Schon seit der Schöpfung ist die Welt zeitlichen und räumlichen Veränderungen unterworfen. Aus der betitelten Vorlesung „Gattungslehre und Ästhetik literarischer Texte in Deutschland“ wird gelernt, dass diese Veränderungen auch für die Dramenwelt gültig sind. Deshalb kennt die dramatische Dichtkunst von der Antike mit Aristoteles bis in das 20. Jahrhundert hinein neue Systematisierungen bzw. Regelungen, die zur Entstehung von neuen Dramenformen, u.a. dem absurden Theater führen.
Von da her stellt sich diese folgende Keimfrage: Was ist unter dem Begriff „absurdes Theater“ zu verstehen? Also wie entwickelt sich diese Dramenform zeitlich? Welche sind die Charakteristika? Wer sind die prägenden Autoren dieses Theaters und deren Werke? Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Beantwortung dieser oben formulierten Fragen beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführendes
2 Begriffsannäherung
2.1 Das Absurde
2.1.1 Etymologische Bestimmung
2.1.2 Philosophische Erklärung
2.2 Das absurde Theater
3 Grundzüge und Ziel des absurden Theaters
3.1 Dekonstruktion des Nachahmungsprinzips
3.2 Krise der Figuren
3.3 Fehlen der Intrige
3.4 Abwertung der Sprache
3.5 Ziel des absurden Dramas
4 Wichtige Autoren des absurden Theaters und deren Werke
4.1 Wegbereiter
4.1.1 Eugène Ionesco
4.1.2 Samuel Beckett
4.1.3 Arthur Adamov
4.2 Nachfolger
4.2.1 Wolfgang Hildesheimer
4.2.2 Friedrich Dürrenmatt
4.2.3 Max Frisch
5 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Definition, Entstehung und die wesentlichen Charakteristika des absurden Theaters sowie seine bedeutendsten Vertreter und deren Werke. Das primäre Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für diese avantgardistische Dramenform zu entwickeln und die Forschungsfrage zu beantworten, wie sich das absurde Theater zeitlich entwickelt hat und welche stilistischen Besonderheiten es ausmachen.
- Grundlagen des Begriffs „Absurdität“ in Philosophie und Literatur.
- Dekonstruktion traditioneller dramatischer Regeln und Nachahmungsprinzipien.
- Analyse der sprachlichen Entfremdung und Figurenkrise im absurden Drama.
- Untersuchung zentraler Autoren wie Ionesco, Beckett und Adamov.
- Betrachtung der Ausweitung des absurden Theaters auf den deutschsprachigen Raum.
Auszug aus dem Buch
3.1 Dekonstruktion des Nachahmungsprinzips
Seit Aristoteles bringt Dramatik mit sich Regeln, die über Jahrhunderte hinweg eingehalten werden, bis im 20. Jahrhundert eine Ablehnung bzw. eine Sabotage der Poetik der dramatischen Dichtkunst hervortritt [10]. Tatsächlich sind die klassischen Kategorien der Einheit der Zeit, des Ortes und der Handlung aufgehoben: Es gibt keine äußere messbare Zeit mehr. Der Ort ist ein imaginärer Ort: Er ist überall und nirgends. Es gibt keine Handlung mehr, die Dramaturgie der Stücke ist statisch. Die Dramatiker, die von der Avantgarde beeinflusst wurden, führten ihre Stücke in einer seltsamen Art und Weise auf, so dass sie „absurd“ genannt wurden; ein modernes Drama, das eine andere durcheinanderbringende Figurenkonstellation aufbaut.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführendes: Einleitung in die Thematik der sich wandelnden Dramenformen und Formulierung der Forschungsfrage zum absurden Theater.
2 Begriffsannäherung: Untersuchung der etymologischen und philosophischen Wurzeln des Begriffs „absurd“ sowie dessen Übertragung auf die Theaterform.
3 Grundzüge und Ziel des absurden Theaters: Detaillierte Analyse der formalen Merkmale, wie der Auflösung von Handlung und Sprache sowie der Intention der Stücke.
4 Wichtige Autoren des absurden Theaters und deren Werke: Vorstellung der wegweisenden Vertreter der Gattung sowie ihrer Nachfolger im deutschsprachigen Raum.
5 Schlussfolgerung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Fazit zur Bedeutung der Regelmissachtung für die Evolution der literarischen Gattungen.
Schlüsselwörter
Absurdes Theater, Absurdität, Dramaturgie, Existentialismus, Eugène Ionesco, Samuel Beckett, Anti-Stück, Sprachabwertung, Nachahmungsprinzip, Literaturgeschichte, Avantgarde, Weltsicht, menschliche Existenz, Theater des Absurden, Bühnengeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, den Merkmalen und den bedeutenden Autoren des absurden Theaters.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die philosophische Herleitung des Absurden, die Abkehr von klassischen Dramenregeln und die Auswirkungen auf Sprache und Figuren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Begriff „absurdes Theater“ zu definieren und die charakteristischen Merkmale sowie die wichtigsten Akteure und deren Werke zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die auf theoretischen Vorlesungsinhalten und Fachliteratur zur Dramenpoetik basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die Darstellung der Grundzüge wie Sprachabwertung und Intrigenlosigkeit sowie eine biografische und werkanalytische Übersicht der wichtigsten Dramatiker.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Absurdität, Existentialismus, Dekonstruktion, Anti-Stück und die Namen der zentralen Autoren wie Beckett oder Ionesco.
Warum wird Ionescos Aussage „Ich schreibe keine Stücke, um eine Geschichte zu erzählen“ in der Arbeit zitiert?
Das Zitat unterstreicht die bewusste Abkehr des absurden Theaters von einer linearen Handlung und der traditionellen epischen Erzählweise.
Welche Rolle spielt der deutschsprachige Raum in der Arbeit?
Der Autor zeigt auf, wie das absurde Theater auch Autoren wie Hildesheimer, Dürrenmatt und Frisch beeinflusste, womit sich die Gattung über Frankreich hinaus erweiterte.
- Arbeit zitieren
- Wilfried Dally (Autor:in), Tra Ta Lou (Autor:in), Chia N'Cho (Autor:in), 2017, Grundzüge und Ziel des absurden Theaters. Wichtige Autoren des absurden Theaters und deren Werke, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/372420