowie die ungleiche Verteilung von Männern und Frauen in verschiedenen Bildungs- und Berufsfeldern entlang der gesamten Lebensbiografie aufzudecken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse und Literaturstudie, die empirische Daten des Statistischen Bundesamtes sowie internationale Bildungsstudien (z.B. PISA, IGLU, TIMSS) heranzieht, um soziologische Hypothesen zu stützen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse schulischer Leistungen, geschlechtsspezifische Entscheidungen bei der Wahl von Ausbildungsberufen und Studienfächern sowie die Darstellung von Diskriminierungsprozessen auf dem Arbeitsmarkt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Geschlechterdiskriminierung, Bildungsungleichheit, Gender-Pay-Gap, horizontale und vertikale Segregation sowie Erwerbsbiografie.
Wie wirken sich biologische Faktoren laut der Autorin auf die Schulleistung aus?
Die Autorin stellt dar, dass biologische Unterschiede zwar existieren können, diese jedoch keinesfalls deterministisch sind und maßgeblich durch das soziale Umfeld und individuelle Motivation überlagert werden.
Welche Rolle spielt die „Abwertung weiblich konnotierter Studienfächer“ für das spätere Gehalt?
Die Arbeit argumentiert, dass Berufe und Studienfächer, die als „weiblich“ gelten, in der Gesellschaft weniger Wertschätzung erfahren und daher systematisch schlechter entlohnt werden, was den „Gender-Pay-Gap“ weiter zementiert.
- Quote paper
- Patricia Gorkowska (Author), 2017, Das Geschlecht als Indikator sozialer Ungleichheit in Schule, Übergang und Beruf, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/385143