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Die Umstände der Entstehung der Arbeitslosenversicherung in der Weimarer Republik

Titel: Die Umstände der Entstehung der Arbeitslosenversicherung in der Weimarer Republik

Hausarbeit , 2004 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Franziska Kraus (Autor:in)

BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Auf die zwei Hauptthemen, die Entwicklung der Arbeitslosigkeit und die Gründe für den Abbau der Erwerbslosenfürsorge, möchte ich in meiner Arbeit besonders eingehen. Um den Entstehungsweg zu präzisieren, werde ich außerdem kurz auf die verschiedenen Gesetzesentwürfe eingehen.

Die ersten Ansätze einer Arbeitslosenversicherung entstanden schon mit der Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als zum ersten Mal das Problem des arbeitslosen Arbeitnehmers auftrat. In der Individualistischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts betrachtete man die Arbeitslosigkeit als individuelles Problem. Doch mit zunehmender Zahl der Entlassungen und steigender Armut erkannte man schnell, dass dies eine prägnante Wirkung auf die Wirtschaft hatte und nicht nur als individuelles Schicksal aufgefasst werden konnte. Der Weg zur Arbeitslosenversicherung von 1927 war lang und kompliziert.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach dem Ersten Weltkrieg

2. Abbau der Erwerbslosenfürsorge

3. Die Entwürfe der Arbeitslosenversicherung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexen Umstände und langwierigen Prozesse, die zur Einführung des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung (AVAVG) im Jahr 1927 führten, und analysiert die Gründe für die Verzögerungen bei der Ablösung der Erwerbslosenfürsorge.

  • Entwicklung und Dynamik der Arbeitslosigkeit nach dem Ersten Weltkrieg
  • Die strukturellen Probleme und der Abbau der Erwerbslosenfürsorge
  • Analyse der verschiedenen Gesetzesentwürfe zur Arbeitslosenversicherung
  • Finanzierungsfragen und politische Widerstände während der Weimarer Republik
  • Die Rolle der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung bei der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit

Auszug aus dem Buch

3. Die Entwürfe der Arbeitslosenversicherung

Nach zahlreichen Diskussionen um den Abbau der Erwerbslosenfürsorge wurde man sich einig, dass dieser nur durch eine rasche Einführung der Arbeitslosenversicherung erfolgen könne. Der Finanzminister Erzberger forderte mit Nachdruck den Abbau der Erwerbslosenfürsorge und den Ersatz durch die Arbeitslosenversicherung.30

Der erste Entwurf der Arbeitslosenversicherung war im November 1919 fertig gestellt und wurde am 07.02.1920 der Reichsregierung vorgelegt. Als Träger der Versicherung war der Krankenkassenverband vorgesehen. Daher sollte sich der Kreis der Versicherten nach der der Krankenversicherung richten. Das Problem dabei waren die dennoch großen Einschränkungen:

„Aber diejenigen, deren Einkommen so hoch war, dass sie von der Krankenkasse nicht erfasst wurden – das waren diejenigen, deren Jahresverdienst mehr als 5000 RM betrug - , sollten auch von der Pflicht zur Arbeitslosenversicherung ausgenommen werden. Auch Land- und forstwirtschaftliche Arbeiter, Dienstboten, Lehrlinge und im Wandergewerbe Beschäftigte, sowie andere unständig Beschäftigte wurden von der Versicherungspflicht ausgenommen.“ 31

Weiterhin waren auch Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst ausgenommen.32 Die Bedingungen des Entwurfes waren wie folgt Vorgesehen: Die Voraussetzung für den Bezug war, dass der Versicherte arbeitsfähig und arbeitswillig ist. Die Unterstützung für die Dauer von insgesamt 13 Wochen binnen 12 Monaten sollte nur dann gewährt werden, wenn der Versicherte in den 24 Monaten vor seiner Arbeitslosigkeit mindestens 26 Wochen Beitrag gezahlt hatte.33 Außerdem wurde eine Unterstützung erst ab dem 16. Lebensjahr in der Höhe des Ortslohns gewährt.34 Die Mittel sollten durch Beiträge der Arbeitgeber (1/3), Arbeitnehmer (1/3), Reich (1/6) und Gemeinde (1/6) aufgebracht werden.35 Außerdem war vorgesehen, dass Rücklagen in den einzelnen und der gesamten Kassen gebildet werden sollten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung umreißt die historische Notwendigkeit einer Arbeitslosenversicherung in der Weimarer Republik und identifiziert das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung (AVAVG) von 1927 als zentralen Gegenstand der Untersuchung.

1. Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach dem Ersten Weltkrieg: Dieses Kapitel thematisiert die wirtschaftlichen Herausforderungen und die schwierige Eingliederung heimgekehrter Soldaten und Rüstungsarbeiter in den Arbeitsmarkt sowie die Problematik lückenhafter Statistiken.

2. Abbau der Erwerbslosenfürsorge: Hier werden die finanziellen Probleme und Mängel der anfänglichen Erwerbslosenfürsorge sowie der politische Druck zur Einführung eines beitragsfinanzierten Systems detailliert analysiert.

3. Die Entwürfe der Arbeitslosenversicherung: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen legislativen Etappen und inhaltlichen Anpassungen der Gesetzesentwürfe bis hin zur finalen Verabschiedung des AVAVG im Jahr 1927.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Arbeitslosenversicherung, Erwerbslosenfürsorge, AVAVG, Arbeitsmarkt, Sozialpolitik, Inflation, Reichsarbeitsministerium, Arbeitsvermittlung, Sozialversicherung, Finanzierung, Beitragspflicht, Wirtschaftsgeschichte, Demobilisierung, Arbeitslosenquote

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historischen Rahmenbedingungen und den komplexen Entstehungsprozess der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung in der Weimarer Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Arbeitslosigkeit, der Kritik an der Erwerbslosenfürsorge und der schrittweisen legislativen Ausgestaltung der Arbeitslosenversicherung bis 1927.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für die langwierige Entstehungsgeschichte der Arbeitslosenversicherung zu beleuchten und aufzuzeigen, warum die Ablösung der Erwerbslosenfürsorge mehrere Jahre in Anspruch nahm.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen und Fachliteratur zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Arbeitsmarktsituation nach dem Ersten Weltkrieg, den strukturellen Schwächen der frühen Fürsorgemodelle und einer vergleichenden Betrachtung der aufeinanderfolgenden Gesetzesentwürfe.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Arbeitslosenversicherung, AVAVG, Erwerbslosenfürsorge, Sozialpolitik und Weimarer Republik charakterisiert.

Welche Rolle spielte der Finanzminister Matthias Erzberger bei diesem Prozess?

Erzberger erkannte früh die Notwendigkeit, das beitragslose System der Erwerbslosenfürsorge durch eine echte Versicherung zu ersetzen, um die Staatskasse zu entlasten, und trieb entsprechende erste Entwürfe energisch voran.

Was war der Hauptkritikpunkt am ersten Entwurf der Arbeitslosenversicherung von 1919?

Der Hauptkritikpunkt war die vorgesehene Trägerschaft durch Krankenkassen, da man bezweifelte, dass diese mit der Aufgabe der Arbeitsvermittlung und der Arbeitslosenversicherung überfordert wären.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Umstände der Entstehung der Arbeitslosenversicherung in der Weimarer Republik
Hochschule
Universität Mannheim
Note
2,0
Autor
Franziska Kraus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
13
Katalognummer
V374493
ISBN (eBook)
9783668540361
ISBN (Buch)
9783668540378
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umstände entstehung arbeitslosenversicherung weimarer republik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Kraus (Autor:in), 2004, Die Umstände der Entstehung der Arbeitslosenversicherung in der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/374493
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Leseprobe aus  13  Seiten
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