Anhand der Geschichtsquellen, die uns geblieben sind, sowie mit soziologischen Ansätzen, wird versucht zu analysieren wieso Hitler und Stalin so handelten, wie sie es taten. Nachdem zuerst ein Überblick über die Geschichte zwischen der Machtergreifung durch die NSDAP am 30. Januar 1933 und dem Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 gegeben wird, folgt ein Überblick über die Spieltheorie im allgemeinen, sowie einige wichtige Begrifflichkeiten. Im nächsten Schritt werden dann einige entscheidende Punkte aus der Geschichte gegriffen, anhand derer versucht wird, das Verhalten Hitlers und Stalins zu analysieren und zu verstehen. Zuletzt wird es einen Überblick über die im Verlauf dieser Arbeit entstandenen Erkenntnisse geben, sowie Ideen zu möglichen weiteren Forschungen zu diesem Thema.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Einordnung
3. Spieltheorie
3.1. Geschichte und Definition
3.2. Begrifflichkeiten
3.2.1. Strategie
3.2.2. Nashgleichgewicht
3.3. Spieltheorie in der Geschichtsforschung
3.4. Fearons Modell der Abschreckung
4. Analyse entscheidender historischer Punkte
4.1. Auswahl der Punkte
4.2. Analyse
4.3. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das politisch-strategische Verhalten der Diktatoren Hitler und Stalin im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs unter Anwendung spieltheoretischer Modelle. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die Dynamiken, die trotz gegensätzlicher Interessen zeitweise zu einer Kooperation führten und schließlich in den militärischen Konflikt mündeten.
- Analyse historischer Entscheidungsprozesse im deutsch-sowjetischen Verhältnis (1933–1941)
- Grundlagen und Definitionen der modernen Spieltheorie
- Anwendung des Chickenspiels und Fearons Modell der Abschreckung auf historische Gegebenheiten
- Untersuchung von Aufrüstung, Handelsbeziehungen und diplomatischen Verträgen als strategische Mittel
- Kritische Reflexion der Eignung spieltheoretischer Ansätze in der Geschichtswissenschaft
Auszug aus dem Buch
3.4. Fearons Modell der Abschreckung
Ein weiteres Beispiel und das in dieser Arbeit primär benutzte Modell, ist Fearons Modell der Abschreckung. Hier wird von Staaten als Akteuren ausgegangen, von denen einer den anderen bedroht. Es handelt sich um ein vierstufiges Modell, bei dem die beiden Akteure nacheinander handeln. Je nachdem für welche Strategie sie sich jeweils entscheiden, gibt es verschiedene Ergebnisse.
Als erstes handelt Spieler A, der Aggressor. Er hat die Möglichkeiten zu drohen oder nichts zu tun. Wenn er nichts tut, ist das Spiel beendet, sollte er drohen ist Spieler 2, der Verteidiger am Zug. Er hat jetzt die Möglichkeiten entweder nichts zu tun, oder zu mobilisieren. Tut er nichts, hat Spieler A die Möglichkeit anzugreifen oder nichts zu tun, im Spiel wird davon ausgegangen, dass Spieler B sich nicht wehrt, in diesem Fall ist es beendet. Wenn Spieler B allerdings mobilisiert, stellt er Spieler A zwar auch vor die Wahl anzugreifen oder nichts zu tun, die Reaktionsmöglichkeiten sind in diesem Fall aber andere. Wenn Spieler A nichts tut, ist das Spiel beendet, die Abschreckung hatte den gewünschten Effekt. Greift Spieler A an, ist Spieler B ein letztes Mal dran, er kann sich entscheiden zu kämpfen oder aufzugeben. In jedem Fall ist das Spiel nach diesem Zug beendet, ändern tut sich nur die Auszahlung. (O'Neill 1997: 114f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, die das Handeln Hitlers und Stalins durch die Linse der Spieltheorie und historischer Quellen beleuchtet.
2. Historische Einordnung: Überblick über die politischen Entwicklungen zwischen Deutschland und der UdSSR von 1925 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs.
3. Spieltheorie: Theoretische Einführung in die Spieltheorie, ihre Begriffe und die Anwendbarkeit auf historische Ereignisse mittels spezieller Modelle.
4. Analyse entscheidender historischer Punkte: Konkrete Anwendung spieltheoretischer Überlegungen auf Schlüsselereignisse der deutsch-sowjetischen Beziehungen zwischen 1935 und 1941.
Schlüsselwörter
Spieltheorie, Hitler, Stalin, Zweiter Weltkrieg, Abschreckung, Nichtangriffspakt, Strategie, Nashgleichgewicht, Deutschland, Sowjetunion, Geschichtsforschung, Entscheidungsmodelle, Politische Geschichte, Internationale Beziehungen, Fearons Modell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der deutsch-sowjetischen Beziehungen vor dem Zweiten Weltkrieg und untersucht, inwiefern spieltheoretische Modelle helfen können, das strategische Verhalten von Hitler und Stalin zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der deutsch-russischen Handels- und Militärbeziehungen, der theoretischen fundierten Spieltheorie sowie der Untersuchung politischer Abschreckungsstrategien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu analysieren, warum trotz ideologischer Feindschaft bestimmte Kooperationsphasen entstanden und welche spieltheoretischen Muster das Verhalten der Diktatoren bis zum Angriff 1941 bestimmten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine methodische Verknüpfung von Geschichtswissenschaft und theoretischer Spieltheorie vorgenommen, wobei Modelle wie das Chickenspiel oder das Abschreckungsmodell von Fearon als analytische Rahmen dienen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Eckpunkte wie das Jahr 1935, 1937 und 1939 und setzt diese in Bezug zu spieltheoretischen Präferenzen der Akteure.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Spieltheorie, Hitler, Stalin, Abschreckung, Strategie, Nashgleichgewicht und Zweiter Weltkrieg.
Warum lässt sich das deutsch-sowjetische Verhältnis nur schwer als 2x2 Matrix darstellen?
Die Komplexität politischer Entscheidungen, ideologische Motivationen und die Vielzahl der Einflussfaktoren übersteigen die simplen mathematischen Strukturen einer 2x2 Matrix, weshalb eine vollständige Abbildung der Realität kaum möglich ist.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich Fearons Modell der Abschreckung?
Die Analyse ergibt, dass Fearons Modell zwar zur Beschreibung der finalen Phase (1940-1941) nützlich ist, jedoch das gesamte Beziehungsgeflecht über die Jahre hinweg nur bedingt abbilden kann.
- Arbeit zitieren
- Robin Mithoff (Autor:in), 2013, Spieltheoretische Untersuchungen des deutsch-russischen Verhältnisses im Vorfeld des zweiten Weltkrieges, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/376945