Diese Präsentation liefert Erklärungsmechanismen ethnischer Bildungsungleichheiten. Sie geht dabei auf die Themenkomplexe Migration und Schulerfolg, Primäre, Sekundäre und Tertiäre Effekte sowie Schule und Schulklassen ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Migration und Schulerfolg
1.1 Unterschiedliche Bedingungen und ihre Systematisierung
1.2 Hartmut Esser
2. Primäre Effekte
3. Sekundäre Effekte
4. Schule & Schulklassen
5. Tertiäre Effekte
6. Gesamtbild & Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert die theoretischen und konzeptionellen Erklärungsmechanismen ethnischer Bildungsungleichheiten und analysiert, wie soziale Herkunft und Migrationshintergrund den Bildungserfolg beeinflussen. Dabei wird ein erweitertes Erklärungsmodell nach Raymond Boudon und Hartmut Esser herangezogen, um das Zusammenspiel von individuellen Faktoren, familialen Ressourcen, schulischen Kontexten und den Bewertungen durch das Lehrpersonal zu untersuchen.
- Systematisierung von Bildungsungleichheiten in Makro-, Meso- und Mikrobedingungen.
- Differenzierung zwischen primären, sekundären und tertiären Herkunftseffekten.
- Analyse des Einflusses von Lehrkräften und Diskriminierungsprozessen auf Bildungserfolge.
- Bedeutung des sozialen Hintergrunds im Vergleich zum Migrationshintergrund.
- Rolle von Aspirationen und Bildungsmotivation in Zuwanderfamilien.
Auszug aus dem Buch
5. Tertiäre Effekte
Allgemeine Begriffserklärung nach Esser: „Tertiäre Effekte der sozialen Herkunft beschreiben die jeweils eigenen Wirkungen der sozialen Herkunft von Kindern und deren Familien auf die Bewertung der Leistungen durch das Lehrpersonal.“
Erwartungseffekte/Diskriminierung aufgrund gewisser Einstellungen seitens des Lehrpersonals über die durchschnittliche Leistungsfähigkeit von Kindern unterschiedlicher sozialer Herkunft. Vor allem in Hinblick auf mögliche systematische Abweichungen von objektiv vorhandenen Kompetenzen mit den jeweils vergebenen Noten und Empfehlungen
Der gemeinsame Hintergrund: „Investition“
Kompetenzerwerb der Kinder kann auch über die nach der ethnischen Herkunft der Kinder unterschiedlichen Erwartungen und Bemühungen des Lehrpersonals im Unterricht anders ausfallen
– Bemühungen des Lehrpersonals als eine mehr oder weniger starke Abweichung von institutionell eingespielten und gegebenen Routinen, Erwartungen und Einstellungen bei der Unterrichtsgestaltung und bei der Bewertung
– Bemühungen des Lehrpersonals variieren mit der Verankerung und Verfestigung der jeweils zu überwindenden persönlichen und institutionellen Erwartungen, Routinen und Stereotype
Zusammenfassung der Kapitel
1. Migration und Schulerfolg: Das Kapitel führt in die Faktoren der Bildungsungleichheit ein und systematisiert die Einflussfaktoren in Makro-, Meso- und Mikrobedingungen.
2. Primäre Effekte: Hier werden die Einflüsse der sozialen Herkunft auf den Kompetenzerwerb und die Lernvoraussetzungen in den Familien beleuchtet.
3. Sekundäre Effekte: Dieses Kapitel behandelt die bildungsbezogenen Entscheidungen, die unabhängig von den tatsächlichen schulischen Leistungen getroffen werden.
4. Schule & Schulklassen: Der Fokus liegt auf den intervenierenden Bedingungen wie Curriculum, Klassenzusammensetzung und schulischer Ausstattung.
5. Tertiäre Effekte: Hier werden die Wirkungen der sozialen und ethnischen Herkunft auf die Leistungsbewertung durch das Lehrpersonal diskutiert.
6. Gesamtbild & Resümee: Dieses Kapitel führt die verschiedenen Ebenen zusammen und illustriert das Modell der Bildungsverläufe und deren Vermittlungszusammenhänge.
Schlüsselwörter
Ethnische Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Migrationshintergrund, primäre Effekte, sekundäre Effekte, tertiäre Effekte, Kompetenzerwerb, Bildungsentscheidungen, Diskriminierung, Lehrkraft, schulischer Kontext, Boudon, Esser, Aspirationen, Bildungssystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Mechanismen, die zu ungleichen Bildungschancen bei Kindern mit unterschiedlichem sozialen und ethnischen Hintergrund führen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Migrationshintergrund, sozialem Status, schulischen Kontexten und dem Verhalten von Lehrkräften auf den Bildungsweg.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die theoretische Rekonstruktion und Erklärung der Zusammenhänge zwischen Herkunftsmerkmalen und Bildungserfolg mittels erweiterter soziologischer Modelle.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Systematisierung und Erweiterung bekannter theoretischer Modelle, insbesondere von Raymond Boudon und Hartmut Esser, zur Analyse von Bildungsprozessen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die verschiedenen Arten von Effekten (primär, sekundär, tertiär) detailliert definiert und in ein Gesamtmodell des Bildungsverlaufs integriert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Bildungsungleichheit, Herkunftseffekte, Kompetenzentwicklung und Bildungsentscheidungen charakterisiert.
Was sind tertiäre Effekte genau?
Tertiäre Effekte bezeichnen die Auswirkungen der sozialen oder ethnischen Herkunft auf die subjektive Leistungsbewertung durch Lehrkräfte, beispielsweise durch Stereotype.
Wie unterscheiden sich primäre von sekundären Effekten?
Primäre Effekte betreffen den direkten Kompetenzerwerb während der Schulzeit, während sekundäre Effekte die auf dem Kompetenzniveau basierenden Bildungsentscheidungen (wie die Wahl der Schulform) beschreiben.
Spielt die Motivation in Zuwanderfamilien eine Rolle?
Ja, laut der Arbeit zeigen Zuwanderfamilien oft ein ambitionierteres Entscheidungsverhalten, was positive sekundäre Effekte an Verzweigungspunkten im Bildungsweg auslösen kann.
Was bedeutet "soziale Herkunft" im Kontext von Migranten?
Die Arbeit weist darauf hin, dass Migranten häufig aus Schichten mit niedrigerem sozioökonomischem Status stammen, was die primären Effekte der Herkunft besonders verstärkt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Ethnische Bildungsungleichheiten. Hintergründe und Erklärungsversuche, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/376282