Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Die Gender-Theorie von Judith Butler und ihre Anwendung auf Erzählungen von Judith Hermann

Titel: Die Gender-Theorie von Judith Butler und ihre Anwendung auf Erzählungen von Judith Hermann

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 34 Seiten , Note: gut

Autor:in: Stefanie Langner (Autor:in), Antje Meierhoff (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

„Tatsächlich hatten alle vier einen Riesenhunger, und so tafelten sie binnen kurzem in einer scheußlichen Schwabinger Pizzeria, der wißbegierigen Angela mit vollen Backen die tollen Theoreme Butlers vorkauend. Gerade daß der temperamentvollen Wasserstoffblondine nicht gleich die ganze Lasagne aus dem bepinselten Gesicht fiel: Mein schöner Schwanz, nichts weiter als das Fleisch gewordene Ergebnis politischer Übereinkünfte? Woraufhin sich eine lebhafte Debatte darüber entzündete, ob Fraukes und Angelas Verlobung nun als homo-, hetero- oder gar zwangsheterosexuell zu klassifizieren sei. (…) Angela Guida wollte selbst auf der Autobahn noch nicht einsehen, daß ihre allseits als perfekt empfundene, feminine Gender Impersonation als parodistische Wiederholung diskursiver Bezeichnungspraxen des Geschlechtlichen zu bewerten sei, als subversiver Akt im höheren Auftrag einer revolutionären Multiplikation der Geschlechter, nämlich jenseits des, wie alle im Ford befanden, absolut schrottreifen binären Systems.“1 Diese Textstelle aus Thomas Meineckes „Tomboy“ könnte als Vorführbeispiel für die Anwendung von Literaturtheorie auf literarische Werke angesehen werden. Dabei weist der Roman die Besonderheit auf, dass literaturtheoretische Ansätze, besonders jene, die sich mit Gender-Fragen befassen konkret thematisiert werden – so sind Personen, wie Butler, Weininger, Lacan, Wittig oder Foucault und deren Ansichten, Thesen und Texte wichtiger Bestandteil im Leben der Figuren in Meineckes „bizarren Kabinett der gender troubles“2. Da wären beispielsweise die in ihrer Jugend als Tomboy bezeichnete Vivian Atkinson, die sich im Rahmen ihrer Magisterarbeit mit Judith Butler auseinandersetzt, ihre bisexuelle, schwangere Freundin Korinna, die lesbische Frauke, die mit Angela, welche früher Angelo war, verlobt ist und der feminine Hans, der in Vivian verliebt ist – diese verschiedenen und unterschiedlich geschlechtlich orientierten Charaktere haben alle eines gemeinsam: Sie tauschen Bücher und Schallplatten untereinander, diskutieren darüber und über das aktuelle politische und gesellschaftliche Geschehen und sie besprechen ihre eigenen alltäglichen Probleme. Dabei zitieren sie immer wieder bekannte Wissenschaftler, Philosophen, Psychologen und Feministinnen und aufgrund dessen kann man sagen, dass im Text ganz offensichtlich Ansätze der Kultur- und Literaturtheorie wieder zu finden sind...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gender-Studien in Bezug auf Literaturwissenschaft

3. Ansätze der Gender-Theorie von Judith Butler

3.1. Unterscheidung von „sex“ und „gender“

3.2. Die Kategorien Mann und Frau – Anmerkungen zu kulturellen Geschlechter-Normen und Zwangsheterosexualität

3.3. Der Performanz-Begriff

4. Die Anwendung der Butlerschen Theorie auf Erzählungen von Judith Hermann

4.1. Frauen- und Männerbilder in Judith Hermanns Erzählungen

4.2. Analyse der Erzählung „Sonja“

4.3. Analyse der Erzählung „Camera Obscura“

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der Gender-Theorie von Judith Butler, insbesondere des Performanz-Begriffs, auf ausgewählte Erzählungen der Autorin Judith Hermann, um aufzuzeigen, wie geschlechtliche Identitäten literarisch konstruiert und inszeniert werden.

  • Grundlagen der Gender-Studien in der Literaturwissenschaft
  • Kritische Analyse von Judith Butlers Thesen zu „sex“, „gender“ und „performativem Handeln“
  • Untersuchung von Frauen- und Männerbildern in den Erzählbänden von Judith Hermann
  • Literarische Fallanalysen der Erzählungen „Sonja“ und „Camera Obscura“
  • Diskussion über die Relevanz der Gender-Theorie für reale Lebenssituationen

Auszug aus dem Buch

3.3. Der Performanz-Begriff

Allgemein bezeichnet Performanz (f.) die `Verwendung von Sprache in einer konkreten Situation´ und kommt von engl. performance `Ausführung, Vorführung ´. Unter performance (f.) versteht man eine `Vorstellung, Aufführung (in der Art eines Happenings)´. Judith Butler unterscheidet zunächst zwischen dem anatomischen Geschlecht (sex) eines Menschen und der Geschlechtsidentität (gender). Dabei wird der >>Körper<< des Menschen als passives Medium gesehen. Butler geht davon aus, dass auf den Körper immer der kulturelle Einfluß, dem er ausgesetzt ist, einwirkt, wodurch die Identität eines Menschen immer ein Identitätskonstrukt ist.

Bei dieser These stützt sich Judith Butler auf Michel Foucault, der in seinem Aufsatz zur Genealogie den Körper ebenfalls als Oberfläche und Bühne einer kulturellen Einschreibung sieht. An dieser Stelle sei angemerkt, dass „jede Theorie des kulturell konstruierten Körpers die Vorstellung von >>dem Körper<<, der ein Konstrukt fragwürdiger Allgemeinheit ist, solange er als passiv und dem Diskurs vorrangig vorgestellt wird, hinterfragen muß.“ Die Identifizierung eines Menschen ist immer eine inszenierte Phantasie. Somit sind beispielsweise sowohl Heterosexualitäten als auch Homosexualitäten inszenierte Phantasien, also performativ. Ein Mann oder eine Frau verhält sich also immer performativ, und ein Transvestit ist eine Imitation einer Frau oder eines Mannes und dadurch eine doppelte Umkehrung. „Die Performation der Travestie spielt mit der Unterscheidung zwischen der Anatomie des Darstellers (performer) und der dargestellten Geschlechtsidentität.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Anwendung literaturtheoretischer Ansätze auf zeitgenössische Literatur ein und skizziert das Forschungsinteresse an Judith Butlers Theorien im Kontext von Judith Hermanns Erzählungen.

2. Gender-Studien in Bezug auf Literaturwissenschaft: Das Kapitel beleuchtet den historischen Kontext der feministischen Literaturforschung und die Bedeutung des Geschlechts bei der Produktion und Rezeption literarischer Texte.

3. Ansätze der Gender-Theorie von Judith Butler: Hier werden die zentralen theoretischen Konzepte von Judith Butler, insbesondere die Unterscheidung von „sex“ und „gender“ sowie der Performanz-Begriff, detailliert erarbeitet und kritisch diskutiert.

3.1. Unterscheidung von „sex“ und „gender“: Dieser Abschnitt analysiert die philosophische Trennung zwischen biologischem Geschlecht und sozialer Geschlechtsidentität auf Basis von Foucaults Arbeiten.

3.2. Die Kategorien Mann und Frau – Anmerkungen zu kulturellen Geschlechter-Normen und Zwangsheterosexualität: Dieses Unterkapitel untersucht, wie durch regulative Normen und Machtdiskurse stabile Kategorien von Mann und Frau künstlich aufrechterhalten werden.

3.3. Der Performanz-Begriff: Fokus auf die Theorie der Performativität, nach der Geschlecht nicht durch ein inneres Wesen, sondern durch die wiederholte Inszenierung sozialer Praktiken konstituiert wird.

4. Die Anwendung der Butlerschen Theorie auf Erzählungen von Judith Hermann: In diesem Hauptteil erfolgt die praktische Übertragung der erarbeiteten Theorien auf die literarischen Texte von Judith Hermann.

4.1. Frauen- und Männerbilder in Judith Hermanns Erzählungen: Eine übergreifende Betrachtung der Protagonisten in Hermanns Werken hinsichtlich ihrer Identitätskonstruktionen und Beziehungsstrukturen.

4.2. Analyse der Erzählung „Sonja“: Eine spezifische Interpretation der Erzählung „Sonja“, die aufzeigt, wie die Figuren durch ihr Rollenverhalten Geschlechtsnormen parodieren oder bestätigen.

4.3. Analyse der Erzählung „Camera Obscura“: Diese Analyse fokussiert auf die Bedeutung der Selbstwahrnehmung und Inszenierung der Figur Marie im Kontext der Butler-Theorie.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Relevanz der Gender-Theorie als hilfreichen Leitfaden für die literarische Interpretation und das Verständnis sozialer Rollenkonzepte.

Schlüsselwörter

Gender-Theorie, Judith Butler, Judith Hermann, Performanz, Performativität, Geschlechtsidentität, Literaturwissenschaft, Gender Trouble, Zwangsheterosexualität, Rollenverhalten, Identitätskonstrukt, feministische Literaturtheorie, sex, gender, Geschlechterparodie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die theoretischen Konzepte der US-amerikanischen Philosophin Judith Butler auf die Erzählungen der deutschen Schriftstellerin Judith Hermann übertragen und zur Analyse literarischer Figuren genutzt werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit umfasst theoretische Grundlagen der Gender-Studies, die kritische Auseinandersetzung mit dem Konstrukt „Geschlecht“ sowie die Analyse moderner Literatur hinsichtlich der Inszenierung von Geschlechteridentitäten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob und wie die Butlerschen Thesen zur Performativität und Geschlechterkonstruktion helfen, das Verhalten und die Identitätsbildung der Charaktere in den Erzählbänden von Judith Hermann zu interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Begriffe der Gender-Theorie auf narrative Texte anwendet und durch Zitate sowie Rezensionen untermauert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Gender-Theorie von Butler sowie eine praktische Anwendung, in der konkrete Kurzgeschichten von Judith Hermann detailliert analysiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere der Performanz-Begriff, Performativität, Zwangsheterosexualität, die Unterscheidung von biologischem und sozialem Geschlecht (sex/gender) sowie die Konstruktion von Identität als parodistische Wiederholung.

Warum ist die Figur „Sonja“ aus der gleichnamigen Erzählung für die Theorie wichtig?

Sonja stellt die männliche Wahrnehmung von Weiblichkeit infrage, da ihr Handeln und ihre Identität nicht den klassischen normativen Erwartungen der Hauptfigur entsprechen und somit den Butler-Begriff der Performanz verdeutlichen.

Was zeigt die Analyse von „Camera Obscura“ hinsichtlich des Frauenbildes?

Die Analyse zeigt, dass die Figur Marie eine „luderhafte“ Identität inszeniert, diese jedoch durch eine veränderte Selbstwahrnehmung und die Reflexion über das eigene Bild („Camera Obscura“) als kulturelles Konstrukt entlarvt wird.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Gender-Theorie von Judith Butler und ihre Anwendung auf Erzählungen von Judith Hermann
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Seminar für Deutsche Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Hauptseminar: Neuere kultur- und literaturtheoretische Ansätze
Note
gut
Autoren
Stefanie Langner (Autor:in), Antje Meierhoff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
34
Katalognummer
V37422
ISBN (eBook)
9783638367677
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gender-Theorie Judith Butler Anwendung Erzählungen Judith Hermann Hauptseminar Neuere Ansätze
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Langner (Autor:in), Antje Meierhoff (Autor:in), 2004, Die Gender-Theorie von Judith Butler und ihre Anwendung auf Erzählungen von Judith Hermann, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/37422
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  34  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum