Diese Hausarbeit wurde mit dem Ziel erstellt, das Problem von Ehrenamtsbindung in Fachverbänden zu analysieren und weitergehend mögliche Maßnahmen zu beschreiben, die dabei helfen, neue engagierte Ehrenamtliche in Junior-Teams zu akquirieren.
Um die Problemstellung Ehrenamt in Fachverbänden genau analysieren zu können, folgt zuerst eine Definition der beiden Fachbegriffe Fachverband und Ehrenamt und eine damit einhergehende Abgrenzung beider Begriffe. Dieses erhöht zum einen das Verständnis der weiteren Abschnitte und erleichtert durch die Abgrenzung den spezifischen Bezug zu einigen Themen.
Darauffolgend werden die Grenzen und Möglichkeiten des Ehrenamts für die Engagierten in Fachverbänden gegenübergestellt. Erste Ansätze werden aufgezeigt, an denen deutlich wird, vor welchen Problemen die Verbände bei der Gewinnung von Engagierten stehen. Durch Darstellung des Frankfurter Modells zur Engagementsförderung werden mögliche Lösungsansätze oder Ideen abgeleitet, die eine Akquisition von Ehrenamtlichen erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen sollen.
Im darauf folgenden Schritt wird das vorerst rein theoretische Wissen auf die Praxis angewandt. Dies geschieht am Beispiel des Jugend-Teams im Deutschen Leichtathletik-Verband, das momentan augenscheinlich vor dem Problem steht, neue und motivierte Mitglieder zu finden. Anhand eines Fragebogens, der Ende Juni an die Mitglieder des Jugend-Teams ausgegeben wurde und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen bezüglich Chancen und Grenzen von Ehrenamt, entsteht ein klares Bild der Problemfelder. Aufbauend darauf wird ein Lösungsvorschlag für Fachverbände und deren Junior-Teams gegeben.
Das generierte Wissen wird im Fazit induktiv auf jegliche Fachverbände übertragen, sodass eine Art Leitfaden für die Ehrenamtsarbeit mit Junior-Teams entsteht.
Inhaltsverzeichnis
1. Hypothese
1.1 Herleitung
1.2 Herangehensweise
2. Fachverbände
2.1 Definition
2.2 Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV)
3. Ehrenamt
3.1 Definition
3.2 Herausforderungen durch das Ehrenamt
3.3 Vorteile durch das Ehrenamt
4. Lösungsansätze
4.1 Frankfurter Modell
5. Das DLV Jugend-Team
5.1 Vorstellung und Aufgabe
5.2 Problemfelder und Chancen
5.3 Spezifische Maßnahmen
5.4 Erfolgskontrolle
6. Fazit und Induktion für Fachverbände
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Problematik der Bindung ehrenamtlicher Mitarbeiter in den Junior-Teams deutscher Sportfachverbände. Ziel ist es, unter Verwendung des Frankfurter Modells sowie einer empirischen Untersuchung am Beispiel des DLV-Jugendteams praxisnahe Lösungsansätze zur Akquisition und langfristigen Motivation junger Ehrenamtlicher zu identifizieren und als Leitfaden für Fachverbände aufzubereiten.
- Analyse der Ehrenamtsstruktur in Sportfachverbänden
- Identifikation von Barrieren und Motivationsfaktoren für junge Engagierte
- Anwendung des Frankfurter Modells zur Engagementsförderung
- Entwicklung von Strategien zur Akquisition und Bindung von Nachwuchskräften
- Erstellung eines übertragbaren Leitfadens für die Verbandsarbeit
Auszug aus dem Buch
3.2 Herausforderungen durch das Ehrenamt
Das Engagement für einen Sportverein oder einen Sportverband (Engagement bezieht sich im folgenden Absatz jeweils auf beide Institutionsformen) generiert für den Ausübenden neben Vorteilen auch Nachteile. Ehrenamt oder auch unentgeltlich für etwas oder jemanden arbeiten, heißt in erster Linie, dass man für den Sport Zeit aufbringen muss und gerade dieser Punkt stellt das größte Problem dar. Nur Wenige haben neben ihrem Beruf oder der Schule die notwendige Zeit, diese für einen Sportverein aufbringen zu können. Dennoch ist es für jeden Sportverein existentiell, dass es Menschen gibt, die diese Zeit finden, da nach dem Wegfall des Zivildienstes auch das FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) als Ersatz hierfür entfiel.
Eine weitere Beschränkung des Engagements sehen viele in der niedrigen oder nur gering vorhandenen Anerkennung. Während Engagement und besonders solches, dass von den Bewerbern freiwillig ausgeübt wird, in Bewerbungsgesprächen als Sonderpunkt bezeichnet wird, ist zeitgleich anzunehmen, dass nicht jeder Arbeitgeber daran interessiert ist, dass sein zukünftiger Arbeitnehmer mehr Zeit für Aktivitäten aufwendet, die außerhalb seines Unternehmens liegen. Die Tatsache, dass nicht jede der zahlreichen Möglichkeiten zeitaufwendig ist, fällt hierbei augenscheinlich nur wenig ins Gewicht. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Kommunikation mit Interessierten sehr schwierig oder teilweise einfach nicht vorhanden ist, sodass für viele gar nicht genau klar ist, in welchem Ausmaß jemand sich für den Sport engagieren kann und welche möglichen Vorteile daraus entstehen könnten. Hierzu zählt zum Beispiel das Einstiegsalter, die Voraussetzungen und teilweise die Aufwandsentschädigung, die nicht allen potenziell motivierten Interessenten ersichtlich sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hypothese: Diese Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Problematik der Ehrenamtsbindung in Fachverbänden zu untersuchen und Maßnahmen zur Akquisition zu entwickeln.
2. Fachverbände: Das Kapitel definiert den Begriff Fachverband als übergeordnetes Unterstützungsorgan der Vereine und stellt den Deutschen Leichtathletik-Verband als Praxisbeispiel vor.
3. Ehrenamt: Hier werden der Begriff des Ehrenamts theoretisch hergeleitet sowie die spezifischen Herausforderungen und Vorteile für Engagierte analysiert.
4. Lösungsansätze: Das Kapitel erläutert das Frankfurter Modell der Deutschen Sportjugend als methodischen Leitfaden zur strukturierten Engagementsförderung.
5. Das DLV Jugend-Team: Basierend auf einer Umfrage werden die interne Struktur, bestehende Problemfelder und spezifische Strategien innerhalb des DLV Jugend-Teams analysiert.
6. Fazit und Induktion für Fachverbände: Die Erkenntnisse aus dem DLV-Beispiel werden verallgemeinert und in eine Checkliste für die erfolgreiche Ehrenamtsarbeit in Sportfachverbänden überführt.
Schlüsselwörter
Ehrenamt, Sportfachverband, Jugend-Team, Akquisition, Engagementsförderung, Frankfurter Modell, Freiwilligenmanagement, Leichtathletik, Motivation, Mitgliederbindung, Nachwuchsförderung, Soft Skills, Verbandsarbeit, Sportökonomie, Ehrenamtsbindung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herausforderung, Jugendliche für ein ehrenamtliches Engagement in den Junior-Teams deutscher Sportfachverbände zu gewinnen und dauerhaft zu binden.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die Analyse der Struktur von Sportfachverbänden, die theoretischen Grundlagen des Ehrenamts sowie praxisorientierte Methoden zur Engagementsförderung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Erarbeitung eines Leitfadens für Fachverbände, um die Akquisition neuer Ehrenamtlicher durch Transparenz und eine bessere Aufgabenstrukturierung zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wird eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer empirischen Erhebung (Fragebogen) innerhalb des Jugend-Teams des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Definition von Fachverbänden und Ehrenamt, der Darstellung des Frankfurter Modells sowie der detaillierten Untersuchung des DLV Jugend-Teams.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Ehrenamt, Sportfachverband, Engagementsförderung, Mitgliederbindung und Sportökonomie beschreiben.
Warum wurde das Frankfurter Modell als Lösungsansatz gewählt?
Das Frankfurter Modell bietet einen standardisierten, fünfphasigen zeitlichen Leitfaden, der besonders für neu gegründete Teams Struktur bietet und Transparenz schafft.
Welche besondere Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Ansprache neuer Mitglieder?
Die Autorin betont, dass eine persönliche Ansprache, idealerweise durch bereits aktive Ehrenamtliche, deutlich zielführender ist als rein digitale Werbemaßnahmen.
- Quote paper
- Carina Post (Author), 2016, Akquisition Jugendlicher für ein sportliches Ehrenamt. Am Beispiel des "Deutschen Leichtathletik Verband", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/382069