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Schwimmen und Schwimmen lernen gestern und heute

Titel: Schwimmen und Schwimmen lernen gestern und heute

Examensarbeit , 2005 , 87 Seiten , Note: 2

Autor:in: Julia Fischer (Autor:in)

Sport - Sportgeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Schwimmen stellt neben dem Lauf, dem Sprung und dem Wurf eine universelle kulturelle Bewegungstechnik, d. h. eine Grundsportart dar. Schwimmen ist keine natürliche Fähigkeit und Fertigkeit des Menschen, sondern eine kulturelle Technik, die gelernt werden Die ersten Beweise für eine Kultur des Schwimmens finden sich bereits auf Felszeichnungen in der Steinzeit. Differenziertere Zeugnisse sind aus Mesopotamien und dem Alten Ägypten überliefert. Eine Fülle von Quellen aus dem Alten Ägypten belegen, dass das Schwimmen nicht nur verbreitet war, sondern als Kulturtechnik gründlich gelernt und gepflegt wurde. Da Schwimmerinnen und Schwimmer nicht nur auf Hieroglyphen und Inschriften abgebildet sind, sondern auch in Form von Kunst- und Gebrauchgegenständen dargestellt sind, kann man behaupten, dass sie in eine hohe Kulturstufe eingeordnet wurden. Laut Decker darf man sich allerdings nicht vorstellen, dass die Schwimmtechnik gleich oder ähnlich ausgesehen hat, wie die in der Gegenwart. „Vieles spricht dafür, dass es sich um eine Art „Hundeln“ gehandelt haben kann, bei dem mit einem Wechselzug der Arme, wie beim Kraul, geschwommen wird, und der Kopf über Wasser bleibt. Aus Inschriften lässt sich aber ableiten, dass das Schwimmen lernen Teil der Ausbildung und Erziehung der Könige und der höheren Schichten der Bevölkerung war.“ muss. Es ist keine Fähigkeit wie das Laufen, Springen oder Werfen, die auf `natürliche Weise` erlernt werden kann, sondern es ist eine besondere `Kunst` und kulturelle Leistung und Errungenschaft. Diese Kulturtechnik des Schwimmens hat sich über viele Kulturen und Generationen hin entwickelt. „Deshalb kann man durchaus auch behaupten, dass die Fähigkeit zu schwimmen ebenso wie die Verbreitung des Lesens und Schreibens einen Indikator für den Stand der kulturellen Entwicklung einer Menschengruppe darstellt. (1.1)“ Bei den Griechen gehörte die Schwimmkunst zur Erziehung und zur Allgemeinbildung. Sie errichteten sogenannte `Gymnasions`, in denen das gesellschaftliche Leben mit sportlichen Schwerpunkten stattfand. (1.2) [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Baden und die Kunst des Schwimmens im Altertum

2.1 Die Anfänge des Schwimmens

2.2 Die Griechen

2.2.1 Das Gymnasium der Griechen

2.3 Die Römer und ihre Badeanstalten

2.3.1 Der Verfall römischer Badekultur

3. Das deutsche Mittelalter

3.1 Schwimmen im Mittelalter

3.2 Die Germanen

3.3 Übergang zur Neuzeit: Humanismus

4. Neuzeit

4.1 Absolutismus

4.2 Aufklärungszeit

4.3 Die Halloren

4.4 Bedeutende Methodiker dieser Zeit

4.4.1 Orionzo de Bernardi

4.4.2 GutsMuths

4.4.3 General Ernst von Pfuel

4.5 Schulschwimmen in der Neuzeit

5. Schwimmen im 20. Jahrhundert

5.1 Kurt Wiessner

5.2 Nationalsozialismus

5.3 Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches

5.4 Anfängerschwimmen nach Gerhard Lewin

5.5 Anfängerschwimmen nach Kurt Wilke

6. Rückblick über die Entwicklung der Schwimmarten und der Technik

7. Techniken heute

7.1 Brustschwimmen

7.1.1 Undulationstechnik

7.1.2 Gleittechnik

7.2 Kraulschwimmen

7.3 Rückenschwimmen

7.4 Schmetterlingsschwimmen

7.5 Startsprünge

7.5.1 Grabstart (Greifstart)

7.5.2 Trackstart (Schrittstart)

7.5.3 Der Armschwungstart

7.5.4 Der Hockstart

7.5.5 Rückenstart

7.6 Wenden

7.6.1 Kippwende

7.6.2 Bewegungsbeschreibung der Kippwende

7.6.3 Rollwende für Kraul- und Rückenkraulschwimmen

7.6.4 Bewegungsbeschreibung der Rollwende des Kraulschwimmens

7.6.5 Bewegungsbeschreibung der Rollwende beim Rückenschwimmen

8. Schwimmen lernen heute

8.1 Schwimmen - Das grundlegende Bewegungsproblem

8.2 Optimales Lernalter

8.2.1 Babyschwimmen

8.2.2 Schwimmen im frühen Vorschulalter (1-3 Jahre)

8.2.3 Schwimmen im mittleren Vorschulalter (4-5 Jahre)

8.2.4 Schwimmen im älteren Vorschulalter (5-6 Jahre)

8.2.5 Schwimmen im frühen Schulalter (6-8 Jahre)

8.3 Bereiche und Ziele des Anfängerschwimmens

8.3.1 Wassergewöhnung

8.3.2 Wasserbewältigung

8.4 Spiel- und Übungsgeräte im Anfängerunterricht

8.4.1 Stabile Spiel- und Übungsgeräte

8.4.2 Bewegliche Spiel- und Übungsgeräte

8.5 Wahl der ersten Schwimmart

8.5.1 Kraulschwimmen

8.5.2 Brustschwimmen

8.5.3 Rückenschwimmen

9. Organisation von Schwimmunterricht

9.1 Organisationsformen

9.2 Sicherheitsaspekte beim Schwimmunterricht

9.3 Vorbereitung von Schwimmunterrichtsstunden

9.4 Vermitteln einer Schwimmtechnik

10. Ausblick in die Zukunft

11. Bewertende Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Schwimmens als Kulturtechnik und analysiert aktuelle pädagogische Konzeptionen für das Anfängerschwimmen im Schulalltag. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie Kinder durch gezielte methodische Ansätze und die Nutzung von Spiel- und Übungsformen sicher und angstfrei zum Schwimmen hingeführt werden können.

  • Historische Entwicklung des Schwimmens vom Altertum bis zur Neuzeit.
  • Entwicklung verschiedener Schwimmtechniken und deren heutige Anwendung.
  • Methodik des Anfängerschwimmens unter Berücksichtigung verschiedener Altersgruppen.
  • Organisation von Schwimmunterricht und Sicherheitsaspekte in der Schule.
  • Die Rolle der Schwimmartwahl und der Einsatz von Hilfsmitteln.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Anfänge des Schwimmens

Schon unsere Vorfahren wussten von den wohltuenden Wirkungen des Wassers. Ein hoher gesundheitsfördernder und hygienischer Wert wurde dem kostbaren Nass zugesprochen. So badeten die Ägypter mehrmals täglich, um durch Reinheit zu Gesundheit, Leben und Dauer zu erlangen. Außer diesen hygienischen Funktionen wussten die Urvölker, dass das Wasser auf der einen Seite zum Überleben notwendig ist, auf der anderen jedoch die verborgene Gefahr des Ertrinkens steckt.

In allen Gesellschaftsordnungen und in allen Bereichen der Erde, in denen Menschen an Gewässern lebten, war das Schwimmen eine bedeutende und mitunter lebenswichtige Kunst. Das Schwimmen hatte aber auch in Verbindung mit der Nahrungsversorgung und kriegerischen Auseinandersetzungen eine große Bedeutung.7

Dass in der Frühzeit geschwommen wurde, belegen alte Höhlenmalereien. Die ältesten, die einen Schwimmer zeigen, stammen aus der Sahara. In Libyschen Höhlen, dort wo heute nur noch Sand ist, fand man Zeichnungen aus der Steinzeit, auf der das Brustschwimmen abgebildet ist. Die Felsmalereien stammen von unseren Vorfahren, die kurz nach Ende der letzten Eiszeit lebten, und sind etwa 8000 Jahre alt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung des Schwimmens als Kulturtechnik und führt in die Relevanz des Themas für die heutige schulische Praxis ein.

2. Das Baden und die Kunst des Schwimmens im Altertum: Dieses Kapitel behandelt die Anfänge des Schwimmens in frühen Hochkulturen sowie die Badekultur der Griechen und Römer.

3. Das deutsche Mittelalter: Der Inhalt fokussiert sich auf die Bedeutung des Schwimmens im Mittelalter, die Rolle der Germanen und den Einfluss des Humanismus auf die Leibeserziehung.

4. Neuzeit: Das Kapitel beschreibt die Entwicklung der Leibeserziehung und der Methodik des Schwimmens durch wegweisende Persönlichkeiten wie GutsMuths und General von Pfuel.

5. Schwimmen im 20. Jahrhundert: Hier werden die methodischen Ansätze von Kurt Wiessner, die Rolle des Schwimmens im Nationalsozialismus sowie die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg aufgezeigt.

6. Rückblick über die Entwicklung der Schwimmarten und der Technik: Dieses Kapitel fasst die Evolution der verschiedenen Schwimmstile und deren technische Reglementierung zusammen.

7. Techniken heute: Die Ausführungen erläutern die modernen Ausführungen von Brust-, Kraul-, Rücken- und Schmetterlingsschwimmen sowie Start- und Wendetechniken.

8. Schwimmen lernen heute: Der Inhalt widmet sich dem optimalen Lernalter, den Zielen des Anfängerschwimmens und dem Einsatz von Spiel- und Übungsgeräten.

9. Organisation von Schwimmunterricht: Dieses Kapitel behandelt die pädagogischen und organisatorischen Rahmenbedingungen, inklusive Sicherheitsaspekten und Unterrichtsvorbereitung.

10. Ausblick in die Zukunft: Hier werden aktuelle Herausforderungen, wie die Zunahme von Nichtschwimmern und die Schließung von Bädern, diskutiert.

11. Bewertende Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung der Schwimmfähigkeit für die Gesundheit und Sicherheit in jedem Alter.

Schlüsselwörter

Schwimmen, Anfängerschwimmen, Wassergewöhnung, Wasserbewältigung, Schwimmtechnik, Sportunterricht, Historische Entwicklung, Wasser, Methodik, Schwimmarten, DLRG, Schulsport, Auftriebshilfen, Sicherheit, Sportpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des Schwimmens als Kulturtechnik und analysiert gleichzeitig moderne Konzeptionen für die Vermittlung dieser Fertigkeit im Anfängerunterricht.

Welche Themenfelder werden zentral behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören die Schwimmgeschichte vom Altertum bis zur Neuzeit, die technischen Grundlagen der verschiedenen Schwimmarten sowie die pädagogische Organisation von Schwimmunterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Wandel des Schwimmens zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Kinder heute durch spielerische Methoden und gezielte Organisation sicher und effektiv schwimmen lernen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sporthistorischer Quellen sowie auf die Auswertung aktueller didaktischer Konzeptionen und methodischer Lehrwerke zum Anfängerschwimmen.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse und einen praktischen Teil, der Techniken, Lernaltersstufen, Organisationsformen und die Wahl der passenden Anfangsschwimmart behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Schwimmen lernen, Wassergewöhnung, Wasserbewältigung, Didaktik, Sportpädagogik und historische Entwicklung definiert.

Warum spielt die Wassergewöhnung eine so zentrale Rolle?

Die Wassergewöhnung ist die essenzielle Basis, um Kindern die Angst vor dem Element zu nehmen und sie behutsam an die physikalischen Eigenschaften wie Auftrieb und Wasserwiderstand heranzuführen.

Welche Rolle spielen moderne Spielgeräte im Schwimmunterricht?

Spielgeräte dienen dazu, die Hemmschwelle abzubauen, Ängste durch Ablenkung zu reduzieren und die Freude an der Bewegung im Wasser aktiv zu fördern.

Ende der Leseprobe aus 87 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schwimmen und Schwimmen lernen gestern und heute
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Veranstaltung
Sport
Note
2
Autor
Julia Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
87
Katalognummer
V38462
ISBN (eBook)
9783638375191
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schwimmen Sport
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Fischer (Autor:in), 2005, Schwimmen und Schwimmen lernen gestern und heute, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/38462
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