Das Gesundheitswesen und damit die Gesundheitsversorgung stehen vor großen Herausforderungen, in der auch die ärztliche Ausbildung angepasst werden muss. Zukünftig ist es wichtig, nicht einfach nur mehr, sondern vor allem auch neue und andere Ärzte auszubilden. Und die bekommt man nicht durch ein bloßes weiter so wie bisher, sondern nur durch eine radikale Veränderung und Neuausrichtung des bisherigen Medizinstudiums, das in seiner konventionellen Form vielfach verschult und praxisfern ist. Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums überprüft der Sachverständigenrat circa alle zwei Jahre die Auslastung und andere Faktoren des Gesundheitswesens.
Die Frage lautet: Gibt es einen Ärztemangel und ist der Numerus Clausus eine Ursache dafür? Im weiteren Verlauf dieser schriftlichen Arbeit wird der aktuelle Werdegang des Humanmedizinstudiengang aufgezeigt und eine Möglichkeit, den Ärztemangel anzugehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Verlauf des Humanmedizinstudiengang
2.1 Möglichkeiten des Humanmedizinstuidiums
3. Verschwinden der Medizinstudenten
4. Medizinstudium light? Ohne Numerus Clausus
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Werdegang des Humanmedizinstudiengangs in Deutschland im Kontext des Numerus Clausus und analysiert, inwiefern die Zugangsbeschränkungen und die Studienbedingungen ursächlich für den diskutierten Ärztemangel sind.
- Historische Entwicklung des Numerus Clausus und des Hochschulzugangs
- Struktur und rechtliche Grundlagen des Medizinstudiums
- Alternativen zum klassischen Medizinstudium (z.B. Bundeswehr, Ausland)
- Ursachenanalyse des sogenannten "Verschwindens" von Medizinstudenten
- Diskussion über die Auswirkungen einer möglichen NC-Abschaffung
Auszug aus dem Buch
Medizinstudium light? Ohne Numerus Clausus
Wer studieren möchte muss sich früher oder später mit dem Numerus Clausus (NC) auseinandersetzen – und sei es um festzustellen, dass der gewünschte Studiengang NC - frei ist. Medienberichte über überlaufene Studiengänge in Köln, Hamburg oder Berlin schüren vielleicht sogar Angst, „am Numerus Clausus zu scheitern“ und keinen Studienplatz bekommen zu können. Für über die Hälfte der in Deutschland angebotenen Bachelor-Studiengänge gibt es im Wintersemester 2016/17 gar keinen Numerus Clausus – im Regelfall reicht die Hochschulzugangsberechtigung aus, um sich in den Studiengang einzuschreiben. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung handelt es sich beim NC nicht um eine für die Bewerbung für einen bestimmten Studiengang vorgeschriebene Abiturnote. Vielmehr bedeutet der Begriff Numerus Clausus zunächst einmal nur, dass es für einen bestimmten Studiengang an einer Hochschule nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen, also eine Zulassungsbeschränkung gibt. Dies trifft derzeit auf insgesamt rund die Hälfte der Studienangebote in Deutschland zu.
Unterschiede gibt es aber zwischen verschiedenen Hochschultypen (z.B. Universitäten und Fachhochschulen), Bundesländern, Städten und Hochschulen und auch zwischen dem Bachelor und dem Masterstudium. Auch wenn der Begriff „Ärztemangel“ in einigen Regionen Deutschlands keine düstere Zukunftsvorhersage sondern bereits Realität ist: der Zugang zum Medizinstudium ist immer noch mit hohen Hürden versehen: So lag der Numerus Clausus im Wintersemester 2009 / 2010 bei der Auswahl nach dem Durchschnitt im Abitur je nach Bundesland zwischen 1,0 und 1,21.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen im Gesundheitswesen und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen dem Numerus Clausus und dem Ärztemangel.
2. Verlauf des Humanmedizinstudiengang: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Studienplatzvergabe in Deutschland und die historische Entwicklung der Kapazitätsermittlung.
2.1 Möglichkeiten des Humanmedizinstuidiums: Hier werden die Approbationsordnung sowie alternative Zugangswege zum Medizinstudium, wie bei der Bundeswehr oder im europäischen Ausland, beschrieben.
3. Verschwinden der Medizinstudenten: Das Kapitel analysiert die Problematik des Ärztemangels, unterteilt in Unterversorgung, Fehlversorgung und Überversorgung, und thematisiert hohe Abbruchquoten im Studium.
4. Medizinstudium light? Ohne Numerus Clausus: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Bedeutung des NC und der Debatte, ob eine Abschaffung die soziale Gerechtigkeit fördern oder die Studienqualität gefährden würde.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Kontroverse um den NC zusammen und betont, dass neben Zulassungsfragen auch Faktoren wie die Familienplanung und berufliche Perspektiven für den Ärztemangel entscheidend sind.
Schlüsselwörter
Medizinstudium, Numerus Clausus, Ärztemangel, Approbationsordnung, Studienzulassung, soziale Selektion, Gesundheitswesen, Unterversorgung, Hochschulzugang, Kapazitätsengpass, Studienabbrecher, berufliche Qualifizierung, Bundeswehr, Familienplanung, Gesundheitsökonomie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die zukünftige Gestaltung der Ärzteausbildung vor dem Hintergrund des bestehenden Numerus Clausus und dessen Einfluss auf den Ärztemangel in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Grundlagen des Medizinstudiums, der historische Kontext des Numerus Clausus, alternative Zugangswege zum Studium sowie die sozioökonomischen Gründe für den Ärztemangel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob der Numerus Clausus eine ursächliche Rolle für den Ärztemangel spielt und welche Strategien zur Neuausrichtung der ärztlichen Ausbildung diskutiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die offizielle Gesetzestexte, Stellungnahmen von Gesundheitsräten und aktuelle mediale Debatten zur Studienplatzvergabe auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entwicklung des Medizinstudiums, eine Analyse des Ärztemangels und eine kontroverse Diskussion über die Vor- und Nachteile einer möglichen Abschaffung des Numerus Clausus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Medizinstudium, Numerus Clausus, Ärztemangel, Approbationsordnung sowie soziale Gerechtigkeit und berufliche Qualifizierung.
Wie unterscheidet sich die Ausbildung bei der Bundeswehr von der an staatlichen Universitäten?
Die Bundeswehr bietet 250 Studienplätze ohne NC an, wobei die Bewerber sich verpflichten müssen, 17 Jahre für die Bundeswehr tätig zu sein, erhalten dafür jedoch Gehalt und keine Studiengebühren.
Welchen Einfluss hat die berufliche Vorbildung auf den Zugang zum Medizinstudium in Berlin?
Durch den §11 des Berliner Hochschulgesetzes können beruflich qualifizierte Personen mit einschlägiger Erfahrung auch ohne klassische Abiturnote einen fachgebundenen Hochschulzugang erhalten.
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- Anett Friedrich (Author), 2017, Die Zukunft der Ärzteausbildung unter dem Wegfall des Numerus Clausus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/383563