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Die Rolle der Ratingagenturen im Kontext der Finanz- und Eurokrise. Eine europäische Perspektive

Titel: Die Rolle der Ratingagenturen im Kontext der Finanz- und Eurokrise. Eine europäische Perspektive

Hausarbeit , 2017 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Fabio Botta (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit soll einen Beitrag dazu leisten, die Rolle der Ratingagenturen (Credit Rating Agencies, CRA) im Hinblick auf die letzte große Finanz- und Eurokrise zu analysieren. Obwohl die Krisen auf ein komplexes Ursachenbündel zurückzuführen sind, rückten CRA und ihre Ratings im Zuge der Fehlentwicklungen auf den Finanzmärkten vermehrt in den Fokus der öffentlichen Diskussion. In dieser Arbeit soll geprüft werden, inwiefern die falschen Bewertungen komplexer Finanzprodukte innerhalb des Verbriefungsprozesses durch CRA im Jahre 2008 die Finanzkrise mit ausgelöst haben. Risiken, die „mit einer übermäßigen Abhängigkeit von externen Staatsschulden-Ratings verbunden sind“ , sollen erläutert und diskutiert werden. Schwerpunktmäßig werden Hypothesen über mögliche zukünftige Entwicklungen des europäischen Ratingmarktes entwickelt: Unter anderem soll erforscht werden, ob der Ratingmarkt in naher Zukunft einem Wandel unterliegen wird.

Nach einer Definition und Erläuterung der Funktionen von Ratings in Kapitel 2 beschreibt die Arbeit kurz die grundsätzliche Struktur des globalen und europäischen Ratingmarktes in Kapitel 3. Mit Aufzeigen der immanenten Funktionsprobleme des Ratingmarktes im Kontext der Finanz- und Eurokrise werden in Kapitel 4 die Regulierungsbegründungen für den europäischen Ratingmarkt geliefert. Dabei werden Interessenskonflikte und Problemfelder des Ratingmarktes und die Wirkung von Länderratings auf die Europäische Union aufgezeigt (Kapitel 4.1 und 4.2). Anschließend folgt in Kapitel 4.3 ein Zwischenfazit, bei dem der grundsätzlich krisenhafte Charakter des Kapitalismus darstellt wird. Nach einer kurzen Zusammenfassung der EU-Reglemente in Kapitel 5 wird die voraussichtliche Zukunft des europäischen Ratingmarktes in Kapitel 6 beschrieben. Dabei werden Alternativen zu externen Ratings und die Perspektive einer europäischen CRA diskutiert (Kapitel 6.1 und 6.2). Anschließend erfolgt ein Ausblick mit Reformansätzen (Kapitel 6.3).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Rating – Definition und Funktion

3 Analyse des Ratingmarktes – die „Big Three“

4 Funktionsprobleme des Ratingmarktes im Kontext der Finanz- und Eurokrise

4.1 Interessenskonflikte und Problemfelder des Ratingmarktes

4.2 Die Wirkung von Länderratings in der Europäische Union

4.3 Kapitalismus und sein grundsätzlich krisenhafter Charakter

5 Regulierungen des europäischen Ratingmarktes

6 Die zukünftige Entwicklung des europäischen Ratingmarktes

6.1 Alternativen zu externen Ratings

6.2 Eine europäische Ratingagentur

6.3 Ausblick und Reformansätze

7 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Ratingagenturen (Credit Rating Agencies, CRA) im Kontext der Finanz- und Eurokrise und analysiert, inwiefern fehlerhafte Bewertungen komplexer Finanzprodukte zu den Krisen beigetragen haben. Dabei wird die Struktur des Ratingmarktes beleuchtet, die Problematik von Interessenskonflikten hinterfragt sowie der Einfluss von Länderratings auf die Europäische Union bewertet.

  • Struktur und oligopolistische Machtverhältnisse der "Big Three"
  • Funktionsprobleme durch das "Issuer-Pays-Modell" und Rating-Shopping
  • Auswirkungen prozyklischer Länderratings auf die europäische Staatsschuldenkrise
  • Regulierungsansätze und Aufsicht durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA)
  • Diskussion über Alternativen zu externen Ratings und die Notwendigkeit einer europäischen Ratingagentur

Auszug aus dem Buch

4.1 Interessenskonflikte und Problemfelder des Ratingmarktes

Anfang des 20. Jahrhunderts begann John Moody, Rating-Handbücher an Investoren zu verkaufen; ein Geschäftsmodell, welches heute als Investor-Pays-Modell bekannt ist. Beim Investor-Pays-Modell zahlten Investoren eine Gebühr für den Zugang zu den Ratings. In den 1970ern entschieden sich die drei größten CRA auf das Issuer-Pays-Modell überzugehen, bei welchem das Rating vom Emittenten in Auftrag gegeben wird - von diesem in der Regel auch bezahlt wird - und das Rating anschließend der Öffentlichkeit zugänglich ist. Der Wechsel wurde unter anderem durch das vermehrte Aufkommen von Trittbrettfahrerverhalten (free riding) - begünstigt durch die Verbreitung von Kopiergeräten - und durch die Erkenntnis der CRA begründet, dass Emittenten eine bestimmte Zahlungsbereitschaft dafür entwickelt hatten, dass ihnen jemand ihre Kreditwürdigkeit attestierte. Kleinere Agenturen - wie z.B. „Egan Jones Rating“ - wenden heute noch das Investor-Pays-Modell an. Laut Strobl und Xia wirkt sich das Investor-Pays-Modell positiv auf die Ratingqualität aus. Den großen CRA mit einem breiten Kreis an möglichen Investoren würde es heute jedoch noch schwerer fallen, die Kenntnis eines Ratings nur auf bezahlende Abonnenten zu beschränken. Da CRA von den Zahlungen der Emittenten leben - und jede bessere Bonitätseinstufung die Refinanzierungskosten des Schuldners verringert - ist ein Ratingurteil als subjektiv zu werten. Die Gefahr von Gefälligkeitsgutachten und Qualitätszugeständnissen mit der Zielsetzung der Mandatserhaltung und der Sicherung von Anschlussaufträgen liegt nahe. Im Kontext der Finanzkrise - und auch noch nach 2008ff. - konnte so das Phänomen des „Rating Shoppings“ beobachtet werden. Dabei lassen sich Emittenten von verschiedenen CRA beurteilen und wählen anschließend die CRA, bei der sie die beste Bonitätseinstufung bekommen. Empirisch konnte eine positive Korrelation zwischen dem Marktanteil von Fitch und besseren Ratings von S&P oder Moody’s nachgewiesen werden; mit einem verstärkten Wettbewerb wird besser bewertet. Die Marktstruktur des Ratingmarktes hat zur Folge, dass bei Ratingprozessen die gleichen bewährten Methoden verwendet werden und die Wettbewerber sich insofern innovationsfeindlich verhalten, was wiederum zu einer Gleichförmigkeit ihrer Bewertungen führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Fragestellung ein, ob Ratingagenturen maßgeblich zur Entstehung der Finanz- und Eurokrise beigetragen haben.

2 Rating – Definition und Funktion: Hier werden Grundlagen zum Begriff des Ratings und dessen Bedeutung für die Bonitätsbewertung von Finanzierungstiteln und Wirtschaftssubjekten gelegt.

3 Analyse des Ratingmarktes – die „Big Three“: Dieses Kapitel beschreibt die oligopolistische Marktstruktur, in der drei US-Agenturen den Großteil des globalen Ratingumsatzes kontrollieren.

4 Funktionsprobleme des Ratingmarktes im Kontext der Finanz- und Eurokrise: Der Fokus liegt auf systemischen Problemen, Interessenskonflikten, der Wirkung von Länderratings und dem krisenhaften Charakter des Kapitalismus.

5 Regulierungen des europäischen Ratingmarktes: Hier werden die EU-Verordnungen und die zunehmende Aufsicht durch die ESMA zur Eindämmung von Fehlentwicklungen dargestellt.

6 Die zukünftige Entwicklung des europäischen Ratingmarktes: Das Kapitel diskutiert Alternativen zu externen Ratings sowie die Realisierbarkeit einer europäischen Ratingagentur und notwendige Reformansätze.

7 Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Befund, dass Ratingagenturen trotz ihrer Mängel notwendig bleiben, jedoch strengerer Regulierung und eines effektiven Sanktionsrahmens bedürfen.

Schlüsselwörter

Ratingagenturen, Finanzkrise, Eurokrise, Credit Rating Agencies, Issuer-Pays-Modell, Rating-Shopping, Länderratings, prozyklische Wirkung, Regulierung, ESMA, Europäischer Ratingmarkt, Kapitalismus, Finanzmarktakteure, Bonitätsbewertung, Marktversagen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle und den Einfluss von Ratingagenturen während der Finanz- und Eurokrise und untersucht deren systemische Funktionsfehler.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Schwerpunkte umfassen Marktkonzentration, Interessenkonflikte durch das Issuer-Pays-Modell, die prozyklische Wirkung von Länderratings und die Auswirkungen regulatorischer EU-Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwiefern falsche Bewertungen durch Ratingagenturen die Finanzkrise 2008 mit ausgelöst haben und wie sich der europäische Ratingmarkt zukünftig wandeln könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf bestehender Fachliteratur, Wirtschaftsberichten und der Auswertung von EU-Regulierungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Marktstrukturanalyse, eine Untersuchung der Funktionsprobleme in Krisenzeiten, eine Darstellung der Regulierungsgeschichte sowie eine Diskussion zukünftiger Reformalternativen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Ratingagenturen, Finanzkrise, Issuer-Pays-Modell, Länderratings, ESMA und Marktkonzentration.

Warum wird das "Issuer-Pays-Modell" kritisch betrachtet?

Es schafft einen systemischen Interessenkonflikt, da Ratingagenturen von den Emittenten bezahlt werden, die sie eigentlich kritisch bewerten sollen, was den Anreiz für Gefälligkeitsgutachten erhöht.

Welche Rolle spielt die prozyklische Wirkung von Ratings?

Ratings verstärken Markttrends: Herabstufungen in Krisenzeiten führen oft zu automatischen Verkäufen und höheren Refinanzierungskosten für Staaten, was den Abwärtstrend weiter beschleunigt.

Wie effektiv sind die bisherigen EU-Regulierungen?

Obwohl die Aufsicht durch die ESMA verstärkt wurde, bleibt der Markt ein Oligopol. Aktuelle Sanktionen gelten als wenig abschreckend im Vergleich zu US-Strafen.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Rolle der Ratingagenturen im Kontext der Finanz- und Eurokrise. Eine europäische Perspektive
Hochschule
Universität Hamburg  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Fabio Botta (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
23
Katalognummer
V372958
ISBN (eBook)
9783668504875
ISBN (Buch)
9783668504882
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ratingagenturen Finanzwissenschaft Finanzkrise Eurokrise Fitch Europa Moody's Standard & Poor's
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabio Botta (Autor:in), 2017, Die Rolle der Ratingagenturen im Kontext der Finanz- und Eurokrise. Eine europäische Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/372958
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Leseprobe aus  23  Seiten
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