Wer ist Jakobs Gegenüber? Was ist der Grund für den Kampf? Welche Folgen hat der Kampf für Jakob? Zudem möchte ich herausfinden, wo die Erzählung ihren Ursprung hat, von wem sie verfasst wurde und ob Spannungen und Brüche zu erkennen sind. Ich hoffe folglich, im Zuge dieser exegetischen Hausarbeit jene Fragen beantworten zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Übersetzungsvergleich
3. Gliederung
4. Literarkritik
4.1. Abgrenzung
4.1.1. Abgrenzung nach oben
4.1.2. Abgrenzung nach unten
4.2. Stellung im Kontext
5. Überlieferungsgeschichte
6. Redaktionsgeschichte
7. Formgeschichte
8. Traditionsgeschichte
9. Zusammenfassung und Ausblick
10. „Israel“ im Alten Testament
10.1. Namensetymologie
10.2. Der Name „Israel“ für den Ahnvater Jakob
10.3. Der Name „Israel“ für das Volk Israel
10.4. Der Name „Israel“ für das Nordreich
10.5. Der Name „Israel“ für das gesamte Nord- und Südreich
10.6. Der Name „Israel“ für die Glaubensgemeinschaft
10.7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese exegetische Hausarbeit setzt sich zum Ziel, die biblische Erzählung von Jakobs Kampf am Jabbok (Gen 32,23-33) einer detaillierten wissenschaftlichen Analyse zu unterziehen, um deren Entstehungsgeschichte, literarische Struktur und theologische Bedeutung zu ergründen und die Rolle des Namens „Israel“ innerhalb der biblischen Überlieferung zu beleuchten.
- Exegetische Untersuchung von Gen 32,23-33
- Vergleich verschiedener deutscher Bibelübersetzungen
- Literar-, form- und überlieferungsgeschichtliche Analyse
- Traditionsgeschichtliche Einordnung der Gottesvorstellung
- Etymologische und historische Bedeutung des Namens „Israel“
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Zur Auswahl standen die Themen „Jakobs Kampf am Jabbok“ (Gen 32,23-33), „Abrams Berufung“ (Gen 12,1-3) und „Der erste Schöpfungsbericht“ (Gen 1,1-2,4a). Auf den ersten Blick sprach mich der Schöpfungsbericht am ehesten an. Dann las ich mir jedoch die anderen beiden Bibelstellen durch und entschied mich für Jakobs Kampf. Diese Bibelstelle war mir bis dato nicht bekannt, weckte aber gleich mein Interesse. Es kamen sofort Fragen auf, auf die ich Antworten finden wollte: Wer ist Jakobs Gegenüber? Was ist der Grund für den Kampf? Welche Folgen hat der Kampf für Jakob? Zudem möchte ich herausfinden, wo die Erzählung ihren Ursprung hat, von wem sie verfasst wurde und ob Spannungen und Brüche zu erkennen sind. Ich hoffe folglich, im Zuge dieser exegetischen Hausarbeit jene Fragen beantworten zu können.
Für meine Exegese entscheide ich mich für die Übersetzung der Lutherbibel. Es gibt durchaus Übersetzungen, die sich noch näher am Ursprungstext orientieren (etwa die Interlinearübersetzung). Jedoch halte ich die Lutherbibel (in der revidierten Fassung von 1984) für die klassische Bibelübersetzung und bin am besten mit dieser Übersetzung vertraut. Auch die Gute Nachricht Bibel ist mir geläufig und angenehm zu lesen, allerdings ist sie zugunsten der Verständlichkeit relativ weit vom Urtext entfernt und daher meines Erachtens nicht für eine Exegese zu empfehlen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Themenwahl und Begründung der Entscheidung für die Exegese von Gen 32,23-33 sowie der Wahl der Übersetzungsgrundlage.
2. Übersetzungsvergleich: Analyse der Unterschiede in den Übersetzungen der Lutherbibel, Einheitsübersetzung und Zürcher Bibel in Bezug auf den hebräischen Urtext.
3. Gliederung: Strukturierung der Erzählung in drei zentrale Abschnitte: Führung über den Jabbok, Kampf und Segnung sowie Namensgebung und Ritus.
4. Literarkritik: Prüfung der literarischen Einheitlichkeit der Perikope unter Berücksichtigung verschiedener fachwissenschaftlicher Kommentare.
5. Überlieferungsgeschichte: Untersuchung der mündlichen Vorformen und der möglichen Einstufung als lokaler Dämonen- oder Ortssage.
6. Redaktionsgeschichte: Bestimmung des Jahwisten als Hauptverfasser und Identifikation nachträglicher Ergänzungen im Text.
7. Formgeschichte: Analyse des dramatischen Aufbaus, der Erzählweise und der Bestimmung des „Sitz im Leben“ der Perikope.
8. Traditionsgeschichte: Auseinandersetzung mit der Gottesvorstellung und dem Motiv der Gottesschau im Alten Testament.
9. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Exegese hinsichtlich Jakobs Gegenüber, der Ursprünge der Geschichte und der Vorbereitung auf das Treffen mit Esau.
10. „Israel“ im Alten Testament: Essayistischer Teil über den Bedeutungswandel des Namens Israel von einem Personennamen bis zur Bezeichnung einer Glaubensgemeinschaft.
Schlüsselwörter
Jakob, Jabbok, Exegese, Bibelübersetzung, Jahwist, Literarkritik, Überlieferungsgeschichte, Israel, Gottesvorstellung, Gottesschau, Pnuël, Segen, Namensetymologie, Pentateuch, Ortssage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Untersuchung der biblischen Erzählung von Jakobs Kampf am Jabbok (Gen 32,23-33).
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung deckt die literarische Einheitlichkeit, die Überlieferungsgeschichte, die Redaktionsgeschichte und die traditionsgeschichtliche Einordnung der Erzählung ab.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Herkunft der Erzählung zu klären, den Verfasser zu bestimmen sowie die Bedeutung der Ereignisse für Jakob und die Entwicklung des Namens Israel zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden klassische historisch-kritische Methoden angewandt, insbesondere Literarkritik, Formgeschichte und Überlieferungsgeschichte, ergänzt durch einen detaillierten Übersetzungsvergleich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Exegese des Textabschnitts Gen 32,23-33 sowie einen essayistischen Teil über die Bedeutung des Begriffs „Israel“ im Alten Testament.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Jakob, Jabbok, Exegese, Jahwist, Israel, Gottesvorstellung und Namensetymologie.
Warum wird im Abschnitt 2 der Übersetzungsvergleich durchgeführt?
Dieser Vergleich dient dazu, durch Unterschiede in den deutschen Übersetzungen (Lutherbibel, Einheitsübersetzung, Zürcher Bibel) Schwierigkeiten im hebräischen Urtext aufzuzeigen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Historizität?
Der Autor betont, dass das Alte Testament nicht als Geschichtsbuch im modernen Sinne zu verstehen ist, sondern als Glaubenszeugnis und Wegweiser.
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- Leo Decher (Author), 2016, Exegese von "Jakobs Kampf am Jabbok" (Gen 32,23-33), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/379174