Die Meinungen zum Nutzen von Public Private Partnership (PPP) sind sehr kontrovers und zwiespältig. Im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit soll das Modell PPP vorgestellt und im Anschluss die Chancen und Risiken der Zusammenarbeit skizziert werden. Der erste Teil widmet sich der Annäherung an den Begriff, damit dieser einzugrenzen ist. Anschließend soll zwischen den beiden Grundformen von PPP differenziert und Motive für eine Zusammenarbeit aus privater bzw. öffentlicher Sicht dargestellt werden. Nachdem die thematischen Grundlagen vermittelt wurden, soll darauf folgend der aktuelle PPP Ist-Zustand in Deutschland skizziert werden. Der letzte Teil dieser Arbeit widmet sich der Darstellung von Chancen und Risiken von PPP aus staatlicher Sicht.
Die Arbeit soll mit einer kritischen Rückschau auf die in dieser Ausarbeitung thematisierten Inhalte enden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 AUSGANGSSITUATION
1.2 ZIEL DER HAUSARBEIT
1.3 METHODISCHES VORGEHEN
2. DEFINITION DES BEGRIFFS PPP
3. PPP-TYPEN
3.1 VERTRAGS PPP
3.2 INSTITUTIONELLE PPP
4. MOTIVE FÜR DIE ZUSAMMENARBEIT
4.1 MOTIVE AUS ÖFFENTLICHER SICHT
4.2 MOTIVE AUS PRIVATER SICHT
5. PPP IN DEUTSCHLAND
6. CHANCEN UND RISIKEN VON PPP
6.1 CHANCEN VON PPP
6.2 RISIKEN VON PPP
7. FAZIT
8. QUELLEN
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Modell der Public Private Partnership (PPP) und untersucht dessen Chancen und Risiken aus staatlicher Perspektive, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, ob das Modell trotz kontroverser Meinungen und nachgewiesener Unwirtschaftlichkeitskritik durch den Bundesrechnungshof eine sinnvolle Handlungsalternative darstellt.
- Grundlagen, Begriffsdefinitionen und Typisierung von PPP-Modellen.
- Analyse der Beweggründe für Kooperationen aus öffentlicher und privater Sicht.
- Status Quo und Anwendungsfelder von PPP-Projekten in Deutschland.
- Kritische Beleuchtung von Chancen (Effizienzsteigerung) und Risiken (Informationsasymmetrien, Transaktionskosten).
Auszug aus dem Buch
6.2 Risiken von PPP
Ein Problemfeld in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass zwischen den Akteuren eine Informationsasymmetrie vorherrscht. Um diese Problematik darzustellen, ist es methodisch sinnvoll, zunächst einmal auf das wirtschaftswissenschaftliche Modell der Prinzipal-Agent-Theorie einzugehen und dieses Modell im Kontext von PPP zu betrachten. Dabei bezeichnet der Prinzipal den Auftraggeber (Staat) und der Agent den Auftragsnehmer (privates Unternehmen). So weiß der Agent stets welche Qualität seine Produkte und Leistungen besitzen und wie seine Fähigkeiten zu beurteilen sind. Der Prinzipal hingegen kann das in diesem Ausmaß vor Vertragsabschluss jedoch nicht abschätzen („hidden characteristics“) und läuft Gefahr der adversen Selektion, also der Auswahl eines ungeeigneten Partners. Weitere in diesem Zusammenhang auftretende Probleme können „hidden actions“ sein. Das wäre der Fall, wenn der Prinzipal die Handlungen des Partners aus praktischen Gründen nicht beobachten kann, bzw. die Arbeit beobachten, jedoch die Qualität der Arbeit mangels Fachwissen nicht beurteilen kann („hidden information“).
Geht man nun von einem opportunistisch geprägten Menschenbild aus, so läuft der Prinzipal stets Gefahr, dass der Agent seinen Informationsvorsprung vorteilhaft für seine Bedürfnisse ausnutzt. So kann es dazu kommen, dass der Agent seine Leistung aufgrund mangelnder Kontrollmöglichkeiten des Prinzipals verringert („shirking“) oder fehlerhafte Auskünfte zum Projektstand gibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Ausgangssituation von PPP-Projekten, definiert das Ziel der Arbeit und erläutert das methodische Vorgehen.
2. DEFINITION DES BEGRIFFS PPP: Dieses Kapitel nähert sich dem PPP-Konzept an und stellt eine einheitliche Definition auf Basis des Grünbuchs der europäischen Kommission vor.
3. PPP-TYPEN: Es erfolgt eine Unterscheidung zwischen den beiden Grundformen des PPP, nämlich dem Modell auf Vertragsbasis und der institutionalisierten PPP.
4. MOTIVE FÜR DIE ZUSAMMENARBEIT: Das Kapitel arbeitet die differierenden Beweggründe für eine Zusammenarbeit heraus, getrennt nach öffentlicher und privater Sichtweise.
5. PPP IN DEUTSCHLAND: Die Darstellung beleuchtet den aktuellen Stand und die Entwicklung von PPP-Projekten in Deutschland sowie die Rolle unterstützender Institutionen.
6. CHANCEN UND RISIKEN VON PPP: Eine detaillierte Analyse der positiven Aspekte wie Effizienzsteigerung sowie der negativen Risiken, insbesondere durch Informationsasymmetrien und Transaktionskosten.
7. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und schlussfolgert, dass die Beurteilung eines PPP-Einsatzes stets eine einzelfallabhängige Entscheidung sein muss.
8. QUELLEN: Auflistung der im Rahmen der Hausarbeit verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Quellen.
Schlüsselwörter
Public Private Partnership, PPP, Öffentlich-Private Partnerschaften, ÖPP, Staat, Privatwirtschaft, Risikoverteilung, Prinzipal-Agent-Theorie, Informationsasymmetrie, Transaktionskosten, Infrastruktur, Haushaltskonsolidierung, Wirtschaftlichkeit, Verträge, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit thematisiert das Konzept der Public Private Partnership (PPP) und analysiert kritisch deren Chancen und Risiken aus staatlicher Sicht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit deckt die Definition von PPP, die verschiedenen Typen, die Beweggründe für die Zusammenarbeit, den aktuellen Status in Deutschland sowie eine detaillierte Nutzen-Risiko-Abwägung ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Modell PPP vorzustellen und zu skizzieren, welche Chancen und Risiken sich für den Staat durch eine solche Zusammenarbeit ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Erstellung der Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche, die vorwiegend Erkenntnisse aus der Verwaltungswissenschaft und Betriebswirtschaftslehre heranzieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Unterscheidung von PPP-Typen, eine Analyse der Motive beider Akteursgruppen sowie eine vertiefende Diskussion über die Chancen und Risiken im Kontext der Prinzipal-Agent-Theorie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Public Private Partnership, Effizienz, Risikotransfer, Informationsasymmetrie, Transaktionskosten und Haushaltskonsolidierung.
Wie unterscheidet sich Vertrags-PPP von institutioneller PPP?
Die Vertrags-PPP basiert auf einem vertraglich geregelten Leistungsaustausch, während sich die institutionelle PPP durch das vertraglich vereinbarte Zusammenführen von Ressourcen der beteiligten Partner definiert.
Warum warnt der Bundesrechnungshof vor PPP im Straßenbau?
Aufgrund von nachträglichen Wirtschaftlichkeitsanalysen, die bei sechs untersuchten Projekten ergaben, dass PPP-Lösungen im Straßenbau unwirtschaftlicher waren als konventionelle Ausführungsformen.
Welche Rolle spielt die Prinzipal-Agent-Theorie in dieser Arbeit?
Sie dient als methodischer Rahmen, um die Risiken wie Informationsasymmetrie, adverse Selektion und "shirking" zu erklären, die zwischen dem Staat (Prinzipal) und dem privaten Unternehmen (Agent) bei PPP-Projekten auftreten können.
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- Marcel Garbrecht (Author), 2017, Chancen und Risiken von Public Private Partnership in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/371766