Das Areal des Tempelhofer Felds befindet sich im südlichen Bereich der Millionenstadt Berlin. Mit einer Entfernung von etwa 4 km zum Innenstadtkern erstreckt sich das Tempelhofer Feld in einer zentralen Lage zwischen den Stadtbezirken Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Schöneberg-Tempelhof.
Das ursprüngliche Flughafengelände war eines der ersten Verkehrsflughäfen Deutschlands und wurde aufgrund einer Verschiebung der Knotenschwerpunkte im Jahre 2008 geschlossen. Am 8. Mai 2010 wurde die Fläche für die Öffentlichkeit freigegeben. Seitdem findet ein Aneignungsprozess der Flughafenstruktur durch die Bürgerinnen und Bürger Berlins statt. Eine Randbebauung durch tausende Wohnungen, eine Zentralbibliothek sowie die Planung einer künstlichen Parklandschaft sollten die Freifläche nach den ursprünglichen Vorstellungen des Senats Berlins hinsichtlich der steigenden Bevölkerungszahlen in Anspruch nehmen.
Diese Arbeit beinhaltet den Vergleich der Volksparkidee im 19. und der Volksparkidee im 21. Jahrhundert. Durch eine eingehende Analyse der gesellschaftliche und politischen Situationen wird herausgearbeitet welche Aufgabe der Volkpark damals und heute hat und inwiefern das Tempelhofer Feld als moderner Volkspark verstanden werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Volksparkidee Ende des 19. Jahrhunderts
2.1 Gesellschaftliche Situation des 19. Jahrhunderts in Deutschland
2.2 Grundsätze eines Volksparks nach Ludwig Lesser
2.3 Aufgabe und Funktion eines Volksparks im 19. Jahrhundert
2.4 Merkmale der Volksparksidee im 19. Jarhundert
3 Volksparkidee im 21. Jahrhundert
3.1 Gesellschaftliche Situation des 21. Jahrhunders in Deutschland, Berlin
3.2 Tempelhofer Feld Berlin
3.2.1 Aufgabe und Funktion eines Volksparks im 21. Jahrhundert- unter der Berücksichtigung des Tempelhofer Felds Berlin
3.2.2 Merkmale der Volksparkidee im 21. Jahrhundert - Tempelhofer Feld Berlin
4 Vergleich der Volksparkideen damals und heute
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht die historische Volksparkidee des späten 19. Jahrhunderts mit dem modernen Verständnis des Volksparks im 21. Jahrhundert, wobei das Tempelhofer Feld in Berlin als Fallbeispiel dient. Das primäre Ziel ist es, die Transformation der Anforderungen an städtische Freiräume vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels zu analysieren und zu bestimmen, ob und warum das Tempelhofer Feld als zeitgenössischer Volkspark bezeichnet werden kann.
- Historische Analyse der Entstehungsbedingungen und Grundsätze von Volksparkanlagen (Ludwig Lesser).
- Untersuchung der heutigen gesellschaftlichen Anforderungen an urbane Freiräume.
- Fallstudie: Tempelhofer Feld als „Experimentierfeld“ und „Ermöglichungsraum“.
- Vergleichende Gegenüberstellung von Kriterien, Funktionen und Gestaltungsmustern.
- Reflexion über Partizipation und die Rolle der Bevölkerung in der Raumgestaltung.
Auszug aus dem Buch
Aufgabe und Funktion eines Volksparks im 19. Jahrhundert
Ein Park für das Volk stellt sich Ende des 19. Jahrhunderts als eine essentielle Forderung heraus (vgl. Kastorff-Viehmann 2005: 98).
Das Wahren und Fördern der allgemeinen Volksgesundheit stand vor allem im Sinne des Erhaltens leistungsfähiger Arbeitskräfte im Vordergrund. Die Schaffung von nutzbaren Grünanlagen sollte hinsichtlich des Wirtschaftswachstums, vor allem im Sinne der Stadtväter und Arbeitgeber, fokussiert dem Erhalt von Arbeits- und Wehrfähigkeit der männlichen Bevölkerung dienen (vgl. Hennecke k.A.: 223).
Der Volkspark sollte als Quelle der Gesundheit und der Lebensfreude für „Leib und Seele“(Altenmüller 2014; zitiert nach Lichtwark k.A.) wirksam sein.
So sollten Neuplanungen öffentlicher Grünanlagen nach den Volksparkvertretern wie Lesser nahe der bekannten „Problem- und/ oder Arbeiterviertel“ entstehen.
Ein Raum für Bewegung, Erholung und Kommunikation sollten in Verbindung zur Natur die Bedürfnisse der Bevölkerung stillen und zur Gesundheit beitragen. Das „In-Besitz-Nehmen“ wurde dem Volk in Form nutzbarer öffentlicher Grünflächen angeboten (vgl. Kellner 2014: 18).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Nutzung des Tempelhofer Felds als unkonventionellen Freiraum ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit über die Definition eines modernen Volksparks.
2 Volksparkidee Ende des 19. Jahrhunderts: Dieses Kapitel erläutert die sozioökonomischen Bedingungen der Industrialisierung und die daraus resultierende Notwendigkeit öffentlicher Grünflächen zur Förderung der Volksgesundheit.
2.1 Gesellschaftliche Situation des 19. Jahrhunderts in Deutschland: Es wird der Zusammenhang zwischen Urbanisierung, schlechten Wohnbedingungen und dem wachsenden Bedarf nach Erholung und Natur dargestellt.
2.2 Grundsätze eines Volksparks nach Ludwig Lesser: Hier werden die spezifischen Leitsätze Lessers analysiert, der als Wegbereiter die Gestaltung öffentlicher Grünflächen maßgeblich prägte.
2.3 Aufgabe und Funktion eines Volksparks im 19. Jahrhundert: Der Fokus liegt auf der Nutzbarkeit der Grünanlagen zur physischen Ertüchtigung und Kompensation städtischer Misstände.
2.4 Merkmale der Volksparksidee im 19. Jarhundert: Eine tabellarische Zusammenfassung der Indikatoren, die den ursprünglichen Volkspark definieren.
3 Volksparkidee im 21. Jahrhundert: Einleitung der Auseinandersetzung mit modernen Freiraumkonzepten am Beispiel des Tempelhofer Felds.
3.1 Gesellschaftliche Situation des 21. Jahrhunders in Deutschland, Berlin: Analyse der heutigen demografischen Entwicklungen und der Bedürfnisse einer modernen, durch Globalisierung geprägten Stadtgesellschaft.
3.2 Tempelhofer Feld Berlin: Vorstellung des Tempelhofer Felds als ein durch bürgerschaftliches Engagement geprägter „Ermöglichungsraum“.
3.2.1 Aufgabe und Funktion eines Volksparks im 21. Jahrhundert- unter der Berücksichtigung des Tempelhofer Felds Berlin: Untersuchung der spezifischen Rolle des Feldes als historischer Ort und Experimentierfeld für die Bevölkerung.
3.2.2 Merkmale der Volksparkidee im 21. Jahrhundert - Tempelhofer Feld Berlin: Eine tabellarische Zusammenfassung der Charakteristika eines modernen Volksparks.
4 Vergleich der Volksparkideen damals und heute: Gegenüberstellung der Konzepte, um Gemeinsamkeiten und strukturelle Unterschiede hinsichtlich des gesellschaftlichen Wandels zu verdeutlichen.
5 Fazit: Abschließende Reflexion über die Bedeutung der Partizipation und die fortbestehende Funktion des Volksparks als Kompensation sozialer Belastungen.
Schlüsselwörter
Volkspark, Tempelhofer Feld, Urbanisierung, Volksgesundheit, Freiraum, Partizipation, Ludwig Lesser, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Berlin, Experimentierfeld, Ermöglichungsraum, Soziale Kompensation, Gesellschaftlicher Wandel, Lebensqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Definition der Volksparkidee vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart und vergleicht diese mit aktuellen städtischen Freiraumkonzepten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der gesellschaftlichen Situation während der Industrialisierung, den Grundsätzen des Gartenarchitekten Ludwig Lesser und der modernen Aneignung städtischer Flächen durch Bürgerpartizipation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und unter welchen Gesichtspunkten das Tempelhofer Feld in Berlin als moderner Volkspark des 21. Jahrhunderts bezeichnet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen komparativen Ansatz, bei dem mittels festgelegter Indikatoren wie Auslöser, Nutzer, Funktion und Gestaltung die Volksparkidee von damals und heute tabellarisch gegenübergestellt wird.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der Gründerzeit sowie die moderne Fallstudie des Tempelhofer Felds inklusive einer detaillierten Auswertung von Entwicklungs- und Pflegeplänen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Volkspark, Tempelhofer Feld, Urbanisierung, Partizipation, Ermöglichungsraum und soziale Kompensation.
Warum ist das Tempelhofer Feld ein besonderes Beispiel für einen Volkspark?
Es zeichnet sich durch seine „Nicht-Definition“ aus, da es als stillgelegter Flughafen keine konventionelle Parkgestaltung aufweist, sondern sich durch die Aneignung der Berliner Bevölkerung zu einem Experimentierfeld entwickelt hat.
Welche Rolle spielt die Partizipation bei der modernen Volksparkidee?
Im Gegensatz zum 19. Jahrhundert, in dem Parkkonzepte meist top-down von Fachleuten geplant wurden, sind heute bürgerschaftliches Engagement und die aktive Mitgestaltung der Nutzer entscheidende Faktoren für die Identität des Ortes.
- Quote paper
- Elsa Günther (Author), 2016, Volksparkideen Ende des 19. und des 21. Jahrhunderts im Vergleich. Das Tempelhofer Feld, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/376637