Der amerikanische Schriftsteller und Naturwissenschaftler Benjamin Franklin (1706-1790) sagte einst "Gebe Gott, daß nicht nur Liebe zur Freiheit, sondern auch gründliche Kenntnis der Menschenrechte alle Nationen durchdringe!" Dass dieser Gedanke bis zum heutigen Tag nicht weltweit allgegenwärtig ist, zeigen die jüngsten Vorkommnisse in der Türkei.
Erst Anfang Juli wurden in Istanbul mehrere Menschenrechtsaktivisten festgenommen und inhaftiert. Im Rahmen dieser Arbeit soll das Thema der Menschenrechte näher beleuchtet werden. Zudem soll analysiert werden, welche Rolle Unternehmen und ihre Unternehmensstrategie in Bezug dazu spielen. Die Zielsetzung ist es, die Forschungsfrage "Wie hat sich der Menschenrechtsschutz entwickelt und auf welcher Grundlage müssen Unternehmen diesen in ihrer CSR-Strategie berücksichtigen?" zu erläutern.
Bei der schriftlichen Erarbeitung der Aufgabenstellung handelt es sich um eine literaturbasierte Analyse. Das Assignment setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Zuerst wird die Thematik der Menschenrechte erläutert. Dabei wird zum einen geklärt, was unter dem Begriff der Menschenrechte zu verstehen ist und welche Charakteristika diese aufweisen. Des Weiteren wird die Entwicklung des Menschenrechtsschutzes betrachtet. Wann der aktive Schutz begonnen hat, wird in vier verschiedenen Strategien dargestellt.
Den zweiten Teil bildet das Gebiet des Social Corporate Responsibility (CSR). Zur Verknüpfung der beiden Themenbereiche ist es notwendig, die Begrifflichkeit mit ihren Besonderheiten zu definieren. Anschließend werden verschiedene Instrumente und Abkommen vorgestellt, welche Unternehmen im Rahmen ihrer CSR-Strategie einbeziehen sollten. Zur besseren Veranschaulichung und zum Abgleich von Theorie und Praxis erfolgt die Darstellung des Fallbeispiels der Siemens AG. Darauf folgend werden die gewonnen Erkenntnisse kritisch gewürdigt. Den Abschluss der Arbeit bildet das Fazit. Im Rahmen dessen soll die Forschungsfrage zusammenfassend beantwortet und die erzielten Ergebnisse resümiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Menschenrechte
2.1 Die wichtigen Charakteristika von Menschenrechten
2.2 Entwicklung des Menschenrechtschutzes
2.2.1 Ursprung in der Antike
2.2.2 Ende des 18. Jahrhunderts
2.2.3 Nach dem Zweiten Weltkrieg
2.2.4 Ab den 1970er Jahren
3. Corporate Social Responsibility
3.1 Definition und Konzeption
3.2 Verknüpfung von CSR und dem Menschenrechtsschutz
4. Fallbeispiel Siemens AG
5. Kritische Würdigung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Menschenrechtsschutzes und analysiert, in welcher Form Unternehmen diesen in ihre Corporate Social Responsibility (CSR)-Strategien integrieren müssen, um ihrer Verantwortung gerecht zu werden.
- Historische Genese und Meilensteine des internationalen Menschenrechtsschutzes
- Begrifflichkeit und konzeptionelle Einordnung von Corporate Social Responsibility
- Rechtliche und ethische Verknüpfung von Unternehmensverantwortung und Menschenrechten
- Analyse der Siemens AG als Fallbeispiel für die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit
- Kritische Reflexion der Wirksamkeit aktueller freiwilliger CSR-Instrumente
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Ursprung in der Antike
Eine Variante sieht den Ursprung der Menschenrechte in Europa bereits in der Antike. So existierten beispielsweise in griechischen Stadtstaaten Bürgerrechte zur aktiven Beteiligung. Diese waren aber nur für freie Männer gültig, was dem heutigen Verständnis von Gleichberechtigung entgegen steht. Auch die Kyros-Erklärung aus dem Jahr 539 v.Chr. kann als Ursprung des Menschenrechtsschutzes gewertet werden, da erstmals das Recht auf Glaubensfreiheit sowie das Verbot der Sklaverei schriftlich verankert wurden. Jedoch ist die Wirksamkeit dieser Rechte umstritten. Zudem setzte sich für die Gleichheit und Menschenwürde bereits Cicero (106 - 43 v.Chr.), welcher ein Schüler der griechischen Stoa war, ein. Allerdings verknüpft er in seinen Schriften noch nicht die Würde des Menschen und die Gleichheit aller mit dem Ende der Sklaverei. Auch die britische Magna Charta Libertatum aus dem Jahr 1215 stellt einen Fortschritt dar. Allerdings galt sie anfangs nur für den Adel. Von großer Bedeutung war hierbei der garantierte Schutz vor willkürlichen Verhaftungen aber auch der des Eigentums.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Themas ein, stellt die Forschungsfrage und erläutert den Aufbau sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Menschenrechte: Dieses Kapitel definiert Menschenrechte, erörtert deren Merkmale und beleuchtet die historische Entwicklung des internationalen Menschenrechtsschutzes anhand verschiedener Sichtweisen.
3. Corporate Social Responsibility: Hier wird das CSR-Konzept erläutert und die Notwendigkeit sowie die Instrumente zur Verknüpfung mit dem Menschenrechtsschutz bei unternehmerischen Aktivitäten dargestellt.
4. Fallbeispiel Siemens AG: Anhand dieses Unternehmens wird die Diskrepanz zwischen internen Verhaltenskodizes und den realen Auswirkungen globaler Geschäftstätigkeiten auf Menschenrechte veranschaulicht.
5. Kritische Würdigung: Das Kapitel reflektiert die Erkenntnisse und konstatiert, dass freiwillige CSR-Instrumente oft nicht ausreichen, um eine menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der gesamten Wertschöpfungskette sicherzustellen.
6. Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage unter Betonung der Notwendigkeit strengerer Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Menschenrechte, Corporate Social Responsibility, CSR, Menschenrechtsschutz, Siemens AG, Global Compact, Unternehmensverantwortung, Nachhaltigkeit, Menschenrechtsverletzungen, Internationale Menschenrechtscharta, Sorgfaltspflicht, Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschaftsethik, Stakeholder, Wertschöpfungskette.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Schutz der Menschenrechte und der unternehmerischen Verantwortung (CSR) in einer globalisierten Wirtschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Geschichte der Menschenrechte, die Definition von CSR und die Rolle von Konzernen bei der Einhaltung universeller Standards.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie sich der Menschenrechtsschutz entwickelt hat und auf welcher Grundlage Unternehmen diesen in ihre CSR-Strategie integrieren sollten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literatur- und fallbeispielbasierte Analyse des aktuellen Forschungsstandes und der unternehmerischen Praxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Menschenrechten und CSR sowie die Anwendung dieser Theorie auf das Fallbeispiel Siemens AG.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Menschenrechte, CSR, Sorgfaltspflicht, Global Compact und unternehmerische Verantwortung.
Welche Rolle spielt das "Protect, Respect, Remedy"-Konzept in der Arbeit?
Es bildet die Basis für die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und unterstreicht die staatliche Schutzpflicht sowie die Verantwortung von Unternehmen.
Was zeigt die Analyse am Fallbeispiel der Siemens AG besonders deutlich?
Das Beispiel verdeutlicht, dass trotz weitreichender öffentlicher Bekenntnisse zur Einhaltung von Menschenrechten in der Praxis weiterhin Verletzungen bei Großprojekten auftreten können.
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- Tricy Unger (Author), 2017, Menschenrechtsschutz und Corporate Social Responsibility. Entwicklung und Zusammenhang, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/378159