Ziel der Arbeit ist die Reflexion der Planung, Durchführung und Evaluation des Projektes zur Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters, ein Projekt, das vom Autor in seiner ehemaligen Funktion als Teamleiter bei einem Verlag durchgeführt wurde. Dabei folgt der Ablauf der Arbeit in Kapitel 2 einer Praktikumsreflexion entlang der institutionellen Rahmenbedingungen, über das Projektmanagement zur pädagogischdidaktischen Durchführung. Hier wird das bereits angerissene ID als theoretischer Korpus der Arbeit durch das kognitivistische 4C/IDModell vertieft. Dieses wird speziell für kompetenzbasierte Bildungsmaßnahmen zur Vermittlung komplexer Fertigkeiten in Wirtschaftsunternehmen eingesetzt. Ebenso werden die Verfahren Qualitätsmanagement und Evaluation differenziert beleuchtet. Kapitel 3 widmet sich der Reflexion des semesterbegleitend geführten Weblogs. Den Schlusspunkt bildet das reflektierende Kapitel 4, in dem das Hauptaugenmerk auf pädagogischer Kompetenz und Professionshandeln liegt. Dem Topos der Arbeit folgend, fügen sich theoretisch-konzeptionelle Argumentationsmuster und Praxiserfahrungen durchweg fragmentarisch ineinander.
Medienberater sind Experten in der Planung von PR und Werbestrategien für Unternehmen. Neben fachspezifischem Medienwissen und analytischen Fähigkeiten sind vor allem Kompetenzen in der Verkaufs und Verhandlungspsychologie notwendig, um in diesem Beruf erfolgreich zu sein. Die kontinuierliche Ausbildung, Förderung und Entwicklung der Mitarbeiter stellt dabei eine Aufgabe des Verkaufsleiters dar. Was als Weiterbildung, „Training on the job“, Supervision etc. einer begrifflichen Pluralität unterliegt, zielt im Kern auf das Erfordernis lebenslangen Lernens in einem dynamischen, sich technisch stetig wandelnden Berufsfeld ab. Im Tätigkeitsspektrum eines Bildungswissenschaftlers sind diese Aufgaben in der betrieblichen Weiterbildung und Personalentwicklungangesiedelt, die wiederum historisch sehr eng mit dem Instructional Design, einer Teildisziplin der pädagogischen Psychologie und empirischen Erziehungswissenschaft, verwurzelt ist. Leshin, Pollock, & Reigeluthskizzieren die genuine Funktion des ID exemplarisch anhand der betrieblichen Problemstellung, eine neue Weiterbildungsprogrammatik zu entwickeln und damit Mitarbeiterschulungen zu effektivieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Praktikumsreflexion
2.1 Praktikumsstelle und Rahmenbedingungen des Projektes
2.2 Planung durch Projektmanagement: das ADDIE-Modell
2.3 Pädagogisch-didaktische Durchführung
2.4 Evaluation und Qualitätsmanagement
3 Reflexion des Blogs
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit reflektiert die Planung, Durchführung und Evaluation einer Mitarbeiterschulung für neue Medienberater in einem Verlag, wobei der Fokus auf der Anwendung des 4C/ID-Modells zur Vermittlung komplexer beruflicher Fertigkeiten liegt. Dabei wird untersucht, wie theoretische Konzepte der Mediendidaktik in die berufliche Praxis transferiert werden können und welche Rolle dabei professionelle pädagogische Kompetenz spielt.
- Anwendung des ADDIE-Modells im betrieblichen Projektmanagement
- Einsatz des 4C/ID-Modells für kompetenzbasierte Schulungen
- Methoden der formativen und summativen Evaluation
- Reflexion der Blog-Nutzung als Medium für Lernprozesse
- Analyse des Theorie-Praxis-Transfers in der betrieblichen Weiterbildung
Auszug aus dem Buch
2.3 Pädagogisch-didaktische Durchführung
Die Durchführung der Schulung erfolgte nach der zentralen Grundannahme des 4C/ID-Modells, wonach Szenarien für komplexes Lernen in der Interrelation von vier Komponenten des Instruktionsentwurfes (Blueprint) stehen: den Lernaufgaben (Learning Tasks), unterstützenden Informationen (Supportive Information), Just-in-time-Informationen und der Part-task-Practice. Die vier Komponenten des Blueprint konstituieren sich dabei aus den Aufgabenklassen (van Merriënboer, Clark, & de Croock, 2002, S. 43; van Merriënboer & Kirschner, 2013, S. 5, 12, 299). Van Merriënboer & Kirschner (2013) betonen vice versa die Vorteile, wenn der Lernende in jeder AK mit der Gesamtfertigkeit bzw. einer größtmöglichen Kombination an Teilfertigkeiten (TF) konfrontiert wird. So soll in einem induktiven Lernprozess, der auf konkreten Erfahrungen basiert, eine systematische Integration von Fertigkeiten, Wissen und Verhaltensweisen ermöglicht werden, zudem Bildung kognitiver Schemata anregen und festigen, um das Gelernte auf komplexere AK generalisieren und abstrahieren zu können. Jede neue AK enthält wiederum LA, die in der Zone der proximalen Entwicklung (ZPD) des Lernenden liegen (Kirschner & van Merriënboer, 2009, S. 246-247; van Merriënboer & Kirschner, S. 2013, 114, 144, 290), worin sich neben der primär kognitivistischen Ausrichtung des 4C/ID-Modells die sozial-konstruktivistische Implikation widerspiegelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Relevanz betrieblicher Weiterbildung für Medienberater und definiert die Zielsetzung der Arbeit: die Reflexion einer Mitarbeiterschulung unter Einbezug von Instructional-Design-Modellen.
2 Praktikumsreflexion: Dieses Kapitel stellt das Kernstück dar und analysiert die Schulung eines Medienberaters anhand des ADDIE-Modells für die Planung und des 4C/ID-Modells für die didaktische Durchführung sowie die anschließende Evaluation.
3 Reflexion des Blogs: Hier wird der semesterbegleitend geführte Weblog in Mahara kritisch reflektiert, wobei Probleme der Usability und die Einordnung des Blogs als soziales Medium im Vordergrund stehen.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet den Theorie-Praxis-Transfer, wobei insbesondere die Bedeutung professioneller pädagogischer Kompetenz des Autors hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Mediendidaktik, 4C/ID-Modell, ADDIE-Modell, betriebliche Weiterbildung, Mitarbeiterschulung, Instructional Design, Evaluation, Qualitätsmanagement, Medienberater, Weblog, Mahara, Theorie-Praxis-Transfer, pädagogische Kompetenz, Lernaufgaben, Aufgabenklassen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist eine reflektierende Dokumentation über die Planung, Durchführung und Evaluation einer Mitarbeiterschulung für neue Medienberater in einem Verlag.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind betriebliches Projektmanagement (ADDIE-Modell), didaktische Gestaltung (4C/ID-Modell), Evaluationsmethoden im Unternehmen sowie die Reflexion der eigenen Lernprozesse durch ein Weblog.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, das berufliche Handeln des Autors als Teamleiter bei einer Mitarbeiterschulung mediendidaktisch zu reflektieren und den Theorie-Praxis-Transfer aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Reflexion und den Abgleich praktischer Projekterfahrungen mit wissenschaftlichen Modellen der Instruktionspsychologie, insbesondere dem 4C/ID-Modell.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die institutionellen Rahmenbedingungen, die Projektplanung mittels ADDIE, die didaktische Durchführung von Lernaufgaben und die Evaluation der Qualität des Trainings.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Mediendidaktik, Instructional Design, 4C/ID-Modell, Evaluation und betriebliche Personalentwicklung.
Welche Rolle spielte das Weblog Mahara bei der Erstellung der Arbeit?
Das Weblog diente als semesterbegleitendes Medium zur Reflexion; der Autor berichtet jedoch von Usability-Problemen und einer geringen Resonanz, weshalb der praktische Nutzen für die Arbeit begrenzt blieb.
Warum wird im Fazit das "intuitive Handeln" des Autors problematisiert?
Der Autor stellt fest, dass ihm zum Zeitpunkt des Projekts theoretisches Fachwissen der Bezugsdisziplin fehlte und Entscheidungen oft intuitiv statt auf Basis fundierter Motivations- oder Lerntheorien getroffen wurden.
- Arbeit zitieren
- Thorsten Strama (Autor:in), 2017, Reflektierende Dokumentation über die Planung, Durchführung und Evaluation einer Mitarbeiterschulung im Bereich PR- und Medienberatung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/375757