Regenbogenfamilien sind in der heutigen Zeit längt kein Einzelfall mehr. Doch was ist eine Regenbogenfamilie und wer fällt darunter? Regenbogenfamilien stellen, ebenso wie Patchwork-Familien, Stieffamilien und Ein-Eltern-Familien, eine eigene Familienform dar. Sie sind Familien, in denen mindestens ein Elternteil (sozial, rechtlich, biologisch) lesbisch oder schwul ist, also eine homosexuelle Identität hat.
In meiner Hausarbeit werde ich erstmals den Coming Out Prozess beschreiben und gehe dann auf die gleichgeschlechtlichen Lebensformen ein. In einem weiteren Schritt werde ich die verschiedenen Möglichkeiten der Kindschaft in Regenbogenfamilien benennen und beschreiben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Coming Out
2. Gleichgeschlechtliche Lebensformen
2.1 Eingetragene Lebenspartnerschaft
3. Kinder in Regenbogenfamilien
3.1 Adoption
3.2 Pflegschaft
3.3 Stiefkindadoption
3.4 leibliche Elternschaft
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von Regenbogenfamilien in Deutschland, wobei der Fokus insbesondere auf den verschiedenen Wegen der Familiengründung und den damit verbundenen Herausforderungen liegt.
- Prozess des Coming-Outs und seine Bedeutung für die Identitätsfindung.
- Entwicklung und rechtlicher Status gleichgeschlechtlicher Lebensformen.
- Vielfältige Möglichkeiten der Familiengründung wie Adoption, Pflegschaft und leibliche Elternschaft.
- Gesellschaftliche Akzeptanz und verbliebene rechtliche Benachteiligungen.
Auszug aus dem Buch
1. Coming Out
Das Coming Out bezeichnet den gesamten Prozess indem sich ein Mensch über seine gleichgeschlechtlichen Empfindungen bewusst wird und diese in einem weiteren Schritt, erstmals im Familien und Bekanntenkreis, mitteilt. Somit wird aus dem (unfreiwilligen) Schweigen befreit und tritt aus seiner Isolation heraus. Diese Isolation kann zu schweren Depressionen, Ängsten, Panik- und Schlafstörungen bis hin zu Suizidversuchen führen. Eine Studie ergab, dass in den 1990 Jahren schwule, lesbische und bisexuelle Jugendliche mit weit über 20 % einen Suizidversuch getätigt haben als gleichaltrige heterosexuelle Jugendliche (Fiedler 2004, S. 100).
Das Coming Out beginnt oftmals in der Pubertät und kann sich über viele Jahre hinwegziehen. Die Angst vor der geringen Akzeptanz lässt auch heutzutage noch einige Menschen davon abhalten ihr öffentliches Coming Out zu durchführen und können so niemals aus ihrer inneren Isolation herauszutreten und ihr Schweigen beenden.
Der Prozess verläuft über mehrere Phasen. Die erste Phase wird das „innere Coming Out“ oder „die Phase der Identitätsfindung“ genannt. In dieser Phase wird dem Mensch bewusst, dass er keine heterosexuelle Orientierung hat. Er fängt an seine Gefühle und Wünsche zu akzeptieren und diese vor sich selbst anzuerkennen. Die zweite Phase bezeichnet das „äußere Coming Out“ oder „die Phase der Identitätsintegration“. Die Akzeptanz seiner homosexuellen Orientierung ist ein wichtiger Bestandteil dieser Phase, denn der Mensch tritt nun nach außen. Erstmals verkündet er seine sexuelle Orientierung engen Vertrauten und Familienmitgliedern. Des Weiteren tritt er nun stückchenweise mit seiner Orientierung in die Gesellschaft. Der Schritt nach außen ist von den erschwerenden oder unterstützenden Reaktionen seiner Mitmenschen geprägt. Erfährt er viel positive Rückmeldung und Akzeptanz, so ist es für ihn einfacher äußere Coming Out durchzuführen (vgl.: Fiedler 2004, S. 100; BZgA 2004, S 32). Ablehnung und die fehlende Unterstützung der Familie kann zu seelischen Krisen führen (Fiedler 2004, S.117).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Regenbogenfamilie und gibt einen historischen Abriss über die Stigmatisierung und spätere Normalisierung homosexueller Identitäten.
1. Coming Out: Dieses Kapitel beschreibt den psychologischen Prozess der Identitätsfindung und die Bedeutung des sozialen Outings für die psychische Gesundheit.
2. Gleichgeschlechtliche Lebensformen: Hier wird die historische Entwicklung und die Etablierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, insbesondere durch das Gesetz der Eingetragenen Lebenspartnerschaft, analysiert.
3. Kinder in Regenbogenfamilien: Dieses Kapitel erörtert die verschiedenen rechtlichen und praktischen Wege der Familiengründung bei homosexuellen Paaren.
4. Fazit: Das Fazit fasst die gesellschaftlichen Fortschritte zusammen und benennt die weiterhin bestehenden Hürden bei der Familiengründung für gleichgeschlechtliche Paare.
Schlüsselwörter
Regenbogenfamilien, Homosexualität, Coming Out, Lebenspartnerschaft, Adoption, Stiefkindadoption, Pflegschaft, Familiengründung, Rechtliche Gleichstellung, Identitätsfindung, Diskriminierung, Samenspende, Gesellschaftliche Akzeptanz, Kinderrechte, Rechtliche Rahmenbedingungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die soziale und rechtliche Situation von Regenbogenfamilien in Deutschland sowie die Herausforderungen, vor denen gleichgeschlechtliche Paare bei der Gründung einer Familie stehen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen der Prozess des Coming-Outs, die rechtliche Entwicklung der Lebenspartnerschaft sowie die verschiedenen Optionen wie Adoption oder leibliche Elternschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Regenbogenfamilien entstehen, welche Hürden sie dabei überwinden müssen und wo noch rechtlicher Nachbesserungsbedarf besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, bei der aktuelle gesellschaftliche Studien und rechtliche Grundlagen (wie das BGB oder das LPartG) ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die psychologische Identitätsfindung (Coming Out), die rechtliche Eheschließung bzw. Partnerschaft sowie die konkreten Möglichkeiten zur Erfüllung des Kinderwunsches.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind Regenbogenfamilien, rechtliche Gleichstellung, Familiengründung, Identitätsfindung und gesellschaftliche Akzeptanz.
Wie unterscheidet sich die Pflegschaft von der Adoption in diesem Kontext?
Die Pflegschaft wird im Text als eine gute Alternative zur Adoption dargestellt, da der Bedarf der Jugendämter an Pflegestellen groß ist und die Einstellung zu homosexuellen Paaren hier zunehmend positiver wird.
Welche Rolle spielt die Kirche bei der Familiengründung?
Der Text zeigt auf, dass es innerhalb der Kirchen unterschiedliche Auffassungen gibt; während etwa die evangelische Kirche im Rheinland für volle Gleichbehandlung eintritt, lehnen andere Konfessionen dies teilweise ab.
- Arbeit zitieren
- Julia Boms (Autor:in), 2017, Der Weg in die Regebogenfamilie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/374056