Die gegenwärtige wirtschaftliche Entwicklung Chinas wird von der Weltgemeinschaft mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Auch Japan gehört zu den wirtschaftsstärksten Staaten der Welt. Bei der geschichtlichen Betrachtung ihrer politischen und wirtschaftlichen Modernisierung fallen Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf. Japans Aufstieg zu einer der führenden Industriemächte im Zuge wirtschaftlicher und politischer Reformen begann bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In China hingegen blieben derartige Reformen und Modernisierungen im 19. Jahrhundert aus. Stattdessen begann der wirtschaftliche und machtpolitische Aufstieg Chinas erst etwa 100 Jahre später.
Diese Arbeit rekonstruiert die Geschichte dieser beiden Länder während ihres Aufstiegs und zeigt dabei Gemeinsamkeiten
und Unterschiede auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Hintergrund im 19. Jahrhundert
3. Rekonstruktion der Modernisierung Japans Ende des 19. Jahrhunderts
3.1 Die Öffnung Japans
3.2 Japans Weg zur Reformära
3.3 Reformära
3.4 Auswirkungen der Reformen
4. Rekonstruktion der Modernisierung Chinas Ende des 20. Jahrhunderts
4.1 Die Öffnung Chinas
4.2 Chinas Weg zur Reformära
4.3 Reformära
4.4 Auswirkungen der Reformen
5. Analogien und Differenzen zwischen der Modernisierung Chinas und Japans
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Modernisierungsprozesse in Japan Ende des 19. Jahrhunderts und in China Ende des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, die jeweiligen historischen Ausgangslagen, die politischen Rahmenbedingungen sowie die Reformverläufe gegenüberzustellen, um Analogien und Differenzen in der Entwicklung zu beiden Industriestaaten aufzuzeigen.
- Historischer Hintergrund der globalen Modernisierung im 19. Jahrhundert
- Analyse der erzwungenen Öffnung beider Länder durch westliche Mächte
- Untersuchung der innenpolitischen Krisen und der anschließenden Reformära
- Vergleich der staatlichen Rolle und der gesellschaftlichen Auswirkungen der Reformen
- Bedeutung von politischer Stabilität für den wirtschaftlichen Aufschwung
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Öffnung Japans
Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts versuchten amerikanische, europäische und russische Händler sowie Missionare mehrfach die japanischen Eliten von einer Abkehr ihrer Isolationspolitik zu überzeugen und sie zu einer Öffnung für Handel und kulturellem Austausch zu bewegen. Im Jahr 1837 etwa scheiterte ein entsprechender Versuch protestantischer Missionare an Bord eines amerikanischen Segelschiffes, nachdem dieses durch Kanonen beschossen worden war. Dieses Vorgehen der Japaner leitete sich aus einer Bestimmung der Regierung aus dem Jahr 1825 ab, jedes fremdländische Schiff unter Beschuss zu nehmen. Weitere Versuche des Westens folgten und schlugen ebenfalls fehl.
Eine Antwort auf die Frage, warum sich Japan öffnete, liegt in der Tatsache, dass sich der internationale Druck auf die ostasiatischen Länder durch die expansionistischen Mächte in Europa und den USA erhöhte. Ein Grund für das Expansionsstreben war die Notwendigkeit neue Handelspartner und Absatzmärkte zu finden, um die durch die erhöhte Produktivität geschaffenen Handelswaren, resultierend aus dem technischen Fortschritt im Rahmen der Industrialisierung, absetzen zu können. Weitere Gründe für das Expansionsstreben waren die Erschließung neuer Rohstoffquellen sowie Machtpolitik. Dabei halfen ihnen die technischen Errungenschaften der Industrialisierung. Der handels- und machtpolitische Expansionsdrang hatte sich auch im Ersten Opiumkrieg zwischen Großbritannien und dem Kaiserreich China gezeigt, wie im späteren Verlauf der Arbeit deutlich wird. Die wirksame Durchsetzungskraft mittels technischer Überlegenheit, die das Britische Empire zur Wahrung seiner Interessen gezeigt hatte, blieb der japanischen Elite nicht unbekannt und dürfte einen Beitrag dazu geleistet haben, sie zum Überdenken ihrer Außenpolitik zu bewegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Thema des Vergleichs der Modernisierungsprozesse in China und Japan vorgestellt und die zentrale Forschungsfrage nach den Gründen und Verläufen dieser Entwicklungen formuliert.
2. Historischer Hintergrund im 19. Jahrhundert: Das Kapitel beleuchtet die globalen Rahmenbedingungen der Industrialisierung und deren Auswirkungen auf das Bevölkerungswachstum und die wirtschaftliche Vernetzung.
3. Rekonstruktion der Modernisierung Japans Ende des 19. Jahrhunderts: Dieser Abschnitt beschreibt Japans Weg aus der Isolation, die Reformen der Meiji-Zeit und den Aufstieg zum Industriestaat.
4. Rekonstruktion der Modernisierung Chinas Ende des 20. Jahrhunderts: Hier wird der Modernisierungsweg Chinas, beginnend mit den Opiumkriegen bis zur Reformpolitik unter Deng Xiaoping, analysiert.
5. Analogien und Differenzen zwischen der Modernisierung Chinas und Japans: Das Kapitel fasst die Vergleichspunkte zusammen und arbeitet die Unterschiede in der Stabilität der Regierungen und der politischen Partizipation heraus.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Feststellung, dass trotz unterschiedlicher Verläufe beide Länder heute bedeutende industrielle Akteure in einer multipolaren Weltordnung sind.
Schlüsselwörter
Modernisierung, Industrialisierung, Japan, China, Reformära, Meiji-Zeit, Öffnung, Welthandel, Wirtschaftswachstum, Tokugawa-Regierung, KPC, Deng Xiaoping, politische Partizipation, ungleiche Verträge, Weltordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Modernisierungsprozesse von Japan am Ende des 19. Jahrhunderts und China am Ende des 20. Jahrhunderts hinsichtlich ihrer politischen und wirtschaftlichen Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die erzwungene Öffnung beider Länder, die jeweils eingeleiteten Reformen, der Wandel zur Industrienation und die Rolle der Regierung bei diesen Transformationsprozessen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, zu verstehen, warum die Modernisierungen asynchron verliefen und welche Faktoren (innen- und außenpolitisch) dabei maßgeblich für den Erfolg oder Misserfolg der Reformbemühungen waren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um einen historisch-vergleichenden Ansatz, der mittels Literaturanalyse die Entwicklung beider Nationen gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Rekonstruktion der Modernisierung in Japan sowie in China, wobei jeweils Öffnung, Reformen und deren Auswirkungen betrachtet werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Begriffe wie Industrialisierung, Reformära, ungleiche Verträge, nationale Souveränität und politische Partizipation stehen im Zentrum.
Warum unterscheidet sich die politische Partizipation in beiden Ländern?
Die Arbeit führt aus, dass Japan aufgrund seiner homogenen Gesellschaft und Patriotismus schneller demokratische Strukturen zulassen konnte, während das chinesische Ein-Parteien-System aus Angst vor Instabilität und Separatismus an Autoritarismus festhält.
Welche Rolle spielten die sogenannten ungleichen Verträge?
Diese Verträge, die nach militärischer Niederlage gegen westliche Mächte unterzeichnet wurden, zwangen beide Länder zur Öffnung ihrer Häfen und beschränkten ihre nationale Souveränität, was wiederum den Druck für interne Reformen erhöhte.
- Arbeit zitieren
- Christoph Wünnemann (Autor:in), 2017, Die politische und wirtschaftliche Modernisierung in Asien, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/380405