Anhand des konkreten Beispiels der freien Theatergruppe RED DOOR PROJECTS im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sollen hier Vorschläge für konkrete Maßnahmen zur erfolgreichen Arbeit eines Theaterkollektivs außerhalb der Stadt erfolgen. Zu den Kerninhalten der Thesis zählen die Analyse des Umfelds und des Unternehmens sowie die sich daraus ergebenden strategischen Konsequenzen für Zielsetzungen, Programm- und Angebotspolitik sowie Marketing und PR.
Natürlich ist es wichtig, bei ähnlichen Unternehmensgründungen die jeweiligen Standort- und Erfolgsfaktoren individuell zu beurteilen. Sicherlich kann aber diese Arbeit erste Erkenntnisse dazu liefern, ob und auf welche Weise professionelles Theater auf dem Land möglich ist.
Während in den städtischen Zentren jedes Jahr zahlreiche Theaterprojekte entstehen, liegt der Bereich der professionellen darstellenden Kunst in den ländlichen Regionen nahezu „brach“. Dabei wären diese Gebiete durchaus kein „toter Winkel“ für Theateraktivitäten: Immer mehr Menschen, die an einem anspruchsvollen Kulturprogramm Interesse hätten, zieht es aus den Ballungsräumen in landschaftlich reizvolle und - noch - wenig überlaufene Bezirke. Auch in der Politik wird die Notwendigkeit einer Attraktivitätssteigerung der ländlichen Regionen durch Kulturförderung beschworen. Somit sollten Kulturschaffenden hier eigentlich gute Voraussetzungen geboten sein – aber ist das Risiko des Scheiterns außerhalb der Zentren nicht doch zu groß?
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Hauptteil
2.1. Beschreibung der Ausgangslage
2.1.1. Externe Analyse
2.1.2 Interne Unternehmensanalyse
2.1.3 Chancen und Risiken – SWOT-Analyse
2.1.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
2.2. Strategische Konsequenzen
2.2.1 Zielsetzungen nach der SMART-Methode
2.2.2 Business Model Canvas und USP
2.2.3. Programm- und Angebotspolitik: Mobiles Theater, Workshops & Ko-operationen
2.2.4 Marketing und PR
3. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Erfolgsaussichten professioneller freier Theaterarbeit im ländlichen Raum am Beispiel der Gruppe RED DOOR PROJECTS im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und erarbeitet daraus strategische Handlungsoptionen für einen nachhaltigen Betrieb.
- Analyse der regionalen Kulturlandschaft und Konkurrenzsituation
- SWOT-Analyse zur Identifikation von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken
- Entwicklung von Zielsetzungen basierend auf der SMART-Methode
- Erarbeitung eines Business Model Canvas zur Positionierung
- Konzeption von Marketing- und PR-Strategien für den ländlichen Raum
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Externe Analyse
Die ländliche Struktur des Landkreises Garmisch-Partenkirchen, zwischen dem Fünf-Seen Land und den oberbayerischen Kalkalpen gelegen, wird schon aus den statistischen Daten deutlich: Mit etwa 85,5 Einwohnern pro Quadratkilometer liegt die Bevölkerungsdichte unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. 86.569 Menschen leben verteilt auf 22 vorrangig dörfliche Gemeinden. Nur die drei größten Orte tragen offiziell des Titel eines „Marktes“, nämlich die Kreis-gemeinde Garmisch-Partenkirchen (ca. 26.800 Einwohnern), Murnau (ca. 12.184 Einwohner) und Mittenwald (ca. 7.413 Einwohner). Die Bezeichnung „Markt“ geht auf mittelalterliche Rechteverleihungen zurück und bezeichnet eine „Zwischenstufe zwischen Gemeinde und Stadt“.
Von einem beliebten Sommerfrische-Ziel im 19. Jahrhundert hat sich der Landkreis inzwischen zu einem wahren Tourismusmagneten entwickelt, mit allein 4,3 Millionen Gäste-übernachtungen im Jahr 2014. Neben zahlreichen Tourismus- und Gesundheitsbetrieben haben sich vor allem kleine bis mittlere Handwerksunternehmen aller Branchen sowie spezialisierte Technologiefirmen im Kreis angesiedelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einleitung in die Problematik der darstellenden Kunst im ländlichen Raum und Vorstellung der Thesis am Beispiel der Theatergruppe RED DOOR PROJECTS.
2. Hauptteil: Detaillierte Untersuchung der Ausgangslage, inklusive einer externen Umfeldanalyse und internen Unternehmensanalyse, sowie die Ableitung strategischer Konsequenzen für den Betrieb.
3. Schlusswort: Fazit zur Theaterarbeit im ländlichen Raum als Chance, wenn unternehmerische Stärken und regionale Potenziale zielgerichtet genutzt werden.
Schlüsselwörter
Theater auf dem Land, Freie Theatergruppe, RED DOOR PROJECTS, Garmisch-Partenkirchen, Kulturmanagement, SWOT-Analyse, Business Model Canvas, Zielgruppenanalyse, Marketingstrategie, Kulturförderung, Professionalisierung, mobiles Theater, Regionalentwicklung, Spielplangestaltung, Kulturtourismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wirtschaftlichen und strategischen Rahmenbedingungen für die Etablierung eines professionellen freien Theaters in der ländlichen Region Garmisch-Partenkirchen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der regionalen Struktur, der Konkurrenzsituation, der Identifikation von Marktlücken und der Entwicklung einer tragfähigen Unternehmensstrategie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis einer fundierten Analyse aufzuzeigen, wie das Theaterkollektiv RED DOOR PROJECTS nachhaltig erfolgreich arbeiten und Einnahmen generieren kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Neben einer Umfeld- und Konkurrenzanalyse kommt die SWOT-Analyse zur Anwendung, sowie die SMART-Methode zur Zielformulierung und das Business Model Canvas nach Alexander Osterwalder.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Ausgangslage (extern/intern) und die Herleitung strategischer Maßnahmen wie Programmgestaltung, Marketing und Personalplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kulturmanagement, ländliche Region, Strategieentwicklung, freies Theater und Regionalmarketing stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.
Warum ist die demographische Entwicklung für das Theater relevant?
Die Überalterung der Region und die Abwanderung jüngerer Generationen beeinflussen maßgeblich die Spielplangestaltung und die Wahl der Marketingkanäle.
Was ist das Alleinstellungsmerkmal von RED DOOR PROJECTS?
Das USP liegt in der Mobilität des Ensembles und dem Konzept des Theaters an ungewöhnlichen Orten, das unabhängig von stationären Bühnen ganzjährig bespielt werden kann.
Welche Rolle spielt die Konkurrenz in der Region?
Das dichte Angebot an touristischen Freizeitaktivitäten sowie etablierte lokale Kulturveranstalter stellen eine starke Konkurrenz dar, der durch Kooperationen und konsequente USP-Vermarktung begegnet werden muss.
- Arbeit zitieren
- Chiara Isabella Nassauer (Autor:in), 2017, Theater auf dem Land als Chance oder Risiko? Eine Analyse am Beispiel der freien Theatergruppe RED DOOR PROJECTS (Landkreis Garmisch-Partenkirchen), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/375656