Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, ob der Einsatz von Medien im Un- terricht die Mediensucht bei Schülern fördert oder bedingt. Dazu wird die Filmdidaktik der 1960er-Jahre der modernen Mediendidaktik gegenübergestellt, um Gemeinsamkei- ten und Unterschiede dieser Methoden zu verdeutlichen. Diese dienen als Basis für po- tenzielle Lösungsansätze für einen differenzierteren und modifiziert effizienteren Ein- satz von Medien im Unterricht, die in dieser Arbeit nachfolgend beschrieben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. FILMDIDAKTIK UND -ÄSTHETIK DER 1960ER-/1970ER-JAHRE
2.1 Der Farbfilm als technische Neuheit der 1960er-Jahre
2.2 Der Film als Novum im Deutschunterricht
2.3 Effekte der Filmdidaktik im Deutschunterricht
3. MODERNE MEDIENDIDAKTIK
3.1 Moderne Medien – Definition
3.2 Moderne Medien im Deutschunterricht: Omnipräsent = omnipotent?
3.3 Effekte moderner Mediendidaktik
4. VERGLEICH FILMDIDAKTIK UND MODERNE MEDIEN-DIDAKTIK IM DEUTSCHUNTERRICHT
5. MEDIENKOMPETENZ
6. DIE ZUKUNFT MODERNER MEDIENDIDAKTIK – AUSBLICK
6.1 Das virtuelle Klassenzimmer – Definition
6.2 Effekte der Digitalisierung – Mediensucht
7. FAZIT / SCHLUSSBEMERKUNG
8. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit der Einsatz von Medien im schulischen Deutschunterricht die Mediensucht bei Schülern fördern oder bedingen kann. Hierbei wird ein Vergleich zwischen den didaktischen Ansätzen der 1960er-/1970er-Jahre und modernen, digital geprägten Lehrmethoden gezogen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie deren Auswirkungen auf die Lernenden zu analysieren.
- Historische Entwicklung der Filmdidaktik im Deutschunterricht
- Omnipräsenz moderner digitaler Medien und deren pädagogisches Potenzial
- Phänomen der Mediensucht bei Digital Natives
- Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation
- Ausblick auf das virtuelle Klassenzimmer
Auszug aus dem Buch
3.2 Moderne Medien im Deutschunterricht: Omnipräsent = omnipotent?
Durch die Präsenz von digitalen Kommunikationsmitteln in nahezu 90 Prozent aller Haushalte werden auch im Deutschunterricht vermehrt moderne Medien eingesetzt, um näher an der Lebensrealität dieser Generationen zu unterrichten. Es stellt sich zudem heraus, dass Gruppen- oder Einzelarbeit der Schüler zu einem höheren Lerneffekt beim Erwerb der Sprachkompetenz im Deutschunterricht beiträgt. Auf diese Weise werden auch lernschwächere Schüler oder Schüler aus bildungsfernen Haushalten weniger benachteiligt. Diese Neuerungen sowie die modernen Medien ermöglichen seit Mitte der 1990er-Jahre völlig neue didaktische Ansätze. Sogenanntes „Smart Learning“ muss der Generation Y nicht explizit erklärt werden. Bereits mit sieben oder acht Jahren meistern Kinder digitale Geräte aller Betriebsarten ohne Schwierigkeiten. Daher ersetzt Computersoftware heute größtenteils Aufgabenblätter im Deutschunterricht durch Sprachspiele, die auf traditionell bekannten Spielen beruhen. Für den Erwerb des Sichtwortschatzes der deutschen Sprache gibt es Software für Grundschulkinder mit Lückentexten oder sogenannten Multiple-Choice-Tests zur deutschen Grammatik oder semantischen Zusammenhängen oder Literaturvorlagen.
Für legasthene Schüler gibt es ein spezielles Softwareangebot zur Aufarbeitung von Defiziten der deutschen Sprache. Sprachkompetenzen werden durch interaktive Grammatikübungen, Lückentexte oder Literaturauszüge, die an sogenannten Smart- oder Whiteboards gezeigt werden, gefördert. Recherchen zu Literaturvorgaben können in Echtzeit im Internet vorgenommen werden. Sprachapplikationen für das Smartphone ermöglichen selbstständiges Erarbeiten von semantischen Zusammenhängen. Webpublishing oder selbst verfasste Weblogs haben weitgehend die Aufsätze als Klassenarbeit verdrängt. Weblogs eignen sich insbesondere für Film- oder Literaturanalysen oder für die Präsentation erlernter Unterrichtsinhalte. Schüler können im Unterricht beispielsweise an einer Autoren-Rallye teilnehmen oder dem Klassenverband ihre Referate mittels Power-Point-Präsentationen vorstellen (vgl. Frederking, Krommer, Möbius, Ulrich 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob der Medieneinsatz im Unterricht Mediensucht begünstigt, und definiert zentrale Begriffe sowie den evolutionären Kontext der Medienwahrnehmung.
2. FILMDIDAKTIK UND -ÄSTHETIK DER 1960ER-/1970ER-JAHRE: Dieses Kapitel behandelt die Einführung technischer Neuerungen wie den Farbfilm im Unterricht und analysiert die didaktischen Ziele der kommunikativen Wende jener Zeit.
3. MODERNE MEDIENDIDAKTIK: Es wird die Definition moderner Massenmedien erläutert und diskutiert, wie digitale Hilfsmittel den heutigen Deutschunterricht durch neue Ansätze wie "Smart Learning" verändern.
4. VERGLEICH FILMDIDAKTIK UND MODERNE MEDIEN-DIDAKTIK IM DEUTSCHUNTERRICHT: Hier werden die alten und neuen Methoden gegenübergestellt, wobei insbesondere auf die Eigenständigkeit der Schüler und die veränderte Rolle der Bibliotheken eingegangen wird.
5. MEDIENKOMPETENZ: Das Kapitel definiert Medienkompetenz als kritischen Umgang mit digitalen Inhalten und stellt Initiativen zur Förderung dieser Kompetenz im Schulalltag vor.
6. DIE ZUKUNFT MODERNER MEDIENDIDAKTIK – AUSBLICK: Es werden zukünftige Szenarien wie das virtuelle Klassenzimmer skizziert sowie der Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Mediensucht kritisch beleuchtet.
7. FAZIT / SCHLUSSBEMERKUNG: Abschließend wird gefolgert, dass ein ausgewogener Einsatz digitaler Medien unter pädagogischer Begleitung notwendig ist, um die Medienkompetenz ohne Abhängigkeitsrisiken zu fördern.
Schlüsselwörter
Mediensucht, Mediendidaktik, Deutschunterricht, Digital Natives, Generation Y, Medienkompetenz, Filmdidaktik, Smart Learning, Internetnutzung, Digitalisierung, Sprachkompetenz, Virtuelles Klassenzimmer, Online-Sucht, Soziale Netzwerke, Wissensvermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Medieneinsatzes im Deutschunterricht auf die Entwicklung von Mediensucht bei Schülern im historischen Vergleich.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Filmdidaktik der 1960er-Jahre, dem Einzug digitaler Medien im modernen Unterricht sowie der Definition und Prävention von Mediensucht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Die Forschungsfrage lautet, ob der Einsatz von Medien im Unterricht die Mediensucht bei Schülern fördert oder bedingt und wie ein effizienterer Umgang gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?
Die Autorin verwendet eine komparative Methode, indem sie die didaktischen Ansätze der 1960er- und 1970er-Jahre der modernen Mediendidaktik gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Filmdidaktik, definiert moderne Medienkonzepte, vergleicht diese mit traditionellen Methoden und thematisiert Herausforderungen wie Mediensucht und Cybermobbing.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Zentral sind die Begriffe Mediensucht, Medienkompetenz, Digital Natives, Filmdidaktik und Mediendidaktik.
Wie unterscheidet sich die "kommunikative Wende" der 60er-Jahre vom heutigen "Smart Learning"?
Während die kommunikative Wende den Film als anschauliches Zusatzmedium für den Frontalunterricht nutzte, ermöglicht "Smart Learning" heute interaktive und oft eigenständige Lernprozesse mittels digitaler Software und Internetzugang.
Was genau ist laut Arbeit das "virtuelle Klassenzimmer"?
Es beschreibt ein Unterrichtsszenario, in dem Lehrer und Schüler nicht physisch im selben Raum sind, sondern über Videotelefonie und digitale Plattformen in Echtzeit miteinander interagieren.
Warum wird das Internet in der Arbeit als "zwiespältig" bezeichnet?
Es bietet zwar Zugang zu unendlichen Informationen und fördert neue Kompetenzen, birgt aber gleichzeitig das Risiko der Mediensucht, der Cyberkriminalität und eines eingeschränkten eigenständigen Denkprozesses durch vermeintliche Allwissenheit.
- Arbeit zitieren
- Minou Buchweitz (Autor:in), 2016, Mediensucht bei Schülern durch Einsatz von Medien im Unterricht?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/373593