Der körperliche und geistige Zustand ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit im Beruf. Gesunde Arbeitskräfte sind das Fundament für jeglichen Erfolg einer Unternehmung. Umso überraschender ist es, dass noch immer einige Unternehmen die Notwendigkeit einer betrieblichen Gesundheitsförderung nicht erkannt haben. Dabei scheint dieses Thema aktueller denn je zu sein.
Die Globalisierung und der technologische und wirtschaftliche Fortschritt hat unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten radikal verändert. Insbesondere in Deutschland spielt zudem der demographische Wandel eine gewichtige Rolle. Diese veränderten Rahmenbedingungen verursachen auch einen anhaltenden Wandlungsprozess in der Erwerbsarbeit. Die rein körperliche Belastung verliert immer mehr an Bedeutung. An ihrer Stelle treten nun Erfolgsdruck, steigende Verantwortung und psychische Belastung. Außerdem scheinen Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben immer mehr zu verschmelzen. Die modernen Organisationsformen lassen oftmals eine deutliche Trennung der ehemals klar unterteilten Lebensbereiche gar nicht mehr zu.
Dieser Prozess hat zur Folge, dass Erholung und Reproduktion oftmals zu kurz kommen. Das eigene Zuhause als klar definierter Rückzugsraum von Arbeit und Stress geht immer mehr verloren. Leittragende sind nicht nur die Mitarbeiter selbst, sondern auch die Unternehmen. Fehlende Motivation, hohe Krankenstände und eine immer größer werdende Fluktuation können deutliche Warnzeichen sein. Deswegen widmen inzwischen viele Betriebe der Gesundheit ihrer Mitarbeiter vermehrt Aufmerksamkeit. Dabei wird überprüft, wie gesundheitsverträglich Abläufe, Kommunikation und Arbeitsbedingungen im Betrieb sind. Die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden ist der erste Schritt, um die eigene wirtschaftliche Produktivität zu steigern.
Neben den Unternehmen ist der Staat ein weiterer wichtiger Akteur. Er schafft die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen für die betriebliche Gesundheitsförderung. Des Weiteren spielen auch internationale Organisationen eine größere Rolle. Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit wird eine theoretische Bearbeitung der verschiedenen Teilaspekte der betrieblichen Gesundheitsförderung sein. Daneben wird der Versuch unternommen ein eigenes mögliches Forschungsdesign zu erstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung dieser Arbeit
1.2 Methodik und Aufbau
2. Begrifflichkeiten
2.1 Diversity
2.2 Diversity Management
2.3 Betriebliches Gesundheitsmanagement
2.3 Betriebliche Gesundheitsförderung
3. Theoretische Einordnung der betrieblichen Gesundheitsförderung
3.1 Historische Entwicklung
3.1.1 Die Ottawa-Charta
3.1.2 Die Luxemburger Deklaration
3.2 Der Demographische Wandel
3.3 Rechtliche Grundlagen
4. Instrumente der BGF
4.1 Gesundheitszirkel
4.2 Arbeitszeitgestaltung
5. Implementation in den eigenen Unternehmenskontext
5.1 Vorstellung des Unternehmens
5.2 Forschungsdesign
5.3 BGF-Konzept
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) als Teildisziplin des Diversity Managements. Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung der Thematik sowie der Entwurf eines praxisorientierten Forschungsdesigns zur Implementierung eines BGF-Konzepts in einem beispielhaften Unternehmenskontext.
- Grundlagen der Begrifflichkeiten (Diversity, BGM, BGF)
- Historische Entwicklung der Gesundheitsförderung
- Herausforderungen durch den demographischen Wandel
- Methodische Instrumente wie Gesundheitszirkel und Arbeitszeitgestaltung
- Strategische Konzepte zur Implementierung im Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.1 Historische Entwicklung
Zu Beginn der industriellen Revolution spielten gesundheitsfördernde Maßnahmen höchstens eine Nebenrolle. Das sollte sich aber mit der Zeit ändern, schließlich waren Arbeitsunfälle damals bei weitem keine Seltenheit, sondern standen hingegen an der Tagesordnung. Deswegen entstanden zu dieser Zeit schon erste Vorschriften für Schutzkleidung, Maschinensicherheit oder Lärmreduzierung. Somit sollte zumindest eine Grundsicherheit am Arbeitsplatz gewährleistet werden. Diese zum größten Teil noch immer mangelhaften Maßnahmen beschränkten sich außerdem nur auf die physische Ebene. Das psychische Wohlbefinden der Arbeiter sollte erst viel später Beachtung finden.
Ohne allgemein geltende Regelungen oder Definitionen, oblagen gesundheitsfördernde Maßnahmen dem Wohlwollen der Unternehmer. Die erste Grundlage für eine globale Gesundheitsförderung legte die WHO kurz nach dem zweiten Weltkrieg mit ihrer Definition von Gesundheit. In den nächsten Jahrzehnten sollte die WHO der prägende Akteur auf internationaler Bühne sein. So war die 30. Weltgesundheitsversammlung aus dem Jahre 1977 ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Entwicklung der Gesundheitsförderung. Dort wurde bekräftigt, dass Gesundheit als „grundlegendes Menschenrecht“ zu verstehen ist. Bereits ein Jahr später folgte die Konferenz von Alma-Ata. An ihr beteiligten sich Delegationen aus 123 Regierungen sowie 67 unabhängige Organisationen. Der erarbeitete Beschluss aus der ehemaligen kasachischen Hauptstadt hat „einen wesentlichen Anstoß für einen Paradigmenwechsel in der Auseinandersetzung um die öffentliche Gesundheitsfürsorge gegeben. Die dort formulierte Erklärung zu „Gesundheit für alle im Jahr 2000“ rückte erstmals soziokulturelle, ökonomische und gesellschaftspolitische Lebensbedingungen in den Mittelpunkt der Betrachtung“.
Das entscheidende historische Ereignis für die betriebliche Gesundheitsförderung stellt aber mit Sicherheit die „Ottawa-Charta“ dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der betrieblichen Gesundheitsförderung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen ein und skizziert das Forschungsziel.
2. Begrifflichkeiten: In diesem Kapitel werden die zentralen Fachbegriffe wie Diversity, Diversity Management, betriebliches Gesundheitsmanagement und betriebliche Gesundheitsförderung definiert und voneinander abgegrenzt.
3. Theoretische Einordnung der betrieblichen Gesundheitsförderung: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung, inklusive wichtiger Meilensteine wie der Ottawa-Charta, sowie den Einfluss des demographischen Wandels und die rechtlichen Rahmenbedingungen.
4. Instrumente der BGF: Hier werden praxisnahe Methoden zur Analyse und Umsetzung der Gesundheitsförderung, speziell Gesundheitszirkel und Arbeitszeitgestaltung, detailliert erläutert.
5. Implementation in den eigenen Unternehmenskontext: Dieses Kapitel beschreibt die fiktive Anwendung eines BGF-Konzepts in einem mittelständischen Unternehmen anhand eines strukturierten Forschungsdesigns.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Bedeutung der BGF als strategische Chance für Unternehmen zusammen und betont die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Prozesses.
Schlüsselwörter
Betriebliche Gesundheitsförderung, BGF, Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, Diversity Management, Demographischer Wandel, Arbeitszeitgestaltung, Gesundheitszirkel, Prävention, Mitarbeiterführung, Unternehmenskultur, Arbeitsbedingungen, Gesundheitsförderung, Arbeitsschutz, Leistungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Aufarbeitung der betrieblichen Gesundheitsförderung und entwirft ein Konzept zur praktischen Umsetzung in einem Unternehmen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Abgrenzung von Fachbegriffen, die historische Entwicklung der BGF, den Einfluss des demographischen Wandels und spezifische Instrumente zur betrieblichen Umsetzung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die Kernthematik der BGF zu schaffen und ein mögliches Forschungsdesign für die betriebliche Implementierung zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche sowie einem hypothesen- und theorietestenden Forschungsdesign.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie konkrete Instrumente wie Gesundheitszirkel und Arbeitszeitgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Betriebliche Gesundheitsförderung, Diversity Management, Demographischer Wandel und Arbeitsschutz.
Was ist der Unterschied zwischen BGM und BGF?
BGM ist das übergeordnete Managementkonzept, während die BGF als Teilbereich konkrete gesundheitsfördernde Maßnahmen umfasst.
Warum spielt der demographische Wandel eine Rolle für Unternehmen?
Durch die Alterung der Belegschaft und den Fachkräftemangel wird die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter für Unternehmen zur existentiellen Notwendigkeit.
Welche Bedeutung hat der Gesundheitszirkel in diesem Kontext?
Der Gesundheitszirkel dient als Analyseinstrument, um Arbeitsanforderungen aus Sicht der Mitarbeiter zu bewerten und Lösungsstrategien zu entwickeln.
Wie lautet die Schlussfolgerung bezüglich der Umsetzung von Maßnahmen?
Der Autor betont, dass Gesundheitsförderung kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher, managementgestützter Prozess sein muss, der individuell an das Unternehmen anzupassen ist.
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- Alexander Bodev (Author), 2017, Betriebliche Gesundheitsförderung. Theorie und praktische Umsetzung im eigenen Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/378769