Neben den zahlreichen Grundsätzen und Weisheiten der Herren Buffett oder Kostolany, spricht vor allem der Volksmund davon, dass man die Börse mit gut gebügelten Hemden betritt, aber sie auch manchmal mit zerknitterten Ego wieder verlässt. Wie missglückte IPOs (Initial Public Offerings) der jüngsten Vergangenheit, wie etwa der von „Windeln.de“ gezeigt haben, gilt dieser Spruch nicht nur für private Kapitalanleger, sondern auch für Unternehmen, welche sich zu einem Börsengang entschließen.
Anders jedoch als bei dynamisch agierenden Daytradern oder ehemaligen Sparbucheigentümern, ist der Weg an die Börse für eine Firma ein langwieriger, gleichwie einschneidender Prozess, der sich vom Entschluss bis hin zur Erstnotiz über 18 Monate hinziehen kann. Während dieser Zeit, an deren Ende die erfolgreiche Beschaffung von Eigenkapital stehen sollte, gilt es nicht nur eine Reihe von gesetzlichen Normen zu beachten bzw. zu erfüllen, sondern ebenso ist ein „Going Public“ verbunden mit einer Vielzahl von Gefahren, als auch möglichen Hindernissen.
Diese Studienarbeit behandelt deshalb jene Motive, Vorgehensweisen, sowie auch die besagten kritischen Aspekte einer Börsenerstzulassung.
Inhaltsverzeichnis
B. Hinführung
C. Motive für den Börsengang
I. Finanzielle Motive
1. Wachstumsfinanzierung
2. Stärkung der Eigenkapitalbasis
3. Zugang zu anderen Finanzierungsinstrumenten
II. Strategische Motive
1. Steigerung des Images und die Erhöhung des Bekanntheitsgrades
2. Nachfolgeregelung
D. Vorbereitung und Durchführung
I. Vor- und Fundamentalüberlegungen
II. Umwandlungsphase:
III. „Beauty Contest“
IV. Emissionskonzept
1. Aktiengattung:
2. Aktienherkunft:
3. Marktsegment:
4. Börsenplatz:
5. Zeitpunkt (momentanes Börsenklima)
6. Emissionsvolumen:
7. Verfahren der Emissionspreisermittlung:
8. Platzierungsverfahren
V. „Due Dilligence“
VI. Beantragung Börsenzulassung
VII. „Roadshow“ / „One-on-Ones“
VIII. Emissionspreisfestlegung und Zuteilung
IX. Erstnotiz und regulärer Handel
E. Stolpersteine im Zusammenhang mit dem Börsengang und deren Lösungen am Fallbeispiel von Facebook
I. Stolpersteine im Zusammenhang mit dem Börsengang von Facebook
II. Positive und negative Aspekte des Börsengangs von Facebook
III. Beurteilung und Wege zur Problemlösung
IV. Schlussfolgerung des Börsenganges von Facebook
F. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe, den komplexen Vorbereitungsprozess und die kritischen Stolpersteine eines Börsengangs, um fundierte Einblicke in die Mechanismen der Eigenkapitalbeschaffung am Kapitalmarkt zu geben.
- Analyse der finanziellen und strategischen Motive für einen Börsengang
- Detaillierte Darstellung der Phasen und Anforderungen im Going-Public-Prozess
- Untersuchung der Emissionskonzepte und Bewertungsverfahren
- Kritische Aufarbeitung des Facebook-Börsengangs als Fallstudie für operative Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
I. Finanzielle Motive
Im Zuge eines geplanten Börsengangs herrscht für viele Unternehmen seit jeher der Hauptaspekt auf der Wachstumsfinanzierung. So wird dieses Motiv bereits in einer Studie des DEUTSCHEN AKTIENINSTITUTS (DAI) aus dem Jahr 2003 als hauptsächliches Motiv ermittelt und zählt auch noch Jahre später mit 75% als der gewichtigste Grund (Vgl. dazu Abb. 1).
Generell ist in der Betriebswirtschaft unter Wachstum die stetige Zunahme des Umsatzes zu verstehen. Dieses kann nochmals zwischen internem und externem Wachstum differenziert werden. Internes Wachstum geht von einer Steigerung des Umsatzes aus dem Unternehmen heraus aus (etwa über Gewinnthesaurierung). Während beim externen Wachstum der Mehrgewinn aus Kooperation und Fusion erbracht wird.
Die globalisierte Welt in ihrer Komplexität fordert den Unternehmen, unter anderem durch ihre stark verkürzten Produktlebenszeiten, immer höhere Flexibilität ab. Innovative Produkte, die in ihrer Entwicklung zunächst Unmengen an Kapital verzehren, bevor sie im Nachgang Erlöse generieren, müssen vorfinanziert werden. Hat ein Unternehmen sich nicht an den Marktbedürfnissen orientiert, kann es sogar zu einem Totalverlust der getätigten Investition kommen, sodass das Produkt auf dem nicht oder nur zu gering nachgefragt wird.
Ist ein Produkt bereits etabliert, so muss die stetige Investition in eigene Fertigungskapazitäten erfolgen, um die eigenen Marktanteile nicht zu gefährden. Dies kann Zukauf bzw. Erneuerung oder Schaffung von internationaler Unternehmenspräsenz bedeuten. Solch ein Wachstum tritt jedoch ohne erhebliche Kapitalkosten schnell an seine Grenzen und macht den Gang an die Börse zusätzlich attraktiv.
Zusammenfassung der Kapitel
B. Hinführung: Einführung in die Thematik der Börsengänge, die trotz ihrer Bedeutung als Finanzierungsinstrument mit erheblichen Risiken und langwierigen Prozessen für Unternehmen verbunden sind.
C. Motive für den Börsengang: Erläuterung der finanziellen und strategischen Beweggründe, wie Wachstumsfinanzierung, Eigenkapitalstärkung und Imagegewinn, die Firmen zu einem Börsengang bewegen.
D. Vorbereitung und Durchführung: Darstellung der operativen Schritte eines Börsengangs, von der Umwandlung in die richtige Unternehmensform über das Emissionskonzept bis hin zur Erstnotiz.
E. Stolpersteine im Zusammenhang mit dem Börsengang und deren Lösungen am Fallbeispiel von Facebook: Analyse des Facebook-Börsengangs als Praxisbeispiel, wobei auf technische Probleme, Bewertungsfehler und die Auswirkungen auf die Reputation eingegangen wird.
F. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass ein Börsengang zwar eine bedeutende Finanzierungsquelle darstellt, jedoch eine sorgfältige Planung erfordert und nicht für jedes Unternehmen den optimalen Weg bietet.
Schlüsselwörter
Börsengang, IPO, Eigenkapital, Wachstumsfinanzierung, Going Public, Emissionskonzept, Due Diligence, Bookbuilding, Facebook, Kapitalmarkt, Unternehmensführung, Börsensegment, Erstnotiz, Unternehmensnachfolge, Finanzierungsinstrumente.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Prozess des Börsengangs (IPO) von der Entscheidungsfindung über die operative Vorbereitung bis hin zur praktischen Durchführung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Motiven für einen Börsengang, den regulatorischen und prozessualen Schritten sowie den praktischen Schwierigkeiten, illustriert am Beispiel von Facebook.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Beweggründe und Stolpersteine einer Börseneinführung wissenschaftlich zu beleuchten und den Prozess transparent darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur sowie eine Fallstudienanalyse anhand des Börsengangs von Facebook.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die finanziellen und strategischen Motive, die einzelnen Phasen des Börsengangs (wie Due Diligence und Platzierungsverfahren) sowie die Herausforderungen von Facebook detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind IPO, Eigenkapital, Wachstumsfinanzierung, Börsenzulassung, Due Diligence und Kapitalmarkt.
Warum wird Facebook als spezifisches Fallbeispiel gewählt?
Facebook dient als Beispiel für einen "Mega-IPO", bei dem trotz enormer Marktbeachtung und Kapitalisierung signifikante operative Probleme und Stolpersteine auftraten.
Welche Rolle spielte die Börse NASDAQ beim Facebook-Börsengang?
Die NASDAQ war von technischen Problemen betroffen, die den Börsengang von Facebook maßgeblich erschwerten und zu einer hohen Reputationsbelastung für die Börse führten.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des Facebook-Börsengangs?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass der Börsengang von Facebook eher eine PR-Aktion als eine zwingend notwendige Eigenkapitalbeschaffung war und aufgrund von Fehlern im Emissionsprozess Schwierigkeiten verursachte.
- Arbeit zitieren
- Maurice Marquardt (Autor:in), 2015, Der Weg an die Börse zur Beschaffung von Eigenkapital. Beweggründe, Vorbereitung, Durchführung und Stolpersteine, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/383654