In der Biografie der Menschen sind Kindheit und Jugendphase mit einer Häufung an Übergangssituationen gespickt, welche teils formell initiiert und teils auf die Entwicklungsaufgaben im Kindes- und Jugendalter zurückzuführen sind. Ein formaler Übergang von zentraler Bedeutung ist der Übertritt von Schule in den Beruf, dessen Gelingen entscheidenden Einfluss auf viele weitere Lebensbereiche und Chancen junger Menschen hat.
An dieser Stelle - dem Übergang von Schule in den Beruf - setzt das vorliegende medienpädagogische Konzept des "Online-me" an und baut auf den durch Schule und Sozialarbeit geleisteten Orientierungshilfen auf. Junge Menschen, die sich beruflich orientiert haben und nun den Übergang in die Arbeitswelt bewältigen müssen, sollen praktisch dabei unterstützt werden, ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt unter medienpädagogischer Perspektive zu reflektieren und zu optimieren.
Inhaltsverzeichnis
2 Einleitung
3 Ausgangslage
3.1 Übergangssituation Schule – Beruf
3.2 Einrichtung, Träger, Lernort
3.3 Zielgruppe, situation und ziele
3.4 Rahmen und Verlaufsplan
4 Methodisch-didaktische Begründung
4.1 Konstruktivismus
4.2 Dimensionen der Medienkompetenz
5 Fazit, Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt ein medienpädagogisches Konzept zur Gestaltung einer Reflexionsphase für junge Menschen am Übergang von der Schule in den Beruf, um deren Online-Auftritt kritisch zu prüfen und für den Ausbildungsmarkt zu optimieren.
- Reflexion des persönlichen Online-Auftritts und Identitätsmanagement
- Einfluss von Selbstdarstellung im Netz auf Bewerbungschancen
- Konstruktivistische Lernansätze und Medienkompetenzförderung
- Praktische Gestaltung eines handlungsorientierten Bewerbungstrainings
Auszug aus dem Buch
3.1 ÜBERGANGSSITUATION SCHULE – BERUF
In der Biografie der Menschen sind Kindheit und Jugendphase mit einer Häufung an Übergangssituationen gespickt, welche teils formal initiiert und teils auf die Entwicklungsaufgaben im Kindes- und Jugendalter zurückzuführen sind (Reißig 2016, S. 12). Ein formaler Übergang von zentraler Bedeutung ist der Übertritt von der Schule in den Beruf, dessen gelingen, Reißig zufolge, entscheidenden Einfluss auf viele weitere Lebensbereiche und Chancen junger Menschen hat, so zum Beispiel auf die Ablösung vom Elternhaus oder Zeitpunkt und Umfang von finanzieller Selbständigkeit (ebd., S. 13).
Eben diese Übergangssituation hat sich in den vergangenen Jahrzehnten noch einmal stark verändert. Während sich in den 1960er Jahren noch etwa 80 % der jungen Menschen zwischen 16 und 20 Jahren in Ausbildungs- oder Erwerbsarbeit befunden haben, sind es nach einer Grafik von Münchmaier (2008, S. 20) im Jahr 2006 nur noch 30 %. 70 % dieser jungen Menschen befinden sich nach wie vor im Bildungssystem, während es noch etwa 40 Jahre zuvor nur 20 % waren. Der Übertritt in die Erwerbsarbeit findet demnach deutlich später statt – die Phase der Adoleszenz hält länger an. Ablösungs- und Reifeprozesse verschieben sich in der Biografie immer weiter nach hinten und die Grenzen der Entwicklungsphasen verschwimmen mit dem Verbleib im Schulsystem zusehends (Reißig 2016, S. 12).
Zusammenfassung der Kapitel
2 Einleitung: Die Einleitung erläutert die medienpädagogische Ausrichtung des Projekts unter Rückgriff auf die Medienkompetenzdimensionen nach Baacke und führt in die konstruktivistische Lerntheorie ein.
3 Ausgangslage: Dieses Kapitel beschreibt die soziologische Übergangssituation vom Schul- in das Berufsleben und analysiert das Setting der Beruflichen Schulen Rheingau sowie die spezifischen Anforderungen an die Zielgruppe.
4 Methodisch-didaktische Begründung: Hier wird das theoretische Fundament des Projekts durch den Konstruktivismus und das Konzept der Handlungsorientierung gelegt und die Förderung von Medienkompetenz detailliert begründet.
5 Fazit, Ausblick: Das Kapitel skizziert den zeitlichen Ablauf der geplanten Umsetzung und stellt Evaluationsmethoden wie das Blitzlicht und das Spinnennetz zur Qualitätssicherung vor.
Schlüsselwörter
Medienpädagogik, Medienkompetenz, Berufsorientierung, Übergang Schule-Beruf, Online-Auftritt, Selbstdarstellung, Konstruktivismus, Handlungsorientierung, Bewerbungstraining, Identitätsmanagement, Soziale Netzwerke, Jugendliche, Ausbildungsmarkt, Reflexion, Mediennutzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines medienpädagogischen Konzepts, das Jugendliche dabei unterstützt, ihre Online-Präsenz vor dem Hintergrund ihrer beruflichen Zukunft professionell zu reflektieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Gestaltung von Online-Profilen, die Bedeutung von Medienkompetenz für Bewerbungsprozesse und die Anwendung konstruktivistischer Lehrmethoden in der Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, jungen Menschen eine Reflexionsphase zu bieten, in der sie ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt durch einen bewussteren Umgang mit persönlichen Daten in sozialen Netzwerken optimieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der theoretischen Fundierung durch den Konstruktivismus und nutzt die Methode der Handlungsorientierung, um Lernprozesse durch aktives Erleben und Reflexion zu gestalten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird die Ausgangslage analysiert, das konkrete medienpädagogische Konzept "online-me" vorgestellt und die didaktische Begründung anhand von Medienkompetenzdimensionen und lerntheoretischen Ansätzen ausgearbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Medienkompetenz, Selbstdarstellung, Bewerbungsorientierung und Konstruktivismus definiert.
Warum ist das Projekt speziell für Mädchen relevant?
Das Dokument weist darauf hin, dass insbesondere bei jungen Mädchen Fallstricke durch sexualisierte Selbstdarstellung auf Selfies entstehen können, die ihre Chancen bei konservativen Arbeitgebern gefährden könnten.
Welche Rolle spielen Algorithmen bei der Selbstdarstellung?
Algorithmen können die Wahrnehmung eines Profils durch eingeblendete Werbung (z. B. Ego-Shooter-Spiele neben seriösen Informationen) negativ beeinflussen, worauf die Jugendlichen selten Einfluss haben.
Wie werden die Teilnehmer im Projekt unterstützt?
Die Unterstützung erfolgt durch Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter, die gemeinsam mit den Jugendlichen Profile analysieren, Fake-Profile erstellen und Strategien zur Privatisierung sowie Ästhetisierung von Inhalten entwickeln.
- Arbeit zitieren
- Maike Gehlert-Orth (Autor:in), 2017, Das Online-me-Konzept. Selbstdarstellung junger Menschen in sozialen Netzwerken, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/378875