Da die Minne und die Beziehung zwischen Iwein und Laudine eine wichtige Funktion im „Iwein“ haben, stellen diese auch das Zentralthema der folgenden Hausarbeit dar. Dabei wird zuerst auf die allgemeinen Formen der Liebe im Mittelalter eingegangen, um schließlich analysieren zu können, welche Form von Liebe zwischen Iwein und Laudine besteht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Liebe im Mittelalter
2.1 Die hohe und niedere Minne
2.2 Die höfische Liebe
3. Die Liebe im „Iwein“
3.1 Die Anzeichen einer höfischen Liebe im „Iwein“
3.2 Iwein wird von der höchsten Macht übermannt
4. Die Ehe zwischen Iwein und Laudine
4.1 Iweins Heirat aus Liebe
4.2 Laudines Motivation
5. Handelt es sich bei der Ehe zwischen Iwein und Laudine um eine gestörte Mahrtenehe?
5.1 Das Schema der Mahrtenehe im „Iwein“
5.2 Der Ring als Symbol
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Liebes- und Ehekonzeption im Artusroman „Iwein“ von Hartmann von Aue. Dabei wird analysiert, inwiefern die Beziehung zwischen Iwein und Laudine als höfisch zu bezeichnen ist und ob das Konzept der „Mahrtenehe“ auf ihre Ehe angewendet werden kann.
- Analyse der Formen der Liebe im Mittelalter (hohe und niedere Minne)
- Untersuchung der höfischen Liebe im „Iwein“ anhand spezifischer Textstellen
- Gegenüberstellung der unterschiedlichen Heiratsmotivationen von Iwein und Laudine
- Deutung der Rolle des Rings als Symbol im Kontext der Mahrtenehe
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Anzeichen einer höfischen Liebe im „Iwein“
durch sî von himel tæte, wande im sîn selbes stæte einen selhen minnen slac sluoc, die er in sînem hercen truoc, mohte die ûz sînem gemuete deheins wîbe guete iemer benomen hân, daz het ouch sî benamen getân (V. 6500 – 6510)
Iwein trifft auf ein junges, schönes Mädchen mit lieblichem Reden und feinem Benehmen, bleibt jedoch standhaft und lässt die „verzehrende Liebe“ zu seiner Gattin Laudine siegen. Wäre es möglich gewesen, dann hätte Iwein sich in das Mädchen verliebt, allerdings gehört sein Herz ausschließlich und bedingungslos Laudine, womit an dieser Stelle bereits zwei Kriterien an die höfische Liebe erfüllt werden können: zum Einen die „Ausschließlichkeit einer Liebesbeziehung“, da für Iwein keine andere Frau außer seiner Gattin Laudine in Frage kommt, welche er unsterblich liebt und zum Anderen die „Beständigkeit der Liebe“. Obwohl Iwein lange Zeit weg ist, von Laudine zurückgewiesen wurde und auf ein wunderschönes, junges Mädchen trifft, beweist er, dass seine Liebe zu Laudine eine wahre ist und dass diese auch über eine längere Dauer hinweg Bestand hat. Damit beweist Iwein zwar auch, dass die „triuwe“ zu seiner inneren Eigenschaft gehört, was somit das dritte Kriterium an die höfische Liebe erfüllen würde, allerdings kann man Iweins „triuwe“ auch in Frage stellen, da er die Einjahresfrist von Laudine versäumt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in den historischen Kontext des „Iwein“ ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Liebes- und Ehekonzeption.
2. Die Liebe im Mittelalter: Dieses Kapitel definiert die historischen Konzepte der „hohen“ und „niederen“ Minne sowie die allgemeinen Kriterien der höfischen Liebe.
3. Die Liebe im „Iwein“: Hier wird die höfische Liebe auf die Figur Iweins angewandt und die Personifizierung der „Frau Minne“ analysiert.
4. Die Ehe zwischen Iwein und Laudine: Das Kapitel kontrastiert Iweins leidenschaftliche Heiratsmotivation mit der pragmatisch-politischen Entscheidung Laudines.
5. Handelt es sich bei der Ehe zwischen Iwein und Laudine um eine gestörte Mahrtenehe?: Der Abschnitt prüft die Anwendung des Mahrtenehe-Schemas auf das Werk und untersucht den Ring als zentrales Symbol.
6. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Ehe trotz höfischer Züge und Mahrtenehe-Strukturen maßgeblich durch soziale und politische Faktoren geprägt ist.
Schlüsselwörter
Iwein, Hartmann von Aue, Artusroman, höfische Liebe, Minne, Mahrtenehe, Ehekonzeption, Laudine, Triuwe, Mittelalter, Literaturwissenschaft, Frau Minne, Symbolik, Ehe, Literaturanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die komplexe Dynamik der Liebes- und Ehebeziehung zwischen den Hauptfiguren Iwein und Laudine im gleichnamigen Artusroman von Hartmann von Aue.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die mittelalterlichen Konzepte von Minne und Ehe, die spezifische Ausgestaltung der höfischen Liebe im Roman sowie die literaturwissenschaftliche Kategorie der Mahrtenehe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob die Ehe zwischen Iwein und Laudine als „gestörte Mahrtenehe“ klassifiziert werden kann und inwieweit sie den Idealen der höfischen Liebe entspricht.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die zentrale Textstellen mit literaturwissenschaftlicher Fachliteratur verknüpft, um das Handeln der Figuren zu interpretieren.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Minne, die Analyse der individuellen Liebesvorstellungen der Protagonisten und die Untersuchung des Rings als zentralem, symbolischem Abkommen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die höfische Liebe, Triuwe, Mahrtenehe und die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau im mittelalterlichen Kontext.
Wie unterscheidet sich die Motivation von Iwein und Laudine bei ihrer Heirat?
Iwein handelt primär aus einer „übermächtigen“ Liebesempfindung heraus, während Laudines Entscheidung für die Ehe eine rational-politische Absicherung ihres Landes darstellt.
Welche Rolle spielt der „Ring“ innerhalb der Argumentation?
Der Ring dient als Symbol des Abkommens und der Bindung; er wird von den Beteiligten unterschiedlich interpretiert – als Minnesymbol durch Iwein und als politisches Herrschaftssymbol durch Laudine.
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- Alina Zimmermann (Author), 2016, Die Liebes- und Ehekonzeption zwischen Iwein und Laudine in Hartmann von Aues "Iwein", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/371263