Für die Bearbeitung des Falles wurde die Nimwegener Methode zu Hilfe genommen, wobei hier die einzelnen Elemente mit den Prinzipien nach Arndt, vor dem Hintergrund einer Ethik des „Füreinander- Sorgens“ verknüpft worden sind. Im Anschluss an die Entscheidungsfindung soll in diesem Kontext noch einmal Bezug auf die Aufgaben des Pflegemanagements genommen werden, um die Unbedingtheit einer eigenen Bereichsethik für die Lösung ethischer Fragestellungen zu begründen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fallgeschehen
3.Theoretische Ansätze
3.1. utilitaristischer Ansatz
3.2. deontologischer Ansatz
3.3. kontextueller Ansatz
4. Ethische Fallbesprechung
4.1. Nimwegener Methode
4.1.1. Bestimmung des ethischen Problems
4.1.2. Analyse medizinische/pflegerische/soziale/organisatorische Fakten
4.2. Bewertung
4.2.1. Das Prinzip Achtung vor dem Wert des Lebens
4.2.2. Das Prinzip des Guten und des Richtigen
4.2.3.Das Prinzip der Gerechtigkeit und Fairness
4.2.4. Das Prinzip der Wahrheit und Ehrlichkeit
4.2.5. Das Prinzip der individuellen Freiheit und Selbstbestimmung
4.2.6. Verantwortlichkeit von Ärzten, Pflegepersonen und Angehörigen
4.2.7. Einwilligungsunfähige Patienten
4.2.8. rechtliche Aspekte und Leitlinien künstlicher Ernährung
5. Beschlussfassung
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die ethischen Dilemmata bei der künstlichen Ernährung von Patienten mit fortgeschrittener Demenz. Im Fokus steht die Frage, inwieweit lebensverlängernde Maßnahmen bei infauster Prognose gerechtfertigt sind und wie eine pflegeethisch begründete Entscheidung unter Berücksichtigung des mutmaßlichen Patientenwillens getroffen werden kann.
- Ethische Begründung für oder gegen künstliche Ernährung
- Anwendung der Nimwegener Methode zur Fallanalyse
- Konflikt zwischen ökonomischen Zwängen und pflegerischem Ethos
- Bedeutung des mutmaßlichen Patientenwillens bei Demenz
- Rolle des Pflegemanagements in ethischen Entscheidungsprozessen
Auszug aus dem Buch
3. Theoretische Ansätze
Der Utilitarismus ist eine konsequentialistische Position, die oft mit dem Begriff der Nützlichkeitsmoral beschrieben wird. Kriterium bei der Bewertung von Handlungen ist dabei das Prinzip der Nützlichkeit, wonach die Handlung sittlich geboten ist, die das Glück für alle Beteiligten optimiert. Dieses Moralprinzip beinhaltet vier Teilkriterien:
Handlungen werden von ihren Folgen heraus beurteilt - konsequentialistische Prinzip
der Nutzen wird zum Maßstab der Folgen - Utilitätsprinzip
der höchste Wert wird in der Erfüllung von Bedürfnisse und Interessen (Glück) gesehen, wobei die Definition des eigenen Glücks dem Individuum vorbehalten ist. Maßstab für die Bewertung von Handlungen ist die durch sie hervorgerufene Freude, vermindert um das verbundene Leid - hedonistisches Prinzip
alle von einer Handlung Betroffenen werden im Nutzenkalkül mitberücksichtigt- universalistisches Prinzip
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und die Ökonomisierung im Gesundheitswesen, die den Bedarf an ethischer Orientierung in der Altenpflege erhöhen.
2. Fallgeschehen: Hier wird ein fiktives Szenario über eine demenzkranke Bewohnerin vorgestellt, die Nahrung verweigert und bei der die Frage nach einer PEG-Sonde aufkommt.
3.Theoretische Ansätze: Das Kapitel analysiert verschiedene ethische Strömungen wie den utilitaristischen, den deontologischen und den kontextuellen Ansatz als Grundlage für die Fallbeurteilung.
4. Ethische Fallbesprechung: Unter Anwendung der Nimwegener Methode erfolgt eine strukturierte ethische Bewertung des Falles anhand verschiedener Prinzipien.
5. Beschlussfassung: In diesem Kapitel werden Handlungsalternativen für Frau B. gegeneinander abgewogen und eine begründete Empfehlung ausgesprochen.
6. Ausblick: Der Ausblick thematisiert die zunehmenden moralischen Dilemmata in der Zukunft und die Notwendigkeit einer stärkeren ethischen Diskussionskultur im Pflegemanagement.
Schlüsselwörter
Ethische Fallbetrachtung, künstliche Ernährung, Demenz, Pflegeethik, Nimwegener Methode, Utilitarismus, Deontologie, kontextuelle Ethik, mutmaßlicher Wille, Pflegemanagement, Lebensqualität, Sterbehilfe, Menschenwürde, Autonomie, Ressourcenallokation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ethischen Problematik der künstlichen Ernährung bei Patienten mit fortgeschrittener Demenz anhand einer fiktiven Fallbetrachtung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Abwägung zwischen Lebensverlängerung und Lebensqualität, die moralischen Pflichten von Pflegekräften sowie die Einbindung des Patientenwillens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, eine ethisch fundierte Entscheidungsgrundlage zu finden, die den Bedürfnissen der Bewohnerin gerecht wird und die Rolle des Pflegemanagements beleuchtet.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt die Nimwegener Methode zur strukturierten ethischen Fallbesprechung, kombiniert mit einer Synthese aus utilitaristischen und deontologischen Theorieansätzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Analyse der Fakten des Fallbeispiels und die Bewertung anhand verschiedener ethischer Prinzipien.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Schlüsselwörter sind u.a. Pflegeethik, Demenz, PEG-Sonde, Autonomie, Menschenwürde und die Ethik des Füreinander-Sorgens.
Warum wird im Fallbeispiel von Frau B. von einer PEG-Sonde abgeraten?
Aufgrund des rekonstruierten mutmaßlichen Willens der Bewohnerin und der fehlenden Aussicht auf eine Verbesserung der Lebensqualität wird eine PEG-Sonde als kontraindiziert bewertet.
Welche Rolle spielt die Kommunikation in diesem Prozess?
Die Arbeit betont, dass eine offene Kommunikation zwischen Pflegekräften, Ärzten und Angehörigen essentiell ist, um Spannungen abzubauen und eine ethisch tragfähige Entscheidung zu treffen.
Wie definiert die Autorin die Rolle des Pflegemanagements in ethischen Fragen?
Das Pflegemanagement soll Rahmenbedingungen schaffen, die den Einbezug ethischer Argumentation in den Organisationsalltag ermöglichen und eine dialogische Kultur fördern.
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- Jana Werner (Author), 2004, Künstliche Ernährung bei Demenz. Eine ethische Fallbetrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/37302