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Ein Blick genügt. Zur Veränderung der Wahrnehmung am Beispiel der Eisenbahn

Titel: Ein Blick genügt. Zur Veränderung der Wahrnehmung am Beispiel der Eisenbahn

Hausarbeit , 2015 , 20 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Felix Luderer (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit verdeutlicht die Phänomenologie der Eisenbahn vor dem Hintergrund einer sich veränernden Gesellschaft. Sie vertritt die These, dass die Eisenbahn die Soziologie und im Zuge dessen als besonderes Phänomen der Eisenbahnreise auch die Wahrnehmung der Menschen nachhaltig beeinflusste. Diese Veränderung lässt sich als Teil der sich industrialisierenden Gesellschaft verstehen, exemplarisch an der Eisenbahn ablesen und gleichsam in einen mediengeschichtlichen Kontext einordnen. Zudem wirkt die Industrialisierung als mediales Ereignis, das mit der Eisenbahn ein neues (Transport-)Medium hervorbringt. Dieses neue Medium verändert die Wahrnehmung der Menschen in derselben Form wie es die Industrialisierung für die Gesellschaft insgesamt tut. Die Aufmerksamkeit und Konzentration der Zeitgenossen wird während der Reise auf eine neue Art herausgefordert. Daraus entwickeln sich neue Reisegewohnheiten wie Lesen oder Schlafen. Beim Blick aus dem Fenster veränderten sich zudem die Sehgewohnheiten der Menschen und es bildete sich im Anschluss an die breiten Erfolge des Panoramas um die Jahrhundertwende des 18. ins 19. Jahrhundert ein weitsichtiger, panoramatischer Blick aus. In dieser Hinsicht lässt sich die Eisenbahn mediengeschichtlich einordnen und als Vorform des Kinos verstehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Eisenbahn als neues Transportmittel

2.1 Dampfkraft wird mobil

2.2 Geschwindigkeitsrevolution der Gesellschaft

2.3 Veränderung von Raum und Zeit

3 Reisen mit der Eisenbahn

4 Der panoramatische Blick

4.1 Das Panorama als Massenmedium des 19. Jahrhunderts

4.2 Ausbildung des panoramatischen Blicks

4.3 Folgen einer neuen Reiseerfahrung

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomenologie der Eisenbahn vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Gesellschaft des 19. Jahrhunderts und analysiert, wie das neue Transportmittel die menschliche Wahrnehmung sowie soziologische Strukturen nachhaltig beeinflusste.

  • Technikhistorische Einordnung der Eisenbahn
  • Die Geschwindigkeitsrevolution und die Veränderung von Raum und Zeit
  • Wahrnehmungspsychologische Folgen des Reisens
  • Die Entstehung des panoramatischen Blicks
  • Die Eisenbahn als Vorform des Kinos

Auszug aus dem Buch

4.2 Ausbildung des panoramatischen Blicks

Da nahe Gegenstände verschwimmen und damit kaum zu betrachten sind, muss der Blick des Reisenden in die Ferne gehen, um schließlich scharf zu sehen. Fokussiert er weiterhin den Nahbereich, um ihn detailliert erkennen zu können, kommt es zur Überforderung des Sehorgans. Der Betrachter erlebt dann den sogenannten optokinetischen Nystagmus, der das reflexhafte Hin-und-Her-Zittern der Augen bezeichnet, die während des Blickes aus dem Fenster in der Nähe vorbeiziehende Objekte zu fokussieren versuchen. Er ist ein natürlicher Reflex der Augen zur Bildstabilisierung. Beim ungeübten Auge kann er jedoch Schwindelgefühle und Unwohlsein auslösen. Blickt der Zugreisende des 19. Jahrhunderts in den Hintergrund und vernachlässigt den Vordergrund des am Zugfenster vorbeirauschenden Landschaftsbildes, so gewöhnt sich das Auge jedoch mit der Zeit an die verändernden Sehbedingungen. Es bildet einen panoramatischen Blick aus, das den Vordergrund vernachlässigt (vgl. Schivelbusch 1995: 61).

Hermann von Helmholtz sieht in der Bewegung von Objekten – wie letztlich auch der Eisenbahn – die Basis für die veränderte Wahrnehmung, wie sie schließlich bei der Ausbildung des panoramatischen Blicks auftritt. Er stellte fest, was zu sehen ist, wenn sich Menschen parallel zu feststehenden Objekten bewegen und wie sich diese Bewegungsempfindung beim Betrachten des panoramatischen Hintergrundes differenziert:

„sie [die Objekte, d. V.] gleiten in unserem Gesichtsfelde scheinbar an uns vorbei, und zwar in entgegengesetzter Richtung, als wir fortschreiten. Entfernte Gegenstände tun dasselbe, aber langsamer, während sehr entfernte Gegenstände, wie die Sterne, ruhig ihren Platz im Gesichtsfelde behaupten.“ (zit. nach Asendorf 1997: 174)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale These ein, dass die Eisenbahn durch die Industrielle Revolution die Wahrnehmung der Menschen sowie die soziologischen Strukturen nachhaltig veränderte.

2 Die Eisenbahn als neues Transportmittel: Dieses Kapitel behandelt die technische Entwicklung der Dampfmaschine und der Lokomotive und analysiert die radikale Beschleunigung sowie die räumliche und zeitliche Veränderung durch das neue Verkehrsmittel.

3 Reisen mit der Eisenbahn: Hier wird die völlig neue Seherfahrung der Eisenbahnreise beschrieben, die als faszinierend und beängstigend zugleich wahrgenommen wurde.

4 Der panoramatische Blick: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des panoramatischen Blicks als physiologische Anpassung an hohe Geschwindigkeiten und ordnet die Eisenbahn als Vorläuferin des Kinos ein.

5 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse über die tiefgreifenden Veränderungen der Seh- und Reisegewohnheiten durch die Eisenbahn zusammen.

Schlüsselwörter

Eisenbahn, Industrialisierung, Wahrnehmung, Geschwindigkeitsrevolution, Panorama, Panoramatischer Blick, Raum, Zeit, Wahrnehmungsgeschichte, Mobilität, Technikgeschichte, Reizüberflutung, Moderne, Seherfahrung, Transportmittel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die Einführung der Eisenbahn im 19. Jahrhundert die Wahrnehmung der Menschen und das gesellschaftliche Leben verändert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Technikgeschichte der Dampfmaschine, der Wahrnehmungspsychologie des Reisens sowie der medialen Bedeutung des panoramatischen Blicks.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Phänomenologie der Eisenbahnreise vor dem Hintergrund einer sich durch die Industrialisierung verändernden Gesellschaft zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine phänomenologische und kulturhistorische Analyse unter Einbeziehung von Zeitzeugenberichten, medienwissenschaftlichen Theorien und technikhistorischen Daten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung der Eisenbahn, den Auswirkungen auf das Zeit- und Raumverständnis sowie der Entstehung spezifischer Sehgewohnheiten während der Zugfahrt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Eisenbahn, Wahrnehmung, Geschwindigkeit, Industrialisierung und panoramatischen Blick definiert.

Was versteht der Autor unter dem „panoramatischen Blick“?

Es handelt sich um eine Anpassung des menschlichen Auges an hohe Geschwindigkeiten, bei der der unscharfe Vordergrund vernachlässigt und der Blick zur Stabilisierung der Wahrnehmung in die Ferne gerichtet wird.

Warum wird die Eisenbahn als „Vorform des Kinos“ bezeichnet?

Weil die Eisenbahnreise durch das Abteilfenster eine neue, dynamische Seherfahrung bot, die das Interesse an unbewegten Bildern schwächte und die Sehnsucht nach bewegten Bildwelten förderte.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ein Blick genügt. Zur Veränderung der Wahrnehmung am Beispiel der Eisenbahn
Hochschule
Bauhaus-Universität Weimar  (Fakultät Medien)
Veranstaltung
Basismodul Medienwissenschaft
Note
1,5
Autor
Felix Luderer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V380316
ISBN (eBook)
9783668568525
ISBN (Buch)
9783668568532
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eisenbahn Panorama Schwindel Mediengeschichte Industrialisierung Reisen Beschleunigung Mediensoziologie Dampfkraft Film Kino Wahrnehmung Lokomotive Sehen panoramatisch Industrielle Revolution 19. Jahrhundert Schivelbusch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felix Luderer (Autor:in), 2015, Ein Blick genügt. Zur Veränderung der Wahrnehmung am Beispiel der Eisenbahn, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/380316
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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