Im Rahmen dieser Exegese soll der Text aus Markus 3, 1-6 aus dem Neuen Testament genauer untersucht werden. Die Arbeit orientiert sich an die Übersetzung “Elberfelder Bibel mit Erklärungen“. Da es sich bei dem Seminar zur neutestamentlichen Exegese um ein Seminar ohne griechische Kenntnisse handelte, wird die Übersetzung vom Griechischen ins Deutsche in dieser Exegese nicht berücksichtigt.
Zu Beginn soll der Text in einen Kontext eingeordnet werden, dafür wird kurz erläutert, was vor und nach dem Text geschieht und welche Folgen dieser für das weitere Geschehen hat. Anschließend wird untersucht, um welche Gattung es sich bei der vorliegenden Perikope handelt und wieso diese so schwierig einzuordnen ist. Daraus folgt dann der sogenannte „Sitz im Leben“ der untersucht, warum die Perikope kanonisch geworden ist und welche Bedeutung diese für die Urchristlichte Gemeinde hatte. Sehr spannend wird zum Abschluss noch die Interpretation des Textes. Hierbei soll es vor allem darum gehen, sich persönlich mit dem Text auseinanderzusetzen und zu bestimmen, welche Bedeutung die Perikope für die heutigen Christen einnimmt.
Es wird bei dem verwendeten Text ein hohes Schlüsselpotential vermutet. Er ist sowohl für die vorangestellten Ausschnitte als Abschluss zu betrachten, also auch für den weiteren Verlauf des Evangeliums nicht unerheblich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Literarkritik
2.1 Kontextanalyse
2.2 Textanalyse / Synoptischer Vergleich
3. Traditionskritik
3.1 Traditionsgeschichtliche Analyse
3.2 Begriffs und Motivgeschichte
4. Formkritik
4.1 Gattungsbestimmung
4.2 Sitz im Leben
5. Redaktionsgeschichte / Kompositionskritik
6. Interpretation
6.1 Gesamtauslegung
6.2 Hermeneutische Zugänge
7. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Exegese verfolgt das Ziel, den Textabschnitt Mk 3, 1-6 methodisch zu erschließen, seine Einbettung in den markinischen Kontext zu analysieren und seine Bedeutung sowohl für die urchristliche Gemeinde als auch für die heutige Lebenswelt zu reflektieren. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich die Sabbatfrage als literarischer Wendepunkt im Markusevangelium und als Wegbereiter für den Todesbeschluss gegen Jesus darstellt.
- Literarkritische Kontextanalyse der Streitgespräche bei Markus
- Traditionsgeschichtliche und formkritische Untersuchung der Perikope
- Synoptischer Vergleich mit den Parallelstellen bei Lukas und Matthäus
- Interpretation der Vollmacht Jesu im Kontext der Sabbatvorschriften
- Sozialgeschichtliche und tiefenpsychologische hermeneutische Zugänge
Auszug aus dem Buch
2.2 Textanalyse / Synoptischer Vergleich
Beim ersten Lesen des Textes ist nicht direkt ersichtlich, um welche Gattung es sich handelt. Der Text enthält sowohl Merkmale einer Wundererzählung im biblischen Sinne, als auch Merkmale eines Streitgesprächs wie in den vorausgegangenen Texten. Betrachtet man die Perikope versweise, ist ein reger Wechsel zwischen beiden Gattungen zu beobachten.
Die Perikope als Ganzes weist typische Merkmale eines narrativen Textes auf. Zunächst werden in Vers 1 die Hauptfiguren und der Handlungsort vorgestellt.
Der Leser erfährt, dass es im Text um Jesus (nicht namentlich genannt) und einen Mann mit einer verdorrten Hand geht, die sich im Tempel befinden. Durch diese Einführung wird beim Leser die Erwartung einer Heilungsgeschichte geweckt, denn meist, wenn Jesus Menschen mit körperlichen Gebrechen traf, heilte er sie von ihren Leiden.
Im zweiten Vers wird diese Erwartungshaltung vorerst nicht erfüllt. Weitere für die Geschichte elementaren Menschen werden als „sie“ in die Handlung eingebunden. Diese weiteren Menschen stellen für die Handlung die Antagonisten. Deutlich wird dies in dem Satz: „Und sie lauerten auf ihn, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn anklagen könnten“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Perikope Mk 3, 1-6 sowie Erläuterung des methodischen Vorgehens und der Zielsetzung der Exegese.
2. Literarkritik: Untersuchung des engeren und weiteren Kontextes im Markusevangelium sowie Analyse der erzählerischen Struktur und synoptischer Vergleich.
3. Traditionskritik: Vers-für-Vers-Analyse zur Bestimmung von Tradition und Redaktion sowie Untersuchung zentraler Begriffs- und Motivgeschichte.
4. Formkritik: Bestimmung der Gattung als „mixtum compositum“ und Erörterung des „Sitz im Leben“ für die urchristliche Gemeinde.
5. Redaktionsgeschichte / Kompositionskritik: Einordnung der Perikope in den makrostrukturellen Aufbau des Markusevangeliums und Bedeutung als Beginn des Passionswegs.
6. Interpretation: Gesamtauslegung der Perikope unter Berücksichtigung hermeneutischer Ansätze wie sozialgeschichtlicher und tiefenpsychologischer Perspektiven.
7. Schluss: Zusammenfassende Würdigung der exegetischen Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung des Textes.
Schlüsselwörter
Mk 3, 1-6, Sabbatfrage, Exegese, Markus, Pharisäer, Streitgespräche, Wunderheilung, Traditionskritik, Formkritik, Redaktionsgeschichte, Messiasgeheimnis, Vollmacht Gottes, Todesbeschluss, Synoptischer Vergleich, Herodianer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der exegetischen Analyse der Perikope Mk 3, 1-6, in der Jesus in einer Synagoge am Sabbat einen Mann mit einer verdorrten Hand heilt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören das Sabbatverständnis, die Konfrontation zwischen Jesus und den Pharisäern, die literarische Einordnung des Textes und die Bedeutung der Wunder Jesu.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, welche Rolle die Perikope als literarischer Wendepunkt spielt und wie sie den Todesbeschluss der Pharisäer gegen Jesus im Markusevangelium vorbereitet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Exegese verwendet klassische historisch-kritische Methoden, darunter Literarkritik, Traditionskritik, Formkritik, Redaktionsgeschichte sowie synoptische Vergleiche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des literarischen Kontexts, die Analyse der Gattung, die historische Rekonstruktion der Tradition und eine abschließende Interpretation der theologischen sowie hermeneutischen Dimensionen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sabbatgebot, Streitgespräch, Vollmacht, Pharisäer, Todesbeschluss und das Markusevangelium.
Wie unterscheidet sich die Darstellung bei Markus von der bei Matthäus und Lukas?
Während Markus die Pharisäer und Herodianer als Gegner einführt und mit einem klaren Todesbeschluss endet, betonen Matthäus und Lukas andere Aspekte, wie etwa die explizite Frage nach der Erlaubnis des Heilens am Sabbat oder das Gleichnis vom Schaf in der Grube.
Warum wird die Perikope als Schlüsseltext bezeichnet?
Die Arbeit stuft den Abschnitt als Schlüsseltext ein, da er den ersten expliziten Todesbeschluss gegen Jesus enthält und damit den metaphorischen Anfang vom Ende der Lebensgeschichte Jesu auf dem Weg zum Kreuz markiert.
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- Friederike Feldmann (Autor:in), 2017, Eine Exegese zur Sabattfrage im Neuen Testament, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/371584