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Gender und öffentliche Orte im Mittleren und Nahen Osten

Ein Regionalüberblick

Title: Gender und öffentliche Orte im Mittleren und Nahen Osten

Term Paper , 2013 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katharina Wilhelm (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology

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Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit versucht folgende Fragen zu beantworten: Welche Rollen haben Frauen und Männer im Mittleren und Nahen Osten in der Öffentlichkeit inne? Wie unterscheidet sich ihr Verhalten in diesem Bereich und inwiefern wird dieses von der Gesellschaft bzw. ihren Familien beeinflusst? Kann man ihre Rollen an öffentlichen Orten überhaupt pauschal unterscheiden, oder gibt es hier Ähnlichkeiten oder gar Schnittpunkte zwischen den beiden Geschlechtern?

Die Autorin wird sich auf drei ethnographische Beispiele beziehen, um von diesen konkreten Fällen zu allgemeineren Aussagen zu gelangen. Bei diesen Beispielen handelt es sich vor allem um Untersuchungen zu Märkten (suqs) im Mittleren und Nahen Osten. Die Autorin wird sich also hauptsächlich auf den suq als öffentlichen Ort beziehen und hierbei besonders das weibliche Geschlecht betrachten: Welche Rolle spielen Frauen in diesen Märkten und was für eine Rolle haben diese Märkte wiederum im Leben der Frauen inne?

Zunächst wird eine These auf allgemeinerer Ebene untersucht, die bisherige Forschungsansätze zu diesem Thema hervorgebracht haben und die in dieser Arbeit auch in Frage gestellt werden: der Bereich des Privaten wurde oft als Welt der Frau gesehen, während der öffentliche Bereich dem Mann zugeschrieben wurde. Anhand von Arbeiten wie dem Werk Levi-Strauss‘ und u.a. Jeff Weintraubs Gedanken zu dem Thema wird versucht, diese vermeintliche Dichotomie zunächst allgemeiner zu betrachten, um dann im Folgenden durch die Fallbeispiele aus der Region Mittlerer und Naher Osten (v.a. also durch den Markt als öffentlicher Ort in Bezug zur Frau) zu einer Aussage zu dieser These zu gelangen. Als erstes Beispiel wird Farha Ghannams Forschung in al-Zawiya al-Hamra in Kairo herangezogen. Hier wird zunächst beschrieben, was sie allgemein zum Thema Gender, Privatsphäre und öffentliche Orte in al-Zawiya al-Hamra beobachtet hat. Dann konzentriert sich die Arbeit auf zwei öffentliche Orte, die sie näher untersucht und mit den beiden Geschlechtern verbunden hat, um hier bereits die beschriebene These der Dichotomie zu überprüfen: der suq als frauendominierter Ort und der coffee shop als vermeintliche Sphäre der Männer.

Die Arbeit fokussiert sich hauptsächlich auf Frauen und ihre Rolle in öffentlichen Orten und streife die männliche Perspektive nur anhand von zwei Beispielen, eines davon Ende der 1970er-Jahre niedergeschrieben, um sie mit der der Frauen in Kontrast zu setzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bereich des Privaten als Welt der Frau, Bereich des Öffentlichen als Welt des Mannes – eine Dichotomie?

3. Gender in al-Zawiya al-Hamra

3.1. Gender, Privatsphäre und öffentliche Orte in al-Zawiya al-Hamra

3.2. Der suq und die Frauen

3.3. Der coffee shop und die Männer

4. Suqs und Gender in Marokko – wer dominiert den Markt?

4.1. Der suq in Sefrou – eine Männerdomäne

4.2. Frauen auf Marokkos Märkten

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, inwieweit die klassische soziologische Dichotomie, die das Private als weibliche und das Öffentliche als männliche Sphäre definiert, auf den Mittleren und Nahen Osten übertragbar ist. Ziel ist es, diese vermeintliche Trennung anhand ethnographischer Fallbeispiele kritisch zu hinterfragen und die tatsächliche Rollenverteilung in öffentlichen Räumen wie Märkten (suqs) und coffee shops zu analysieren.

  • Kritische Analyse der "public/private"-Dichotomie in der Sozialwissenschaft.
  • Ethnographische Untersuchung der Geschlechterrollen in al-Zawiya al-Hamra (Kairo).
  • Vergleich der Marktstrukturen in Marokko (Sefrou vs. Beni Mellal) hinsichtlich weiblicher und männlicher Präsenz.
  • Untersuchung von Kontrollmechanismen und Handlungsstrategien von Frauen im öffentlichen Raum.
  • Dekonstruktion starrer Geschlechterrollen zugunsten eines differenzierten Verständnisses von Handlungsspielräumen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Gender, Privatsphäre und öffentliche Orte in al-Zawiya al-Hamra

Laut Ghannam versuchen die Männer in al-Zawiya al-Hamra ihre Rolle als „Mann des Hauses“ durch Kontrolle der Frauen zu etablieren und zu festigen. Diese Kontrolle meint nicht nur die Regulierung der Sexualität und des sozialen Lebens der Frauen, sondern auch ihrer Bewegungen im öffentlichen Raum (2002: 88-90): Männer wollen bestimmen, wann die Frauen ihrer Familie wohin gehen und mit wem. Gewalt ist eine legitime Strafe, wenn eine Frau nicht gehorcht und einen Ort aufsucht, an dem sie sich der Meinung eines männlichen Familienmitglieds nach nicht aufhalten sollte (Ghannam 2002: 89; 103). Aber Frauen sehen diese Kontrollmacht und auch Gewalt bei Ungehorsam als genauso „natürlich“ an wie die Männer: wenn sie sich den Anweisungen der Männer widersetzen und z.B. die Nachbarschaft ohne Erlaubnis verlassen, wissen sie, dass sie es sind, die den Fehler gemacht haben und eine Strafe verdienen (Ghannam 2002: 103). Auch werten Frauen die Kontrolle als Zeichen von Sorge und Liebe seitens der Männer (Ghannam 2002: 89). Dennoch ist der Zugang zu öffentlichen Orten ein häufiger Streitpunkt zwischen Frauen und ihren männlichen Verwandten (Ghannam 2002: 89). Frauen werden z.B. ermutigt, öffentliche Orte wie die Moschee (als der am meisten akzeptierte und sicherste soziale Raum, in dem sich verschiedene Gruppen treffen und interagieren können [Ghannam 2002: 115]) zu besuchen, während z.B. Arbeitsplatz und der Markt von Männern als negativ gesehen werden– obwohl es oft gerade diese Orte sind, zu denen es die Frauen zieht (Ghannam 2002: 92).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Rollen im Mittleren und Nahen Osten pauschal in eine weibliche private und eine männliche öffentliche Sphäre getrennt werden können, und stellt die methodische Vorgehensweise anhand von drei ethnographischen Fallbeispielen dar.

2. Bereich des Privaten als Welt der Frau, Bereich des Öffentlichen als Welt des Mannes – eine Dichotomie?: Das Kapitel diskutiert die theoretischen Grundlagen der "public/private"-Dichotomie, ausgehend vom Strukturalismus, und hinterfragt deren universelle Anwendbarkeit sowie die zunehmende Kritik daran durch aktuelle sozialwissenschaftliche Ansätze.

3. Gender in al-Zawiya al-Hamra: Anhand der Feldforschung von Farha Ghannam in Kairo werden die komplexen Dynamiken von Kontrolle und Handlungsspielräumen der Geschlechter analysiert.

3.1. Gender, Privatsphäre und öffentliche Orte in al-Zawiya al-Hamra: Dieser Abschnitt thematisiert die geschlechtsspezifische Regulierung von Bewegung im öffentlichen Raum und das Verständnis von Privatsphäre durch die Bewohner des Stadtviertels.

3.2. Der suq und die Frauen: Hier wird untersucht, wie der Markt trotz theoretisch männlicher Dominanz im Alltag von Frauen als Ort der Selbstbehauptung und ökonomischen Verantwortung genutzt wird.

3.3. Der coffee shop und die Männer: Das Kapitel analysiert den coffee shop als männlich konnotierten Ort, der jedoch durch staatliche Repression und familiäre Bedenken ambivalent besetzt und ebenfalls Ziel von Abgrenzungskämpfen ist.

4. Suqs und Gender in Marokko – wer dominiert den Markt?: Dieses Kapitel überträgt die Fragestellung auf den marokkanischen Kontext und kontrastiert unterschiedliche Marktstudien.

4.1. Der suq in Sefrou – eine Männerdomäne: Basierend auf Clifford Geertz wird hier der Fall eines historisch stark männlich dominierten Marktes dargestellt, der die klassische Dichotomie zu bestätigen scheint.

4.2. Frauen auf Marokkos Märkten: Basierend auf Deborah Kapchan wird aufgezeigt, dass Frauen in anderen Teilen Marokkos zunehmend als aktive Akteure auf den Märkten auftreten, was die These der starren Geschlechtertrennung weiter in Frage stellt.

5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Dichotomie keine feste Tatsache, sondern ein Konzept ist, das der Vielfalt individueller Rollen und Ambivalenzen im Mittleren und Nahen Osten nicht gerecht wird.

Schlüsselwörter

Gender, Mittlerer und Naher Osten, Öffentlicher Raum, Privatsphäre, Suq, Geschlechterrollen, Ethnographie, Kairo, Marokko, Soziale Dynamik, Dichotomie, Marktfrauen, Identitätskonstruktion, Machtverhältnisse, Soziale Praktiken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die verbreitete These, dass im Mittleren und Nahen Osten eine strikte Trennung zwischen einer privaten, weiblichen Welt und einer öffentlichen, männlichen Welt existiert, und stellt diese anhand empirischer Beispiele in Frage.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Themen sind die theoretische Dichotomie von Öffentlichkeit und Privatheit, die Raumwahrnehmung, Geschlechterverhältnisse im sozialen und ökonomischen Alltag sowie die Kontrolle und Mobilität von Frauen und Männern in verschiedenen urbanen Kontexten.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Annahme einer starren Rollenverteilung wissenschaftlich nicht haltbar ist und dass die soziale Realität durch Ambivalenzen, Überschneidungen und individuelle Anpassungsstrategien geprägt ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung spezifischer ethnographischer Studien basiert, um durch den Vergleich konkreter Fallbeispiele zu verallgemeinerbaren Aussagen zu gelangen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Situation in Kairo (al-Zawiya al-Hamra) sowie die Unterschiede auf marokkanischen Märkten in Sefrou und Beni Mellal, um die Rolle von Frauen und Männern in öffentlichen Räumen wie Märkten und coffee shops zu dekonstruieren.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Wichtige Schlagworte sind Gender, Öffentlichkeit, Privatsphäre, Suq, soziale Dynamik und Geschlechterrollen.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Frau auf dem Markt in Kairo im Vergleich zu Sefrou in Marokko?

In al-Zawiya al-Hamra (Kairo) zeigen die Frauen eine hohe Präsenz und ökonomische Bedeutung auf dem Markt, während der von Clifford Geertz beschriebene Markt in Sefrou (Marokko) historisch als fast ausschließlich männlich dominiert beschrieben wurde.

Welche Rolle spielt die Kontrolle über den weiblichen Körper bei der Definition des "Privaten"?

Die Arbeit zeigt, dass die körperliche Intimität (z.B. Sichtbarkeit des Körpers) zentral für das Verständnis von Privatsphäre ist und dass die Regulierung des weiblichen Körpers im öffentlichen Raum als Instrument männlicher Machtansprüche eingesetzt wird, wobei Frauen diese Grenzen teilweise aktiv verhandeln.

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Details

Title
Gender und öffentliche Orte im Mittleren und Nahen Osten
Subtitle
Ein Regionalüberblick
College
University of Hamburg  (Institut für Ethnologie)
Course
Regionalüberblick: Einführung in die Ethnologie des Nahen und Mittleren Ostens
Grade
1,3
Author
Katharina Wilhelm (Author)
Publication Year
2013
Pages
18
Catalog Number
V375978
ISBN (eBook)
9783668524514
ISBN (Book)
9783668524521
Language
German
Tags
gender mittlerer und naher osten öffentliche orte kairo ägypten marokko
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Wilhelm (Author), 2013, Gender und öffentliche Orte im Mittleren und Nahen Osten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/375978
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