Wie sah das Leben im Mittelalter auf Island aus? Welche Grundsteine wurden für die heutige Gesellschaft gelegt? Wovon ernährten sich die Isländer? All das möchte ich mithilfe von Quellen und Sekundärliteratur herausfinden und erarbeiten. Das "Book of the Icelanders" von Ari Thorgilsson, welches um 1125 geschrieben wurde, scheint gut geeignetes Quellenmaterial zu sein, da der Bestand an weiterer, vergleichbarer Literatur äußerst begrenzt ist.
Das "Book of the Icelanders" (isl.: Íslendingabók) beinhaltet Überlieferungen über die Besiedlung Islands, die Errichtung einer Gesetzgebung und der Aufteilung des Landes in Viertel, der Jahresberechnung, der Besiedlung des benachbarten Grönlands und der Christianisierung Islands. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Besiedlung Islands
2.1 Die Gesetzgebung
2.2 Die Einteilung in Viertel
2.3 Die Besiedlung Grönlands
3 Die Christianisierung Islands
4 Die Armen- und Altenfürsorge
5 Konklusion
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht das mittelalterliche Leben auf Island auf Basis des "Book of the Icelanders" von Ari Thorgilsson sowie ergänzender Sekundärliteratur. Ziel ist es, ein Bild der gesellschaftlichen, politischen und sozialen Strukturen der damaligen Zeit zu zeichnen und zu bewerten, inwieweit das Werk als historische Quelle für das alltägliche Leben tauglich ist.
- Besiedlungsgeschichte Islands und Grönlands
- Etablierung der parlamentarischen Gesetzgebung
- Strukturelle Gliederung des Landes in Viertel
- Prozess der Christianisierung Islands
- Entwicklung und Mechanismen der Armen- und Altenfürsorge
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Gesetzgebung
Das Parlament Islands (isl.: Alþingi) wurde 930 von dem Konsul Ulfjots gegründet. Vor der Gründung hatten in Kjalarness Volksversammlungen stattgefunden. Diese wurden von Thorstein gehalten und von Stammesführern besucht. Thorstein schien eine hohe Position inne zu haben. Er war der Sohn von Ingolf dem Siedler (engl.: Ingolf the Settler) und Vater von Thorkel Moon dem Rechtssprecher (engl.: Thorkel Moon the Lawspeaker). Da sein Vater als „Der Siedler“ bezeichnet wurde, liegt die Annahme nahe, dass er einer der ersten war, der das Land von Kjalarness besetzte. Durch Thorsteins Position als Vorsitzender der Volksversammlungen, wurde sein Sohn zum Rechtssprecher ernannt. Durch die Gründung des Parlaments lösten sich die Volksversammlungen auf. Es wurden andere Austragungsorte und andere Rechtssprecher ernannt. Als Örtlichkeit wählten die Isländer Cols Kluft (engl.: Col’s Cleft). Die Kluft wurde nach einem gewissen Col benannt, dessen Leiche in eben der gleichen Kluft gefunden wurde. Es war nicht sicher, ob es sich bei dem verstorbenen Col um einen freien Mann oder einen Sklaven handelte. Sicher ist aber, dass er ermordet wurde von Thorir Cropbeard, dessen Enkel Thorwald Crop-beard in Estjaford seinen Bruder Gunnar in dessen Haus einsperrte und verbrennen ließ. Ob die Familie um Cropbeard wirklich diese Gräueltaten begangen hatte, oder ob man all dies nur 200 Jahre später seiner Familie nachsagte ist fragwürdig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage sowie kritische Auseinandersetzung mit dem "Book of the Icelanders" als historische Quelle.
2 Die Besiedlung Islands: Untersuchung der historischen Ursprünge der Besiedlung und der Beweggründe der norwegischen Auswanderer.
2.1 Die Gesetzgebung: Analyse der Gründung des Alþingi und der Rolle des Rechtssprechers in der frühen isländischen Gesellschaft.
2.2 Die Einteilung in Viertel: Erläuterung der territorialen Gliederung und der damit verbundenen politischen sowie juristischen Verwaltung.
2.3 Die Besiedlung Grönlands: Betrachtung der Ausbreitung der skandinavischen Siedler in Richtung Grönland und der dortigen Lebensumstände.
3 Die Christianisierung Islands: Darstellung des friedlichen Übergangs zum Christentum durch gesetzliche Regelungen und den Einfluss norwegischer Missionierungsversuche.
4 Die Armen- und Altenfürsorge: Analyse der sozialen Absicherungssysteme, wie etwa der hreppr, als Reaktion auf die schwierigen Lebensbedingungen.
5 Konklusion: Fazit über den hohen Modernitätsgrad der frühen isländischen Gesellschaft und die Brauchbarkeit der verwendeten Literatur.
Schlüsselwörter
Island, Mittelalter, Book of the Icelanders, Íslendingabók, Alþingi, Besiedlung, Christianisierung, Gesetzgebung, Armenfürsorge, Sozialstruktur, Rechtssprecher, Gründungsmythos, Sozialgeschichte, Skandinavien, Ari Thorgilsson
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das mittelalterliche Leben auf Island unter Verwendung des "Book of the Icelanders" von Ari Thorgilsson als primäre Quelle.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Besiedlungsgeschichte, der politischen Organisation durch das Parlament, der Christianisierung sowie den sozialen Sicherungssystemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll geklärt werden, wie zuverlässig das "Book of the Icelanders" Aufschlüsse über das reale mittelalterliche Leben auf Island geben kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert die historische Quellenanalyse des "Book of the Icelanders" mit der Auswertung einschlägiger Sekundärliteratur zu gesellschaftlichen Strukturen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die administrativen Strukturen, die Gesetzgebung, die Besiedlung von Grönland sowie die Entstehung der Alten- und Armenfürsorge im Kontext des Christentums.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Island, Alþingi, Christianisierung, Besiedlung, Rechtssprecher und Sozialgeschichte.
Welche Bedeutung hatte das "Book of the Icelanders" für die Forschung?
Es gilt als eine der wenigen Schriftquellen über die Besiedlungszeit Islands, wird jedoch aufgrund der zeitlichen Distanz zur Niederschrift oft als Gründungsmythos kritisch betrachtet.
Wie wurde die Armen- und Altenfürsorge organisiert?
Die Fürsorge wurde primär durch Institutionen wie die hreppr und durch Instrumente wie das manneldi geregelt, wobei die Kosten durch die bäuerliche Bevölkerung getragen wurden.
Warum war die Christianisierung Islands politisch bedeutsam?
Sie führte zu einem gesamtgesellschaftlichen Gesetz, das den Frieden bewahrte und die Grundlage für ein geregeltes, modernes Rechtssystem legte.
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- Julia Merten (Author), 2014, Das mittelalterliche Leben auf Island anhand des "Book of the Icelanders" von Ari Thorgilsson, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/375463