Diese Hausarbeit befasst sich zunächst mit einem theologischen Problem, welches sich aufgrund der säkularisierten Welt ergab, indem skizziert wird, was Theologie eigentlich ist und ob diese eine Wissenschaft darstellt. Im Folgenden wird eine Begriffsanalyse in drei Schritten durchgeführt. Analysiert werden sollen hier die Begriffe: Glaube, (epistemische) Verantwortung und Rationalität, um sie im späteren Verlauf in Beziehung zueinander zu setzen.
Die Arbeit legt ihren Schwerpunkt auf die Glaubensverantwortung. Bei der Untersuchung wird besonders der Frage nach der
Verhältnisbestimmung von Glaube und Vernunft nachgegangen, auch die Bedingungen von Rationalität werden thematisiert. Als letztes wird die Bedeutung des theologischen Fächerkanons sowie im Besonderen die Beziehung zur Historischen Theologie beleuchtet, um das Gesamtkonzept der Arbeit abzurunden.
Das anschließende Fazit der Arbeit beinhaltet zum einen die Beantwortung der Fragestellung, ob religiöse Überzeugungen überhaupt vernünftig sein können, und stellt zum anderen einen kurzen Ausblick des Themas: Welchen Beitrag
leistet die Historische Theologie zur rationalen Glaubensverantwortung? her.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Problemexplikation
3. Rationale Glaubensverantwortung
3.1. Was ist Glaube?
3.2. Was ist (epistemische) Verantwortung?
3.3. Was ist Rationalität?
4. Welchen Beitrag leistet die Historische Theologie zur rationalen Glaubensverantwortung?
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Verhältnis von Glaube und Vernunft in der Moderne zu untersuchen und die Notwendigkeit einer rationalen Glaubensverantwortung vor dem Hintergrund einer säkularisierten Gesellschaft darzulegen.
- Grundlagen des Glaubensbegriffs in der Moderne
- Epistemische Verantwortung und rationale Begründung von Überzeugungen
- Diskursive Rationalität und ihre Anwendung auf religiöse Rede
- Beitrag der Historischen Theologie zur aktuellen Debatte
- Verhältnisbestimmung von Theologie und moderner Wissenschaft
Auszug aus dem Buch
3.3. Was ist Rationalität?
Rationalität bezeichnet lediglich eine subjektive Vernunft, das heißt die Befähigung von Menschen, vernünftig zu denken. Das Wort rational bzw. vernünftig hat eine einheitliche Bedeutung. Im systematisch-theologischen Kontext geht es bei dem Begriff Rationalität um die Kernfrage einer theologischen Disziplin, nämlich der Frage nach der Glaubwürdigkeit kirchlichen Glaubens. Zur Klärung dieser Frage zieht man nun Rationalitätskriterien heran. Im nächsten Schritt muss geklärt werden, was als rationale Begründung gilt. Die Konzepte Rationalität und Rechtfertigung erläutern sich komplementär. Demzufolge erscheint es rational, solche Überlegungen zu verfolgen, die der nach angebracht sind. Angebracht scheinen demgegenüber solche Überzeugungen zu sein, die rational annehmbar sind, das heißt also denen vernünftigerweise zugestimmt werden kann. Die Voraussetzung für die in der vorliegenden Arbeit formulierte Fragestellung nach der Rationalität religiöser Überzeugungen bildet die moderne intellektuelle Gegenwart, in der es nicht mehr rational zum Ausdruck kommt, an Gott wahrhaftig zu glauben. In der heutigen Zeit werden religiöse Überzeugungen eher als irrational abgetan.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen Glaube und Vernunft ein und definiert die Aufgabe der Fundamentaltheologie im säkularen Kontext.
2. Problemexplikation: In diesem Kapitel wird die Problematik der Theologie als Wissenschaft in einer säkularen Welt thematisiert und der Bedarf für eine rationale Glaubensverantwortung begründet.
3. Rationale Glaubensverantwortung: Dieser Hauptteil analysiert die zentralen Begriffe Glaube, epistemische Verantwortung und Rationalität, um die theoretischen Voraussetzungen für die Debatte zu klären.
4. Welchen Beitrag leistet die Historische Theologie zur rationalen Glaubensverantwortung?: Es wird untersucht, wie die historische Dimension und traditionelle Texte wie der Konzilstext Dei Filius zur Argumentation beitragen können.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer rationalen Argumentation, um den christlichen Glauben in der Moderne plausibel zu machen.
Schlüsselwörter
Glaube, Vernunft, Rationale Glaubensverantwortung, Fundamentaltheologie, Epistemische Verantwortung, Rationalität, Säkularisierung, Historische Theologie, Gottesglaube, Religiöse Pluralität, Diskursive Rationalität, Theologische Wissenschaftstheorie, Dei Filius, Begründung, Moderne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Vereinbarkeit von christlichem Glauben und moderner Vernunft in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Fundierung des Glaubens, die Rolle der Vernunft in der Theologie und die Möglichkeiten einer rationalen Rechtfertigung religiöser Überzeugungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Glaubwürdigkeit religiöser Aussagen zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie theologische Positionen vor dem Forum der Vernunft argumentativ vertreten werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine systematisch-theologische Begriffsanalyse sowie eine diskursive Auseinandersetzung mit philosophischen und theologischen Ansätzen zur Rationalität angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsanalyse von Glauben, epistemischer Verantwortung und Rationalität sowie eine Untersuchung, wie die Historische Theologie diese Debatte durch Konzilstexte bereichert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Glaubensverantwortung, Rationalität, Fundamentaltheologie, Säkularisierung und das Verhältnis von Fides et Ratio.
Welche Rolle spielt der Begriff der diskursiven Rationalität nach Hans-Joachim Höhn?
Er dient als Filterfunktion, um unvernünftige Behauptungen aufzudecken und ein Verfahren zur Rechtfertigung von Geltungsansprüchen in der Theologie zu etablieren.
Wie trägt der Konzilstext "Dei Filius" zur Argumentation der Autorin bei?
Er dient als historisches Beispiel, das unterstreicht, dass Glaube und Vernunft keinen wirklichen Widerspruch bilden, sondern sich gegenseitig fördern können.
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- Laura Sophie Kersch (Author), 2017, Können religiöse Überzeugungen überhaupt vernünftig sein? Zur rationalen Glaubensverantwortung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/380955